Spritzigkeit, Zuspiele, Flanken: Wie Gladbach den Kleindienst-Faktor herauskitzeln kann 

Borussias Kapitän Tim Kleindienst geht in Leipzig über die volle Distanz. Es fehlt aber noch etwas, bis der Torjäger sein volles Potenzial abrufen kann.

Der Trainer fordert „Punch“ in der Offensive

Nach dem Schlusspfiff in Leipzig war Tim Kleindienst ganz der Alte. Von „Kindergartenfußball“ sprach Borussias Kapitän nach der 0:3-Niederlage und dachte dabei besonders an das Verhalten bei den „billigen Gegentoren“. Kleindienst, wie man ihn kennt. Als Mann der klaren Worte.

Auf dem Platz dagegen fehlt noch etwas, bis man den „alten“ Kleindienst wiedererkennt. Das liegt auf der Hand nach der fast einjährigen Verletzungspause. Kleindienst braucht auf höchstem Niveau Einsatzminuten, um in den Rhythmus zu finden. Auch noch so viel Intensität im Training kann den echten Wettkampf nicht simulieren.

Der Plan mit Kleindienst war anders

So zählte zu den positiven Erkenntnissen am Samstag, dass Kleindienst schon über 90 Minuten gehen kann, nachdem er das DFB-Pokalspiel bei Schott Mainz (5:0) aufgrund von muskulären Problemen noch verpasst hatte. Zum ersten Mal seit dem 10. Mai 2025 (0:2 beim FC Bayern) stand der Angreifer wieder in einer Pflichtbegegnung über die komplette Spielzeit auf dem Rasen.

„Ich war sehr überrascht, dass ich die 90 Minuten so gut über die Bühne bringe. Das hätte ich nicht gedacht. Aber wie ich vorher schon sagte: Die Fitness stimmt“, freute sich Kleindienst. Ursprünglich war ein derart langer Einsatz auch gar nicht vorgesehen. Als es aber zeitlich Richtung Auswechslung ging, verletzte sich Daiki Hashioka – und Trainer Eugen Polanski musste die letzte Wechseloption für die Auswechslung des Rechtsverteidigers nutzen.

„Ich muss daran arbeiten, damit ich noch besser am Sechzehner positioniert bin und die eine oder andere Flanke noch besser angehen kann.“ (Tim Kleindienst)

Das Fitnesslevel passt, ansonsten jedoch gibt es für Kleindienst noch einiges zu tun. Die Spritzigkeit ist ein Thema. Kleindienst weiß, dass er in diesem Bereich draufpacken muss. „Ich muss daran arbeiten, damit ich in der einen oder anderen Situation vielleicht noch besser am Sechzehner positioniert bin und die eine oder andere Flanke noch besser angehen kann“, sagt er selbstkritisch.

Auch die Mitspieler sind gefragt, den Torjäger am Samstag gegen Aufsteiger Elversberg besser in Szene zu setzen als es in Leipzig der Fall war. Für einen Mittelstürmer verwertbare Zuspiele blieben Mangelware. Auch den Flanken fehlte es an Präzision, um die Kopfballstärke von Kleindienst gewinnbringend zu nutzen. Möglicherweise baut Polanski gegen Elversberg daher seine offensive Dreierreihe um und Franck Honorat auf dem rechten Flügel neu ein. Der in Leipzig blasse Robin Hack könnte für den Franzosen weichen müssen.

Die Angriffe konsequenter auszuspielen, wird Polanski seiner Mannschaft als Vorgabe fürs Wochenende ins Stammbuch schreiben. Es braucht gegen die stark gestarteten Elversberger klare Abschlussaktionen. „Uns hat der Punch gefehlt“, bemängelte Polanski in Leipzig. Der Auftrag an die Offensive um Kleindienst ist damit klar.

 Borussias Kapitän Tim Kleindienst geht in Leipzig über die volle Distanz. Es fehlt aber noch etwas, bis der Torjäger sein volles Potenzial abrufen kann. 

 

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