Bayer 04 ist weiterhin auf der Trainersuche. Nachdem sich Kandidaten aus dem engsten Kreis anders entschieden, wächst der Druck für die Geschäftsführer Fernando Carro und Simon Rolfes.
Hintergründe zur Hjulmand-Nachfolge
Wer wird neuer Bayer-Trainer? Eine ganz schnelle Lösung zum Wochenstart ist, wie zu vernehmen war, nicht zu erwarten, nachdem am Samstag der Deal mit Wunschlösung Andoni Iraola (noch AFC Bournemouth) in weite Ferne rückte. Durch das konkrete Interesse des FC Liverpool, das am Samstag publik wurde, wird Bayer den Basken, der noch nicht definitiv abgesagt hat, als Nachfolger von Kasper Hjulmand streichen müssen.
Ein harter Schlag für den Bundesligisten statt eines Coups. Doch Bayer war sich des Risikos, auf die Karte Iraola zu setzen, durchaus bewusst. War es doch klar, dass man den Kürzeren ziehen würde, wenn ein Schwergewicht wie der FC Liverpool auf den Plan tritt. Und dass die Zukunft von Arne Slot nicht endgültig geklärt war, der die Reds 2025 zum Meistertitel in der Premier League geführt hatte, aber in dieser Saison, die Liverpool als Fünfter beendet, in die Kritik geriet, war ein offenes Geheimnis.
Bayer war sich des Risikos mit Liverpool bei Iraola bewusst
Künstlerpech für Rolfes und Carro, die einen Kandidaten für Bayer 04 gewinnen wollten, der sich im Regal der Trainer für die europäischen Topklubs befand. Dass der Coup, der kurz vor der Vollendung stand, noch platzte, war ein Szenario, das die Verantwortlichen bereitwillig in Kauf genommen hatten, um eine Top-Lösung präsentieren zu können.
Deshalb führte Rolfes auch in dieser Phase Gespräche mit weiteren Kandidaten, um passende Alternativen ausfindig zu machen, um im Fall, dass der Deal mit Iraola platzt, nicht völlig unvorbereitet zu sein. Dies war nötig geworden, weil mit Filipe Luis eine eingeplante Ersatz-Option bereits zuvor weggefallen war. In der Nacht auf Mittwoch wurde bekannt, dass der Brasilianer, der zuletzt Flamengo trainiert hatte, der AS Monaco zugesagt hat.
Filipe Luis wollte eine Zusage, doch da war Bayer noch bei Iraola auf Kurs
Hatte der 40-Jährige, mit dem der Bundesligist eine Alternative konkret vorbereitet hatte, Bayer 04 also abgesagt? Die Konstellation stellte sich etwas anders dar: So wünschte sich Filipe Luis Klarheit von den Bayer-Verantwortlichen, ob diese ihn verpflichten wollten. Doch diese Zusage konnten Rolfes und Carro dem ehemaligen Profi von Atletico Madrid und des FC Chelsea nicht geben. Schließlich war man ja gerade dabei, den Iraola-Deal voranzutreiben.
Ohne Bayers Commitment wurde Filipe Luis, der auch mit anderen Klubs in konkreten Gesprächen stand, verständlicherweise etwas nervös und gab der AS Monaco sein Ja-Wort, um nicht am Ende eventuell ganz ohne neuen Arbeitgeber dazustehen. Der frühere Top-Verteidiger sagte also nicht Bayer 04 ab, sondern entschied sich für die Monegassen, die ihn anders als Leverkusen zu diesem Zeitpunkt oben auf ihrer Liste hatten.
Glasner wurde als Kandidat abgeklopft – heiß wurde es nie
Womit sich die Frage stellte, warum Bayer dann bei Oliver Glasner, dem dritten der bekannten Kandidaten, nicht Nägel mit Köpfen machte. Den Österreicher, der mit Crystal Palace in zwei Jahren drei Titel (FA-Cup, nationaler Supercup und Europa Conference League) gewonnen hat, hatte Bayer 04 als Option abgeklopft, aber keine Verhandlungen mit dem ehemaligen Wolfsburger und Frankfurter Trainer geführt und mit dem 51-Jährigen auch nie persönlich gesprochen.
Der Grund: Glasner favorisierte immer einen Verbleib in der Premier League oder einer anderen ausländischen Top-Liga. Eine Rückkehr in die Bundesliga spielt für ihn bestenfalls eine untergeordnete Rolle, wenn überhaupt. Vom Status, den Bayer mit Iraola erreichte, war das Thema Glasner also weit entfernt.
Der Neue soll diese Woche fix gemacht werden
Somit ist klar, dass Bayer 04 unter den drei bekannten Kandidaten neben Fabian Hürzeler, der aber bereits Anfang Mai seinen Vertrag bei Brighton & Hove Albion vorzeitig verlängerte, jetzt nicht fündig werden wird. Der neue Trainer soll in dieser Woche fix gemacht werden.
Bayer 04 ist weiterhin auf der Trainersuche. Nachdem sich Kandidaten aus dem engsten Kreis anders entschieden, wächst der Druck für die Geschäftsführer Fernando Carro und Simon Rolfes.
