Eine konzentrierte zweite Hälfte samt Einzelaktion von Michael Olise machte in Wolfsburg den Unterschied pro Bayern-Sieg. Auf den Weg gebracht hatte das Ganze allerdings eindeutig der glänzend aufgelegte Jonas Urbig.
Neuer-Vertreter hat gut zu tun
Nach dem 1:1 gegen PSG und dem damit verbundenen Verpassen des großen Finales hatte Bayern-Trainer Vincent Kompany im Münchner Gehäuse wieder getauscht und Jonas Urbig anstelle von Manuel Neuer aufgestellt. Beim letzten Samstagabendspiel dieser Saison offenkundig die richtige Entscheidung, denn nur durch dessen Glanzleistung hatte der FCB ein 0:0 mit in die Pause genommen.
Der Arbeitsnachweis: Top-Parade in Minute 7 aus nächster Nähe gegen Vinicius Souza, geschicktes Aufpassen bei einem möglichen Eigentor von Leon Goretzka (28.) und auch bei einem Distanzknaller von Denis Vavro plus Schlenzer von Christian Eriksen (38.) zur Stelle. Einzig in den Schlussminuten vor dem freistehend vor ihm auftauchenden Mattias Svanberg war Urbig geschlagen, hier hatte aber schließlich der Pfosten geholfen (89.). Aufgrund von Urbigs Taten war auch erst das goldene Tor nach toller Aktion von Michael Olise möglich gewesen.
Im Nachgang bekam der junge Schlussmann deswegen direkt Lob von Cheftrainer Vincent Kompany spendiert. Der Belgier sagte zur momentanen Wechselrochade zwischen Manuel Neuer und dem designierten Nachfolger: „Das ist unsere Torwartkonstellation – und das ist top. Beide haben in wichtigen Momenten sehr Gutes für uns geleistet. Die beiden sind auch Freunde im Leben, das ist dementsprechend eine rundum gesunde Konstellation.“
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„Wolfsburg hat ein super Spiel gemacht und alles reingeworfen“, erkannte derweil Urbig selbst erst einmal direkt nach Spielende die Leistung der Hausherren an. Um sich dann darüber zu freuen, dass seine starke Leistung unter anderem auch von TV-Experte Lothar Matthäus gelobt worden war. Doch nicht nur vom früheren Bayern-Spieler. Auch seine Torwartkollegen hatten den 22-Jährigen direkt geherzt. „Ulle (Sven Ulreich; Anm. d. Red.) kam direkt, Manu kam direkt – und beide haben mir gratuliert nach meiner Leistung“, teilte der Vertreter von Neuer mit einem Lächeln mit.
Urbig: „Grundsätzlich gehe ich immer gern ans Telefon“
„Ich freue mich einfach, wenn es positive Meinungen über mich gibt“, ergänzte der frühere Keeper des 1. FC Köln noch – und bog dabei auch auf seine persönliche Einstellung ab. „Ich trainiere von Woche zu Woche sehr, sehr hart, dementsprechend blicke ich auch nur von Tag zu Tag.“ Großes Hadern nach dem bitteren Aus im Halbfinale der Königsklasse sei da unangebracht: „Der Mittwoch hat natürlich sehr wehgetan. Es geht immer weiter. Wir haben heute gesehen, dass es ein sehr schweres Auswärtsspiel ist. Daher blieb nicht viel Zeit, noch über Paris nachzudenken.“
„Ich hoffe, er kriegt einen Anruf.“ (Tom Bischof über eine mögliche DFB-Nominierung von Jonas Urbig)
Gibt es allerdings ein Zeitfenster, um über eine noch mögliche Nominierung für die Weltmeisterschaft im Sommer nachzudenken? Ausschließen wollte das Urbig nicht, das Thema sei allerdings erst etwas für nach dem letzten Spieltag samt Meisterschaftsübergabe gegen den 1. FC Köln (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) und nach dem DFB-Pokal-Finale gegen den VfB Stuttgart am 23. Mai (20 Uhr). In seiner Macht liege das abgesehen von Leistungen wie dieser gegen Wolfsburg ohnehin nicht, Bundestrainer Julian Nagelsmann müsste sich aktiv bei seiner Kadernominierung für den gebürtigen Euskirchener (Rheinland) entscheiden.
Abgeneigt, im Falles eines Nagelsmann-Anrufs als aktiver DFB-Teil bei der WM in Nordamerika (11. Juni bis 19. Juli) zuzusagen, sei Urbig auf jeden Fall nicht: „Ich würde rangehen, klar. Grundsätzlich gehe ich immer gern ans Telefon.“ Ob es am Ende dazu kommt, wird sich spätestens bei der offiziellen Kaderbekanntgabe des Bundestrainers am 27. Mai herausstellen. Teamkollege Tom Bischof drückt auf jeden Fall die Daumen: „Ich hoffe, er kriegt einen Anruf. Weil wie der Manu immer vertritt, wenn er die Chance bekommt, ist brutal.“
Eine konzentrierte zweite Hälfte samt Einzelaktion von Michael Olise machte in Wolfsburg den Unterschied pro Bayern-Sieg. Auf den Weg gebracht hatte das Ganze allerdings eindeutig der glänzend aufgelegte Jonas Urbig.
