In der kommenden Bundesliga-Saison schrumpft die durchschnittliche Reisedistanz, wobei es für ein Team trotzdem wieder besonders anstrengend wird. Der Ausblick aus logistischer Sicht.
Geografische Analyse der Saison 2026/27
Seit Ende Mai steht das Feld der 18 Bundesligisten für die Saison 2026/27 fest. Paderborn ersetzt Wolfsburg, außerdem gehören Schalke und Elversberg zum illustren Kreis. Heidenheim und St. Pauli sind dagegen nicht mehr dabei. Diese Verschiebungen wirken sich auch auf die Wege der Klubs aus: Im Schnitt sinkt die Luftlinien-Distanz zwischen den Spielorten auf 297 Kilometer pro Partie. In den beiden vergangenen Spielzeiten lagen die Werte höher – 2025/26 bei 318 Kilometern, 2024/25 bei deren 327.
Berlin als Außenseiter
Die „Kilometerfresser“ der Liga kommen erneut aus Köpenick. Union Berlin hält die Konkurrenz auf Abstand. Stolze 445 Kilometer muss das Team aus der Hauptstadt im Schnitt zurücklegen, um den nächsten Gegner zu erreichen. Seit dem Aufstieg in die Bundesliga war Union nur 2024/25 nicht Spitzenreiter in dieser Kategorie – damals lag Holstein Kiel vorn. Die 445 Kilometer pro Spiel werden historisch nur von wenigen übertroffen: Bayern München (1971/72 bis 1976/77), Hansa Rostock (1991/92 bis 2003/04) sowie Kiel in der Saison 2024/25.
Kein Lokalderby – dafür eines im Revier
In Hamburg ist künftig nur noch der HSV erstklassig. Weshalb für die Rothosen nun Werder Bremen am nächsten ist. 91 Kilometer trennen die beiden Arenen der Vereine im Norden. Näher stehen sich Schalke und Dortmund, zumindest aus logistischer Sicht. Das Revierderby ist nach zwei Jahren Absenz zurück im Spielplan. Kürzer ist die Distanz nur zwischen Köln und Leverkusen.
Am anderen Ende der Skala stehen die längsten Strecken, wobei Freiburg mit den Gastspielen in Berlin und Hamburg der größte Aufwand droht. Dank der Teilnahme in der Conference League unter der Woche sind für den Sport-Club Ansetzungen am Sonntag vorgesehen. In der Kombination könnte es viele müde Fans am darauffolgenden Montagmorgen geben.
Bei drei Paarungen sind über 600 Kilometer zu bewältigen, neben Freiburg erwischt es dabei auch den HSV zweimal. Wird die Distanz für Hin- und Rückreise berechnet (also verdoppelt) und die Idealbedingungen der Verbindungen per Luftlinie auf die Straße umgesetzt, nimmt das Fahrtenbuch sogar noch deutlich größere Ausmaße an.
Insgesamt sind 90.862 Kilometer zu bewältigen und damit deutlich weniger als in der Vorsaison (97.460 Kilometer). Von der Schallmauer von 100.000 Kilometern sind die Bundesligisten in der Saison 2026/27 also ein gutes Stück entfernt.
In der kommenden Bundesliga-Saison schrumpft die durchschnittliche Reisedistanz, wobei es für ein Team trotzdem wieder besonders anstrengend wird. Der Ausblick aus logistischer Sicht.
