Werder vor dem goldenen Oktober? „Das war letztes Jahr nicht bei jedem so“ 

Der Sieg in Mainz, das Pokalspiel in Dortmund – und der nächste Sprung in der Bundesliga-Tabelle? Der SV Werder Bremen steht vor einer bedeutsamen Woche. Mit einem Niclas Füllkrug in Top-Form, der das DFB-Thema zwar selbst weiter von sich weist, aber auch da natürlich im Fokus bleibt.

Füllkrug nicht der einzige Faktor

Kaum eine Bestmarke, die Niclas Füllkrug aktuell nicht knackt. Jetzt traf er auch noch erstmals in zwei darauffolgenden Bundesligaspielen doppelt. „Oh“, reagierte der Angreifer darüber genauso überrascht wie zuletzt noch über den Rekord von Rudi Völler, den Füllkrug am kommenden Samstag gegen Hoffenheim ebenfalls brechen könnte, falls er dann auch im siebten Spiel in Serie für Werder treffen sollte.

Seinen erstaunlichen Lauf setzte der beste Torschütze der Bundesliga nun vorerst in Mainz fort – weiterhin zieht er alle Bremer mit. „Wir leben von dem Momentum, wir leben als Mannschaft von seiner Energie und seiner Qualität“, betonte Coach Daniel Thioune nach dem 3:2-Auswärtssieg: „Er stellt sich vor jeden einzelnen Spieler und feiert die Defensivleistung der Mannschaft – nicht nur seinen Doppelpack.“

Werder seit sechs Spielen ungeschlagen

Tatsächlich tat Füllkrug das, sagte: „Ich liebe die Jungs da hinten“ – und meinte damit die Verteidiger, ehe er dann etwa auch „auf die Sechs“ verwies: „Man kann keinen rausnehmen.“ Trotzdem waren es einmal mehr seine Tore, die dazu beitrugen, dass Werder nun seit sechs Pflichtspielen ungeschlagen ist und somit wie schon im gesamten September auch noch in diesem Monat, der in der kommenden Woche womöglich zu einem goldenen Oktober werden könnte.

Am Dienstag steht zunächst die 2. DFB-Pokal-Runde in Dortmund bevor, wo man vor etwas mehr als zwei Wochen schon einmal bestehen konnte und nach einem 0:2-Rückstand zumindest nicht verlor (2:2). In Mainz hingegen sorgte Füllkrug mit seinem Doppelpack, nachdem Werder ja sogar in den vergangenen drei Spielen immer erst mit 0:2 zurücklag, mal wieder für eine Führung – was die Bremer zusätzlich beflügeln dürfte, wie Amos Pieper hinsichtlich der mentalen Überzeugung andeutete: „Diesmal mussten wir nicht irgendwie zurückkommen“, sagte der Verteidiger, auch wenn genau das zuletzt stets gelungen war: in Dortmund, gegen Augsburg (3:2), gegen Paderborn (2:2).

„Das war letztes Jahr vielleicht nicht bei jedem so“

In Mainz wiederum agierte Werder diesmal über weite Strecken so resilient und konsistent, dass man den dritten Saisonsieg einfuhr, trotz unzähliger Flanken der Gastgeber (33!), trotz des permanenten Anlaufens: „Wenn du in der 63. Minute das 2:3 kassierst und so stabil bleibst, ist das nicht selbstverständlich“, befand Pieper. Alles andere als selbstverständlich ist nach dem krachenden 1:4 zum Bundesliga-Auftakt in Freiburg nun ebenfalls, dass Werder plötzlich auf Rang 6 steht.

„Wir haben uns nach diesem Spiel alle angeguckt und gesagt: So geht es nicht weiter“, verriet der 28-Jährige und erwähnte auch den seither entfachten Mannschaftsgeist: „Das war letztes Jahr vielleicht nicht bei jedem so.“ Mit der Fast-Abstiegssaison hat dieser Oktober bislang jedenfalls so gar nichts zu tun – nun soll er weiter veredelt werden.

Wie Füllkrug auf die nächsten DFB-Fragen reagiert

„Eine schöne Momentaufnahme“ hat Kapitän Marco Friedl ausgemacht, der im Pokal beim BVB ein weiteres Erfolgserlebnis folgen soll: „Wir werden leiden müssen, aber wir müssen auch mutig sein. Es wird sicher Möglichkeiten geben, und die müssen wir eiskalt verwerten.“ Angesprochen dürfte sich insbesondere Füllkrug fühlen, für den es unter Umständen ja sogar ein schwarz-rot-goldener Oktober wird. Eine Nationalmannschaftsrückkehr für die bevorstehenden Länderspiele im November ist mittlerweile wöchentlich Thema.

Und nachdem sich neben zahlreichen Befürwortern, darunter Lothar Matthäus, unter der Woche auch Bundestrainer Jürgen Klopp selbst zu Wort gemeldet hatte („Er schießt in der Bundesliga ein Tor nach dem anderen, aber er ist 33 – das ist nicht meine Schuld“), reagierte Füllkrug am Samstag einmal mehr möglichst zurückhaltend darauf: „Er hat einfach nur zwei Fakten aufgezählt. Das war ja keine Meinung von ihm – was soll ich dazu sagen? Alles, was du als Spieler sagst, ist falsch, ist vorgegriffen, ist unrealistisch.“

Am Abend war der Angreifer in Mainz dann auch noch im ZDF-Sportstudio zu Gast, wurde auch dort mit derlei Fragen konfrontiert – und blieb seiner in sich ruhenden Haltung beim Thema DFB-Team weiter treu: „Wir haben eine neue Ära eingeläutet, wollen jung und dynamisch sein – das verstehe ich, wenn das der Fall sein sollte. Und wenn nicht, können wir immer noch darauf reagieren.“

 Der Sieg in Mainz, das Pokalspiel in Dortmund – und der nächste Sprung in der Bundesliga-Tabelle? Der SV Werder Bremen steht vor einer bedeutsamen Woche. Mit einem Niclas Füllkrug in Top-Form, der das DFB-Thema zwar selbst weiter von sich weist, aber auch da natürlich im Fokus bleibt. 

 

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