„60 bis 90 Sekunden“: Ein kleines Wort soll für schnellere VAR-Checks sorgen 

In der neuen Saison hofft Knut Kircher auf schnellere Entscheidungen beim Eingriff des Video-Assistenten. Der Schiedsrichter-Chef des DFB erklärt, wie dies gelingen soll.

Abseitserkennung bleibt halbautomatisch

Auch in der Bundesliga und der 2. Bundesliga werden sich Fans und Spieler zur neuen Saison an zahlreiche Regeländerungen bzw. -anpassungen gewöhnen müssen. Diese reichen von Countdowns bei Abstößen und Einwürfen bis hin zu mehr Eingriffsmöglichkeiten des Video-Assistenten. Die VAR-Prozesse sollen dabei schneller als bisher ablaufen.

Fehler muss fortan „immediately clear and obvious“ sein

„Der Schiedsrichter ist der Entscheider. Der Schiedsrichter muss auf dem Feld ein Management hinzaubern, das dem Spiel gerecht wird“, stellt Knut Kircher im Interview mit RTL/Sky klar. Dennoch besteht natürlich weiterhin die Möglichkeit, in bestimmten Situationen vom Video-Assistenten unterstützt bzw. korrigiert zu werden. Einem kleinen Detail kommt laut dem DFB-Schiedsrichter-Chef dabei eine große Bedeutung zu.

Hatte eine Fehlentscheidung bis zuletzt noch lediglich „clear and obvious“ (dt.: klar und offensichtlich) sein müssen, bedarf es für eine VAR-Intervention fortan einer „immediately clear and obvious“ (dt.: auf Anhieb klaren und offensichtlichen) Fehlentscheidung. Ein Beispiel: „Wenn ich im Sessel im VAC (Video Assist Center, Anm. d. Red.) sitze, eine Situation sehe und sofort in den ersten zwei Einstellungen sehe, diese Entscheidung kann so nicht stehen bleiben – dann ist es etwas, was den VAR motivieren sollte, reinzugehen“, erklärt Kircher.

„Idealerweise muss einen diese Szene anspringen. Der Fehler muss einen anspringen“, führt der 57-Jährige aus, der sich davon auch einen zeitlichen Nutzen erhofft: „Wir denken, dass das dann auch innerhalb von maximal 60 bis 90 Sekunden passieren muss.“

Weiter nur halbautomatische Abseitserkennung

Unterstützung erhalten auch in der neuen Spielzeit weder der Feldschiedsrichter noch dessen Video-Assistenten von einer vollautomatischen Abseitserkennung. Stattdessen setzt man in den höchsten deutschen Spielklassen weiterhin auf die halbautomatische Abseitserkennung (SAOT) – wenn auch nicht ganz freiwillig.

„Das hat zwei Gründe: Der erste Grund ist, dass wir technisch mit dem Betreiber von dem VAC noch gar nicht in der Lage wären, so eine Vollautomatik tatsächlich zu haben. Das ist ja nicht einfach nur ein Modul – das nimmt man, das packt man in den Rechner und dann funktioniert es -, sondern die Systeme müssen schon aufeinander abgestimmt sein“, erläutert Kircher. „Der zweite Grund ist, dass wir ein sehr großes Vertrauen in unsere Assistenten und auch bei der SAOT bzw. der Anwendungsquote eine sehr hohe Erfolgsquote haben.“

Ganz zumachen will der Schiri-Chef die Tür für die vollautomatische Abseitserkennung indes aber nicht: „Vielleicht kommt irgendwann in naher Zukunft auch mal diese Vollautomatik, die bei der FIFA ja auch in einem hohen Maße gut funktioniert hat.“

 In der neuen Saison hofft Knut Kircher auf schnellere Entscheidungen beim Eingriff des Video-Assistenten. Der Schiedsrichter-Chef des DFB erklärt, wie dies gelingen soll. 

 

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