Rot zu hart? Referee Schröder erklärt den Platzverweis für Gladbachs Reitz 

Borussia Mönchengladbach ging am Freitagabend in München deutlich mit 1:4 baden – und verlor auch noch Kapitän Rocco Reitz. Dessen Platzverweis sorgte für Diskussionen.

Regelwerk lässt keine andere Möglichkeit

Alles hätte passen müssen für einen Gladbacher Sieg in München. Die 90 Minuten vom Freitagabend hinterließen jedoch die bittere Erkenntnis, dass wenig bis nichts passte. Schon zur Pause stand es 0:2 aus Gladbacher Sicht, vor allem der zweite Gegentreffer nervte die Beteiligten hinterher, da die Fohlen ausgekontert wurden.

„Das ist total ärgerlich. Wenn es zur Pause 0:1 steht, ist noch alles möglich“, blickte Verteidiger Nico Elvedi bei Sky auf den Treffer von Konrad Laimer, der schon eine Vorentscheidung war. „Das darf dir nicht passieren, den Ballverlust darfst du nicht haben“, pflichtete Eugen Polanski Elvedi bei – Gladbachs Coach hatte bei jenem Ballverlust in Bayerns Hälfte aber ein Foul gesehen. Hugo Bolin spielte erst einen ungenauen Pass, wurde dann von Laimer gestoßen und ging zu Boden. „Für mich ist das schon ein Foul, er trifft nicht den Ball. Das hätte man überprüfen können“, ärgerte sich Polanski.

Eine Überprüfung gab es nicht, das Tor stand ohne Diskussion. Zehn Minuten nach der Pause folgte dann die nächste strittige Szene. Rocco Reitz spitzelte den Ball unglücklich in den Lauf von Nicolas Jackson, den der Gladbacher daraufhin im Strafraum versuchte, am Abschluss zu hindern. Dieser erfolgte zwar, aus Sicht von Referee Robert Schröder lag zuvor aber ein Foul von Reitz vor. Die Folge: Elfmeter und Rote Karte.

„Elfmeter ist klar, leider Gottes ist Rot aber zu hart.“ (Eugen Polanski zum Platzverweis von Rocco Reitz)

„Elfmeter ist klar“, sagte Polanski zu der Szene, „leider Gottes ist Rot aber zu hart.“ Optisch beging Reitz kein hartes Foul, Schiedsrichter Schröder lieferte im Nachgang der Partie aber die Begründung für seine Entscheidung. „Ich hatte eine gute Sicht. Der Bayern-Spieler hatte eine bessere Position zum Ball, Rocco Reitz war hintendran und hat zunächst die Arme um den Gegner gelegt. Im Fallen hat er den Spieler ein zweites Mal geklammert. Dadurch kam der Bayern-Spieler nicht sauber zum Abschluss. Da es ein Haltevergehen ist und damit eine klare Torchance verhindert wurde, war regeltechnisch nichts anderes möglich als eine Rote Karte“, so Schröder.

Es warten „extrem wichtige Wochen“

Der Unparteiische hatte laut Regelwerk somit keine andere Wahl, die Entscheidung konnte auch vom VAR nicht mehr korrigiert werden. „Die Reduzierung von einer Roten zu einer Gelben Karte ist nur dann möglich, wenn es sich um ein ballorientiertes Vergehen handelt. Für Haltevergehen gibt es nur die Möglichkeit, wenn man pfeift, Rot zu geben“, erklärte Schröder weiter. Polanskis Frust könne Schröder dennoch verstehen, da Reitz für Gladbach ein wichtiger Spieler sei. Die beiden unterhielten sich nach Abpfiff kurz auf dem Rasen.

Den Elfmeter verwandelte Jamal Musiala sicher zum 3:0, wodurch sich die Sperre für Reitz aller Voraussicht nach nur auf ein Spiel belaufen wird. Dieses ist jedoch ausgerechnet der Abstiegskracher gegen St. Pauli am kommenden Freitagabend (20.30 Uhr). „Er ist ein extrem wichtiger Spieler, das tut weh“, wusste Elvedi, dass Reitz‘ Fehlen die Fohlen hart trifft. Dennoch sei die Borussia mental darauf vorbereitet, „dass jetzt extrem wichtige Wochen anstehen.“ Nach St. Pauli warten Duelle mit Köln und Heidenheim, jeweils direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt.

 Borussia Mönchengladbach ging am Freitagabend in München deutlich mit 1:4 baden – und verlor auch noch Kapitän Rocco Reitz. Dessen Platzverweis sorgte für Diskussionen. 

 

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