Was der Königsdörffer-Abschied über den HSV aussagt 

Der Abgang von Ransford Königsdörffer nach Mainz trifft den Hamburger SV nicht völlig unvorbereitet. Bereits seit Monaten haben die Gespräche über einen neuen Vertrag gestockt. Und doch sagt der Abschied eines Stammspielers zu einem Klub aus der Mittelklasse etwas über den sportlichen und wirtschaftlichen Stellenwert des Ex-Dinos aus.

Lücke zu etablierten Klubs klafft unverändert

Eric Huwer hatte erst im kicker-Interview am Montag das Beispiel Fabio Vieira bemüht, um die Realitäten zurechtzurücken. „Wir haben nicht die Möglichkeit, über 20 Millionen Euro für einen einzelnen Spieler auszugeben.“ Der Vorstand wollte damit ganz bewusst ausdrücken, dass der HSV nach einem Jahr Bundesligazugehörigkeit im Anschluss an sieben Zweitliga-Jahre trotz seiner gefühlten Größe und unbestrittenen Strahlkraft eben noch lange nicht wieder wirklich groß ist – und der Wechsel von Ransford Königsdörffer liefert ungewollt gleich das nächste Beispiel.

Im vergangenen Sommer war der Angreifer schon in Nizza, sollte dem HSV sieben Millionen Euro Ablöse einbringen, ehe OGC nach dem Medizincheck Abstand von einer Verpflichtung nahm. Seitdem kämpfte sich Königsdörffer in Hamburg durch einige Tiefen, war aber mit 33 Einsätzen (29 von Beginn an), fünf Toren und einer Vorlage ein absoluter Stammspieler – und sollte gehalten werden, weil er im Konzept von Trainer Merlin Polzin eine wichtige Rolle einnahm.

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Schon im Sommer zog ein Profi Mainz 05 dem HSV vor

Dass der gebürtige Berliner nach vier Jahren an der Elbe am Mittwoch seinen ablösefreien Abschied verkündete und stattdessen Mainz vorzieht, mag mit Blick auf die Strahlkraft des HSV verwundern, es verdeutlicht aber die bestehenden Kräfteverhältnisse. Die Rheinhessen sind ein etablierter und gestandener Bundesligist, der der HSV nach dem langen Aufenthalt im Unterhaus erst wieder werden muss. Er hat deutlich bessere wirtschaftliche Voraussetzungen als etwa der abgestiegene Stadtnachbar FC St. Pauli, er reicht aber eben noch nicht an Mainz 05 heran.

Zur Erinnerung und Einordnung: Im vergangenen Sommer hatten sich die Hanseaten intensiv mit Fabian Rieder beschäftigt, der aber den FC Augsburg vorzog. Sie bemühten sich auch um den Dänen William Böving, der Offensivspieler zog kurz vor Schließung des Transferfensters aber einen Wechsel von Sturm Graz zu den Mainzern einem Deal mit dem HSV vor – im Fall Königsdörffer ziehen die Hamburger nun zum zweiten Mal den Kürzeren. Das zeigt: Obwohl die 05er in der gerade abgelaufenen Bundesliga-Saison nur zwei Punkte und zwei Plätze besser abgeschnitten haben, klafft noch eine beträchtliche Lücke zwischen beiden Vereinen.

Für die Hamburger Verantwortlichen bedeutet Königsdörffers Abschied weniger eine bittere Erkenntnis, sondern vielmehr eine Bestätigung ihrer grundsätzlichen Einschätzung der Lage. Huwer und Co. wissen um die Gegebenheiten. Es bedeutet vor allem aber auch, dass die Stürmersuche nun noch größer ausfallen wird: Die Leih-Stürmer Damion Downs (FC Southampton) und Philip Otele (FC Basel) sind ohne Perspektive, Robert Glatzel (Vertrag 2027) überdenkt seine Zukunft und der ebenfalls noch ein Jahr gebundene Yussuf Poulsen ist mit einer Verletzungs-Historie nicht fest planbar.

 Der Abgang von Ransford Königsdörffer nach Mainz trifft den Hamburger SV nicht völlig unvorbereitet. Bereits seit Monaten haben die Gespräche über einen neuen Vertrag gestockt. Und doch sagt der Abschied eines Stammspielers zu einem Klub aus der Mittelklasse etwas über den sportlichen und wirtschaftlichen Stellenwert des Ex-Dinos aus. 

 

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