Mit einer negativen Bilanz reisen die Bayern am Sonntag ins Saarland nach Elversberg, zum kleinsten Aufsteiger jemals. Doch Trainer Vincent Kompany warnt – natürlich.
Bayern reisen zum Topspiel nach Elversberg
Ein paar Blätter haben sich inzwischen an der Säbener Straße verteilt. Der Sommer ist fast vorbei, und für den FC Bayern beginnt eigentlich jetzt erst eine gewisse Phase der Normalität. Die ersten englischen Wochen sind (erfolgreich) absolviert, die Mannschaft fügt sich Stück für Stück wieder zusammen, und vor allem die Reha-Abteilung bekommt immer weniger Arbeit.
Waren im Sommer noch Patienten wie Lennart Karl, Jamal Musiala oder Ismael Saibari zugegen, mischt inzwischen jeder einzelne Profi wieder im Mannschaftstraining mit. Und bis auf Serge Gnabry und (den eigentlich mal aussortierten) Sacha Boey kam jeder bereits auf seine Einsatzminuten.
Ob sich das wenigstens bei Gnabry am Sonntag gegen Aufsteiger Elversberg ändert? Eher immer noch nicht. „Ähm … Serge … trainiert“, erklärte Vincent Kompany am Samstagmorgen, also vor dem Abschlusstraining, etwas zögerlich. „Das wird heute noch besprochen, entschieden.“ Wirklich zuversichtlich klang der Trainer jedoch nicht. „Ich schätze, dass er entweder morgen wieder im Kader ist. Oder gegen Union Berlin, wenn es so weiterläuft.“ Das wäre dann am kommenden Freitag.
„Obwohl er schon lange mittrainiert, haben wir diesen letzten Schritt noch nicht gemacht.“ (Kompany über Gnabry)
Dass Gnabry in der bisherigen Saison trotz zahlreicher Einheiten mit der Mannschaft „noch nicht dabei war“, liegt laut Kompany daran, dass auch der Spieler ein Zeichen geben müsse, ob „er sich gut fühlt. Dass er nicht mehr das Gefühl hat, dass etwas passieren kann, wenn er schießt oder dribbelt.“
Gnabry hatte sich im April beim Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Stuttgart einen Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel zugezogen. „Obwohl er schon lange mittrainiert, haben wir diesen letzten Schritt noch nicht gemacht. Hoffentlich heute nach dem Training, aber wenn nicht, dann weiß er, dass wir bereit sind, noch ein bisschen zu warten. Damit er zu 100 Prozent fit ist.“
Bayerns schwache Bilanz im Saarland – und Kompanys Vergleich
Hundert Prozent werden die Bayern wohl brauchen, und das nicht nur aufgrund ihrer tatsächlich unrunden Vergangenheit im kleinsten deutschen Bundesland. Nur im Saarland hat der deutsche Rekordmeister eine negative Auswärtsbilanz, weil er zum Beispiel in der Saison 1976/77 mit 1:6 in Saarbrücken unterging. Oder rund zehn Jahre später überraschend mit 2:3 beim FC Homburg verlor.
Was natürlich alles überhaupt keine Rolle spielt für das Duell zwischen Aufsteiger und Meister, das zweite in Folge übrigens nach dem jüngsten 0:0 auf Schalke. „Die sind auf zwei sehr unterschiedliche Arten sehr erfolgreich gewesen in der letzten Saison“, bewertet Kompany. „Elversberg war ein bisschen bekannter für Ballbesitz und Kreativität. Schalke war: total aggressives Pressing, Gegenpressing und Gefahr aus diesen Phasen. Das ist das Schöne am Fußball, dass diese zwei Arten von Fußball – das findest du auch in den Daten – Erfolg bringen. Du kannst ganz klar sehen, was die Identität beider Vereine ist.“
Was bei Elversberg bedeutet: „Eine Mannschaft, die fußballerisch die Basis für ihren Erfolg gelegt hat und jetzt gut gestartet ist.“ Mit zwei Punkten mehr als die Bayern, und trotzdem würde ja niemand auf die Idee kommen, den kleinsten Bundesligisten jemals zum Favoriten gegen den größten zu machen. „Wir brauchen genauso viel Motivation wie bei einem Auswärtsspiel in Dortmund“, weiß Kompany und kann sich fast wieder aussuchen, wer dieses Mal wo spielt.
Musiala hat sich mit einem Tor beim Startelfcomeback zurückgemeldet, Michael Olise auf der Zehn begeistert. Und Nathaniel Brown eine Pause erhalten. Möglich also, dass der Neuzugang aus Frankfurt also wieder in die Anfangsformation rutscht, ähnlich wie Tom Bischof im Mittelfeld oder Min-Jae Kim in der Abwehr. Was bei Kompany aber freilich nicht bedeutet, dass er den kleinen Gegner unterschätzen würde.
Mit einer negativen Bilanz reisen die Bayern am Sonntag ins Saarland nach Elversberg, zum kleinsten Aufsteiger jemals. Doch Trainer Vincent Kompany warnt – natürlich.
