Bisher sprach vieles für einen Wechsel von Stuttgarts Ermedin Demirovic zu Galatasaray. Jetzt steht der Deal auf der Kippe.
Hoeneß wird sich freuen
Sebastian Hoeneß wird sich freuen. Der Cheftrainer des VfB wird nicht müde, die Wichtigkeit des Angreifers hervorzuheben. Vor und nach dem DFB-Pokalauftritt der Schwaben bei Hansa Rostock betonte der 44-Jährige mehrmals die Wertschätzung für Ermedin Demirovic. „Medo ist für uns ein sehr wichtiger Spieler in den letzten zwei Jahren gewesen“, so der Cheftrainer. „Er macht Tore, ist ein absoluter Vollprofi und sehr, sehr wichtig für die Mannschaft.“ Nicht nur wegen ebendieser aufgeführten Qualitäten, sondern auch „für die unterschiedlichen Mannschaftsteile“.
32 Tore in 88 Pflichtspielen
Demirovic gehört zum Mannschaftsrat des Traditionsklubs, hat ein offenes Ohr für die Jungprofis, einen guten Draht überhaupt zu allen und einen sehr guten zu Leitfiguren wie Deniz Undav oder Jeff Chabot. Der Nationalspieler Bosnien-Herzegowinas hat in seinen zwei Jahren im VfB-Trikot in 88 Pflichtspielen 32 Tore erzielt und wenn es mal nicht zum Jubeln gereicht hat, zumindest immer und überall mit seiner Lauf- und Zweikampfbereitschaft geholfen. Hoeneß hält große Stücke auf den 28-Jährigen. „Deswegen würde ich ihn aus Trainersicht gerne behalten. Aber ich weiß natürlich, es gibt auch noch eine andere Sicht, die wirtschaftlicher Natur ist.“
Dieser folgend hätten die Stuttgarter den Angreifer durchaus in die Türkei ziehen lassen. Galatasaray zeigte sich in den vergangenen Tagen bereit, die bisher gebotene und vom VfB abgelehnte Ablöse von rund 15 Millionen Euro zu erhöhen und den Schwaben möglicherweise sogar bis zu den geforderten 20 Millionen entgegenzukommen. Jetzt hat sich der Wind gedreht und es scheint zu keinem Deal zu kommen.
Wenig Lust auf den Platz hinter Osimhen
Zum einen, weil es innerhalb der Klubführung des türkischen Traditionsklubs unterschiedliche Interessenlagen gibt. Eine Fraktion pro Demirovic und eine, die einen anderen, günstigeren Stürmer favorisiert. Andererseits wäre Demirovic, dem die finanziell äußerst lukrative Offerte der Türken geschmeichelt und ihn durchaus empfänglich für einen Wechsel gemacht hat, bei Gala nur die Nachbesetzung hinter Superstar Victor Osimhen. Hinter dem 27-jährigen Torjäger aus Nigeria, der von den Fans als Volksheld verehrt wird und seinen Startplatz als Garantieschein betrachten darf.
Eine wenig reizvolle Aussicht für den Stuttgarter Stürmer, der andere Ansprüche hat. Der mit 25-Millionen-Neuzugang Dzenan Pejcinovic zwar einen neuen, allerdings auch nicht unüberwindbaren Konkurrenten beim VfB bekommen hat. Selbst wenn der frühere Wolfsburger in Rostock mit drei Treffern beim 4:0 über den Drittligisten mächtig Eigenwerbung betrieben hat. Und auch Hoeneß und Sportvorstand Fabian Wohlgemuth wissen Demirovic zu schätzen. Ungeachtet dessen, dass die in Aussicht stehenden 20 Millionen dem Vorhaben, einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag als Transfererlös zu erwirtschaften, guttun würden.
Vielleicht kommt alles doch ganz anders
Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Dass der Transfermarkt noch bis 1. September offen ist, gilt nämlich auch für Osimhen, der ebenfalls diversen Verlockungen unterworfen ist. Aus der englischen Premier League ebenso wie auch aus Saudi-Arabien.
Bisher sprach vieles für einen Wechsel von Stuttgarts Ermedin Demirovic zu Galatasaray. Jetzt steht der Deal auf der Kippe.
