Der große Hoffnungsträger für das Nord-Derby am Samstag in Bremen stand auch am Donnerstag nicht auf dem Trainingsplatz im Volkspark. Dennoch regiert beim HSV weiterhin Hoffnung auf Luka Vuskovic und eine Punktlandung des Abwehr-Juwels.
Behandlung, Wassertherapie und Krafttraining
Beim 3:2-Triumph im Hinspiel gegen Werder hatte Luka Vuskovic mit einem spektakulären Treffer und einem insgesamt herausragenden Auftritt eindrucksvoll seinen Wert für den Aufsteiger demonstriert. Dieser wurde am vergangenen Sonntag in Stuttgart (0:4) auch deutlich, als er fehlte. Seit eineinhalb Wochen laboriert der 19-Jährige an einer Knieprellung, dieser Tage führt er einen Wettlauf mit der Zeit.
Nichts wird unversucht gelassen
Merlin Polzin hatte bereits am Dienstag zum Start in die Trainingswoche erklärt, „dass es sehr eng wird“. Hamburgs Trainer hat aber auch verdeutlicht, dass die Mediziner nichts unversucht lassen, Vuskovic für das Wochenende fit zu bekommen. Im Athleticum am Volkspark absolviert er Einheiten unter Wasser, im Kraftraum, wird intensiv behandelt. „Luka ist im Reha-Prozess“, sagt Polzin, „aber ich bin weiterhin optimistisch.“
Seinen Optimismus speist der 35-Jährige insbesondere aus der jüngeren Vergangenheit und den Umgang des Kroaten mit Problemen. „Als Luka Anfang April mit Wehwehchen und Jetlag von der USA-Reise der kroatischen Nationalmannschaft zurück nach Hamburg kam, hat ihm auch eine Einheit für ein tolles Spiel gegen Augsburg gereicht.“ Tatsächlich agierte Vuskovic trotz hoher Belastung ohne wenig Schlaf nicht fehlerfrei, leitete beim 1:1 gegen den FCA aber den Hamburger Treffer mit einer entschlossenen Balleroberung ein.
Die Energie des Abwehr-Chefs soll dem HSV auch im Abstiegs-Endspiel beim Nord-Nachbarn helfen. „Sein Fitnesszustand ist unverändert“, sagt Polzin, „es geht jetzt um spezifische Bewegungen. Positiv ist, dass wir die Belastung steigern konnten. Die finale Entscheidung steht noch aus, aber es geht auf jeden Fall Schritte vorwärts.“
„Wir würden bei Luka aufgrund der Bedeutung ein kleines Risiko eingehen“
Der Freitag soll zum Tag der Entscheidung werden. Ziel ist es, dass Vuskovic dann beim Abschlusstraining auf dem Platz steht und anschließend auch die Busfahrt an die Weser mit antritt. Und Polzin ist gewillt, ein zumindest vertretbares Risiko einzugehen. „Wir würden aufgrund der Bedeutung des Spiels und der Bedeutung von Luka für uns ein kleines Risiko eingehen“, sagt der Coach, verdeutlicht aber gleichzeitig: „Wir haben nicht nur eine Verantwortung für unsere sportliche Situation, sondern auch für den Spieler. Und Lukas Saison geht nach der Partie in Bremen noch weiter. Ich kann nicht in Prozentpunkten sagen, wie groß die Chance auf seinen Einsatz ist, ich kann aber sagen, dass wir und er bis zur Abfahrt alles geben werden, damit er dabei ist.“
Bereits einen Schritt weiter als Vuskovic ist Albert Sambi Lokonga. Der belgische Mittelfeldstratege mit Oberschenkelproblemen ist seit Mittwoch wieder auf dem Trainingsplatz, übt allerdings noch individuell. Eine abschließende Entscheidung über sein Mitwirken wird ebenfalls erst Freitag gefällt, auch bei ihm aber ist Polzin hoffnungsfroh: „Sambi hat sein Programm zuletzt gesteigert.“ Und ist zumindest ein aussichtsreicher Kandidat für einen Platz im Kader. In diesem wird auch Bakery Jatta einen Platz haben: Nach Muskelfaserriss ist der zum rechten Schienenspieler umgeschulte frühere Stürmer wieder im Mannschaftstraining.
Der große Hoffnungsträger für das Nord-Derby am Samstag in Bremen stand auch am Donnerstag nicht auf dem Trainingsplatz im Volkspark. Dennoch regiert beim HSV weiterhin Hoffnung auf Luka Vuskovic und eine Punktlandung des Abwehr-Juwels.
