Ismael Saibari hat sich beim FC Bayern als Neuzugang vorgestellt, seine Lieblingsposition erklärt – und aufgezählt, wie viele Sprachen er sprechen kann.
Neuzugang in München vorgestellt
Die schönste Seite seiner neuen Heimat hat Ismael Saibari schon kennenlernen dürfen. Seit rund zwei Wochen trainiert der Marokkaner bei seinem neuen Arbeitgeber FC Bayern, Regentage hatte München seitdem noch gar nicht zu bieten. Die Sonne scheint durchgehend, und wenn es nach Trainer Vincent Kompany geht, darf und soll sich das natürlich auch auf das Spiel seines neuen Offensivkünstlers übertragen.
Für rund 50 Millionen Euro haben die Bayern Saibari von der PSV Eindhoven verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2031 ausgestattet. Der 25-jährige Allrounder schlägt als Spieler der Saison in den Niederlanden beim deutschen Rekordmeister auf, steuerte in der Vorsaison in 39 Pflichtspielen 19 Tore und neun Vorlagen bei, traf zudem in jedem Gruppenspiel Marokkos bei der Weltmeisterschaft.
Dort verletzte sich Saibari im Achtelfinale gegen Co-Gastgeber Kanada am Oberschenkel, zog sich einen Muskelfaserriss zu und wird nach dem Urlaub schrittweise herangeführt. Wie weit er rund eine Woche vor dem Pflichtspielstart schon ist? „Mir geht’s gut, ich habe normal trainiert“, erklärte Saibari selbst am Freitagmittag, als er im Beisein von Sportvorstand Max Eberl offiziell an der Säbener Straße vorgestellt wurde. Ob er deshalb am Samstagnachmittag gegen RB Leipzig mitwirken kann? Das entscheiden Gespräche findet im Laufe des Tages mit der medizinischen Abteilung statt.
„Meine Lieblingsposition ist auf der Zehn, das weiß jeder.“ (Ismael Saibari)
Saibari legt mit Vorschusslorbeeren los, nicht nur aufgrund der herausragenden Saison in den Niederlanden. In der Champions League gelang ihm ausgerechnet gegen seinen jetzigen Klub der sehenswerte Ausgleich zum zwischenzeitlichen Ausgleich, ehe der Joker Harry Kane die Bayern doch noch zum Sieg schoss.
Jener Kane legt nach der WM-Pause in der kommenden Woche übrigens wieder mit dem Training los – und dann stellt sich ziemlich zeitnah doch die Frage, wie die bestmögliche Elf der Bayern eigentlich aussieht. Am Golden-Shoe-Gewinner führt natürlich kein Weg vorbei, links und rechts sind Luis Diaz und Michael Olise ebenso unverzichtbar. Und auf der Zehn treten Jamal Musiala, Lennart Karl, Serge Gnabry und eben Saibari in den Wettkampf.
„Meine Lieblingsposition ist auf der Zehn, das weiß jeder“, sagt der Neuzugang aus Eindhoven. „Auch Vinnie hat mir gesagt, dass ich auf vielen Positionen spielen kann. Wir wechseln so viel durch, da ist auch gar nicht so wichtig.“ Er kann Musiala und Co. verdrängen, er kann aber auch Kane vertreten oder mal auf links für Luis Diaz ausweichen.
Saibari spricht fünf Sprachen – und bald auch Deutsch?
Verhalten präsentierte sich Saibari am Freitag, ohne Kampfansagen und leise, aber mit einem Kopfhörer im Ohr zur Übersetzung. Fünf Sprachen spricht der in Spanien geborene Marokkaner zwar, fürs Erste beließ er es bei knappen Sätzen auf Englisch. Innerhalb der nächsten sechs Monate würde er gerne Deutsch lernen. Neben Spanisch, Arabisch, Englisch und Französisch spricht er auch Niederländisch, weil die Familie vor 19 Jahren aufgrund der Wirtschaftskrise vom katalanischen Terrassa nach Belgien zog.
Dort lernte Saibari bei Anderlecht und Genk das Fußballspielen, setzte sich trotz einer angeborenen Fußschiefstellung durch und landete mit 19 bei der PSV in Eindhoven. Auf dem Schirm hatten die Bayern den flexibel einsetzbaren Offensivallrounder schon länger, den Ausschlag für einen Transfer gab letztlich aber tatsächlich Saibaris Auftritt gegen die Münchner in der Champions League.
„Das ist ein Spieler für Bayern München“, erkannte Sportvorstand Eberl damals im Januar. „Weil er was Besonderes hat. Wir wollen Flexibilität haben. Spieler, die unterschiedliche Positionen spielen können, unterschiedliche Stärken haben.“ Und Spieler, die bald sogar sechs Sprachen sprechen.
Ismael Saibari hat sich beim FC Bayern als Neuzugang vorgestellt, seine Lieblingsposition erklärt – und aufgezählt, wie viele Sprachen er sprechen kann.
