Als der glückliche 3:2-Sieg in Hoffenheim perfekt war, drückte Merlin Polzin seinen Kapitän ganz fest und innig an sich. Nicolai Remberg war bereits in der ersten Hälfte mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgeschieden – der HSV wird seinen zweiten Erfolg in dieser Spielzeit wohl teuer bezahlen.
Im Duell mit Hoffenheim
Nicolai Remberg war in der Sinsheimer Arena nach 35 Minuten im Duell mit Bambasé Conté zu Boden gegangen, hatte direkt eine Knieverletzung und eine nötige Auswechslung angezeigt, sich dann aber nach einer Behandlung nochmals auf den Rasen geschleppt. Fünf Minuten später musste er dann kapitulieren: Schon die zweite Hälfte verfolgte er mit einer dicken Bandage um das rechte Kniegelenk.
Noch auf dem Rasen hatten die HSV-Mediziner den sogenannten Schubladen-Test zum Ausschluss von Kreuzbandverletzungen gemacht, nach der Partie gab Merlin Polzin sichtbar mitgenommen Auskunft. „Bei ‚Rambo‘ sieht es maximal beschissen aus. Es besteht der Verdacht auf eine Kreuzbandverletzung.“
Die Ersatzlösungen heißen Muheim und Amoako
Schon während der Länderspielpause hatte der HSV die Verletzungen von Albert Grönbaek, Patson Daka (beide Muskelfaserriss), sowie die Ausfälle von Zakaria El Ouahdi (Infekt) und kurzfristig auch den von dessen Backup Bakery Jatta (Adduktorenprobleme) beklagt, der neuerliche Rückschlag reißt das größtmögliche Loch in den Kader: Remberg wurde vor der Saison vom Trainer zum Kapitän ernannt, ist der absolute Anker im zentralen Mittelfeld, verkörpert vor allem die vom Coach gewünschte Robustheit.
Dementsprechend mitgenommen war Polzin nach dem Aus des Anführers, der voraussichtlich für Monate fehlen wird. „Rambo ist unser Leader, das Paradebeispiel für den HSV, wie wir ihn uns vorstellen. Die Jungs haben das in der zweiten Halbzeit auch für ihn getan.“ Und er verriet: „Nach der Partie hat Rambo in der Kabine ein paar Worte an die Jungs gerichtet. Das war sehr, sehr emotional.“
Moffi meldet sich zurück
Grönbaek und El Ouahdi werden schon kommenden Samstag gegen Stuttgart wieder dabei sein, der während der Pause mit Knieproblemen fehlende Terem Moffi hatte sich bereits in Hoffenheim mit einem Kurzauftritt und dem wichtigen und wuchtigen Kopfballtreffer zum zwischenzeitlichen 2:2 zurück gemeldet – aber wer schließt nun die Remberg-Lücke?
Polzin hatte am Samstag zunächst mit der Einwechslung von Miro Muheim auf den Verletzungsschock reagiert. Der Schweizer war in der Vorsaison linker Schienenspieler, aus dieser Position heraus aber immer wieder ins Zentrum eingerückt. Gegen die TSG hatte er defensiv zunächst Probleme, Remberg zu ersetzen, bereitete dann aber das 2:2 vor und erzielte das Siegtor.
Erst spät war Kofi Amoako ins Spiel gekommen. Den Ex-Dresdner hatten die Hamburger im Sommer ursprünglich als Remberg-Ersatz verpflichtet, sein Start an der Elbe aber verlief holprig. Nach seiner Einwechslung fiel er mit wichtigen Ballgewinnen und enormer Konsequenz in den Zweikämpfen auf. „Wir werden nun die Ergebnisse bei ‚Rambo‘ abwarten und dann Lösungen finden“, sagte Polzin noch. Sie werden es müssen.
Als der glückliche 3:2-Sieg in Hoffenheim perfekt war, drückte Merlin Polzin seinen Kapitän ganz fest und innig an sich. Nicolai Remberg war bereits in der ersten Hälfte mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgeschieden – der HSV wird seinen zweiten Erfolg in dieser Spielzeit wohl teuer bezahlen.
