Ismael Saibari war am Samstag der erste Bayern-Spieler, der Jamal Musiala zur Hilfe kam. Der Neuzugang trägt nicht ohne Grund die Rückennummer 34.
Bayern-Neuzugang trägt nicht grundlos die Nummer 34
Auf einmal wurde es ganz leise in der Allianz-Arena, besonders laut war es auch zuvor nicht gewesen. Doch ehe kurz mal Panik ausbrach, machte sich das Entsetzen breit. Jamal Musiala hatte wenige Augenblicke zuvor erst das 3:1 für die Bayern gegen Leipzig erzielt, und plötzlich sackte der Mittelfeldspieler des FC Bayern in der 83. Minute mitten auf dem Platz zusammen.
Ismael Saibari, der Debütant und Vorbereiter von Musialas Treffer, erkannte die vermeintlich schlimme Situation als erster, sprintete zu seinem neuen Teamkollegen und stützte ihn, legte ihn langsam auf den Boden und winkte gemeinsam mit Joshua Kimmich Hilfe herbei.
Und während die Arena innehielt, wurde es zumindest für wenige Augenblicke doch sehr hektisch. Bayern- und Leipzig-Spieler riefen gestikulierend den Notarzt, forderten eine Trage. Und die Fans im Stadion schrien mit: Beeilt euch! Um dann doch schnell wieder durchzuatmen, als der Notarzt den Daumen hob, die Sanitäter mit der Trage wieder umdrehten und die Zuschauer klatschten.
Doch alles nicht ganz so schlimm wie kurz mal befürchtet. Musiala kam auf die Beine und verließ den Platz im Arm von Teamarzt Dr. Jochen Hahne, sichtlich benommen und etwas durch den Wind. Trainer Vincent Kompany tätschelte seinen Spieler kurz noch am Kopf, ehe er Bara Sapoko Ndiaye für Musiala aufs Feld schickte und auch selbst mal Luft geholt haben dürfte.
Saibari hatte seinem Trainer während der zweiminütigen Ungewissheit schon kurz ein Zeichen gegeben, dass alles okay war. Er selbst dürfte dabei ein unschönes Déjà-vu erlebt haben. Im Sommer 2017 war sein Freund Abdelhak Nouri beim Testspiel zwischen Ajax Amsterdam und Werder Bremen im Zillertal auf dem Platz zusammengebrochen, auch damals herrschten in der Nachmittagssonne Temperaturen von über 30 Grad.
Der damals 20-jährige Nouri, den sie nur „Appie“ nannten, hatte weniger Glück, erlitt einen Herzstillstand und musste noch auf dem Platz reanimiert werden. Er überlebte den Zwischenfall, trug jedoch schwere Hirnschäden davon. Nouris Rückennummer 34 wird bei Ajax seitdem nicht mehr vergeben, beim FC Bayern trägt sie nun Saibari zu Ehren seines Freundes, wie es Justin Kluivert einst bei der Roma oder Donny van de Beek bei Manchester United getan hatte.
Musiala erholte sich derweil schon in der Kabine vom Schwindelanfall. „Das Wichtigste ist, es geht ihm gut“, wie Sportvorstand Max Eberl später erklärte.
Der deutsche Nationalspieler war erst am Montag ins Teamtraining eingestiegen, nachdem der Großteil des Kaders von der Asien-Reise zurückgekehrt war. Musiala hatte sich im Anschluss an das deutsche WM-Aus die Platte aus dem Fuß entfernen lassen und während der zwei Trainingslager am Tegernsee sowie in Jeju und Hongkong individuell an der Säbener Straße gearbeitet.
Ismael Saibari war am Samstag der erste Bayern-Spieler, der Jamal Musiala zur Hilfe kam. Der Neuzugang trägt nicht ohne Grund die Rückennummer 34.
