Der SV Werder Bremen hält ohne eigenes Zutun am 33. Spieltag vorzeitig die Klasse – und kann nun zumindest weitere Planungen vorantreiben.
Chuki folgt Quetant – Karbownik nicht
Die Voraussetzungen hatte der SV Werder Bremen in den vergangenen Wochen schon selbst geschaffen mit dem aufgebauten Sechs-Punkte-Vorsprung auf den Relegationsrang – für die Entscheidung zugunsten des vorzeitigen Klassenverbleibs sorgte am Samstagabend jedoch erst der Münchner Auswärtssieg in Wolfsburg, nachdem auch der FC St. Pauli zuvor schon nicht gewinnen konnte.
Dass die Bremer auch in der Saison 2026/27 der Bundesliga angehören werden, sorgt somit zumindest für weitere Planungssicherheit, auch was die Veränderungen im Kader anbelangt: Einige Ideen seien bereits vorbereitet – nun gilt es auch, die Umsetzung weiter voranzutreiben.
Chuki: Medizincheck in dieser Woche?
Dazu zählt etwa die angestrebte Verpflichtung des spanischen Mittelfeldspielers Chuki von Zweitligist Real Valladolid, der ablösefrei kommen würde – und damit ein für Werder nicht unerhebliches Kriterium erfüllt. Trotz noch ausstehender Details soll der Wechsel zeitnah umgesetzt werden, ein Termin für den Medizincheck möglichst in der kommenden Woche gefunden werden.
„Das, was ich bisher bis begleiten durfte, sieht schon sehr vielversprechend aus.“ (Daniel Thioune über Werders Sommerplanungen)
Nach dem bereits als fix vermeldeten Transfer von Kenny Quetant wäre auch Michal Karbownik ohne Ablöse zu haben, doch die Spur zum Hertha-Profi, bei dem man im Winter mal angefragt, aber kein Angebot vorgelegt hatte, ist erkaltet.
Thioune: Vom Krisen- in den Entwickler-Modus
Was darüber hinaus an Ablösesummen investiert werden kann, hängt auch maßgeblich von den Einnahmen ab. Im Marktumfeld heißt es, dass die Bremer zunächst in etwa 12 bis 13 Millionen Euro einzunehmen haben, anschließend könne man tätig werden.
Werder-Coach Daniel Thioune hatte zuletzt jedenfalls über die Personalplanungen gesagt: „Das, was ich bisher bis begleiten durfte, sieht schon sehr vielversprechend aus.“
Dass der 51-Jährige auch in der kommenden Saison an der Seitenlinie stehen wird, ist durch den gesicherten Klassenverbleib nun verbürgt. Zugleich geht mit seiner Weiterbeschäftigung auch der Auftrag einher, aus dem Krisen- in den Entwickler-Modus zu wechseln.
Werders Saisonanalyse läuft
Seine Retter-Mission hat Thioune erfüllt, zunächst mit einem pragmatischen, nicht immer schönen Ansatz, der jedoch dazu beitrug, dass sich die Mannschaft zumindest defensiv stark stabilisierte. Mit Ball wiederum hat auch der Nachfolger von Horst Steffen viele Probleme übernommen – und nicht abstellen können.
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Dass er mit einer kompletten Saisonvorbereitung explizit daran arbeiten will, hat Thioune selbst bereits nach dem 1:1 in Stuttgart deutlich gemacht – und nannte den VfB als Vorbild für eine attraktivere Spielanlage: „Ich habe da einige Ideen.“ Fakt ist allerdings auch, dass er mittelfristig einen besseren Punkteschnitt als 1,0 aus 13 Spielen benötigt, damit Werder nicht erneut eine Krisen-Saison bevorsteht.
Die Saisonanalyse ist am Osterdeich bereits angelaufen, insbesondere im athletischen und medizinischen Bereich, auch beim Scouting, heißt es. Und angesichts immer wiederkehrender Verletzungswellen und einer überschaubaren Anzahl an Volltreffern auf dem Transfermarkt besteht da zweifellos deutliches Verbesserungspotenzial.
Der SV Werder Bremen hält ohne eigenes Zutun am 33. Spieltag vorzeitig die Klasse – und kann nun zumindest weitere Planungen vorantreiben.
