Der VfL Wolfsburg feiert bei Union Berlin mal wieder ein Erfolgserlebnis im Abstiegskampf. Für Maximilian Arnold, der zum 400. Mal in der Bundesliga zum Einsatz kam, war es ein besonders emotionaler Sieg.
400. Bundesliga-Spiel für Urgestein
Die Erlösung war den Wolfsburgern anzusehen. Der erste Sieg nach zuvor zwölf Spielen ohne Dreier, der erste Sieg in der laufenden Rückrunde war hart erkämpft: Die Wölfe mussten in der Schlussphase einen Sturmlauf von Union Berlin überstehen und hatten es Kamil Grabara zu verdanken, nicht noch spät zum 13. Mal in dieser Saison einen Vorsprung aus der Hand zu geben. So stand am Ende ein 2:1-Sieg in Köpenick.
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„Es war wichtig, dass wir mal wieder ein Erfolgserlebnis hatten“, meinte Patrick Wimmer, der die Wölfe per Außenrist traumhaft in Führung geschossen hatte, bei DAZN. Die letzten Wochen seien leistungstechnisch „nicht die schlechtesten gewesen“, doch die Ergebnisse hätten einfach nicht gestimmt. „Da war es wichtig, dass wir uns belohnen“, so der Österreicher.
Auch Dieter Hecking, der seinen ersten Sieg als VfL-Trainer feierte, meinte: „Die Jungs haben in den letzten Wochen Punkte liegen gelassen, wo mehr möglich war. Daher brauchten wir diesen Erfolg, damit das Vertrauen und das Gefühl des Sieges wieder in die Kabine kommt.“
Jubilar Arnold kämpft mit den Tränen
Emotionaler wurde Maximilian Arnold. Der VfL-Kapitän saß wegen Leistenproblemen erneut auf der Bank und half erst spät dabei, den Sieg über die Zeit zu bringen. „Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden“, stammelte das Wolfsburger Urgestein sichtlich aufgewühlt am Sky-Mikrofon. „Die Jungs haben gefightet, wir hatten mal das Glück auf unserer Seite. Wir haben in den letzten Wochen nur auf die Fresse bekommen, dementsprechend bin ich heute sehr stolz auf die Mannschaft.“
Den „brutal wichtigen Sieg“, gar „einen der wichtigsten“ seiner Karriere, feierte Arnold in seinem Jubiläumsspiel. Seit 2011 hat der heute 31-Jährige 400 Spiele in der Bundesliga absolviert, alle für den VfL, für den er spielt, seit er 15 ist. Von den aktuellen Feldspielern übertrifft ihn nur Matthias Ginter mit 408 Einsätzen. Mit den Tränen kämpfend, meinte Arnold über sein Jubiläum: „Es ist schon besonders. Ich würde lügen, wenn ich sage, ich habe alle genossen. Ich genieße es einfach, Bundesliga zu spielen.“
St. Paulis Remis spielt Hecking in die Karten
Ob er das auch in der nächsten Saison tun kann, ist allerdings noch ungewiss. Weiterhin ist Wolfsburg Vorletzter in der Tabelle, mit zwei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz. „Heute war nur der erste Schritt“, ist sich auch Arnold bewusst, „wir stehen mit dem Rücken zur Wand, da muss man Realist sein.“
Sein Trainer schöpft dagegen neuen Mut – nicht nur wegen des Sieges in Berlin. Sondern auch, weil Konkurrent St. Pauli am Freitag beim 1:1 gegen Köln wichtige Punkte liegen ließ. „St. Pauli hat uns den Gefallen getan, das Spiel nicht nach Hause zu bringen“, so Hecking. Hätten die Kiezkicker gewonnen, so hätte er sich schwergetan, seine Mannschaft angesichts von dann sieben Punkten Rückstand zu motivieren. „Aber so hatten wir die Möglichkeit, den Abstand zu verkürzen, sodass wir vier Spieltage vor Schluss immer noch eine theoretische Chance haben.“ Zumindest auf die Rettung via Relegation.
Der VfL Wolfsburg feiert bei Union Berlin mal wieder ein Erfolgserlebnis im Abstiegskampf. Für Maximilian Arnold, der zum 400. Mal in der Bundesliga zum Einsatz kam, war es ein besonders emotionaler Sieg.
