Reyna vor dem Absprung: Darum lässt ihn Gladbach ziehen 

Borussia Mönchengladbach hat das Trainingslager am Tegernsee bezogen. Giovanni Reyna fehlt und ist für Gespräche mit einem anderen Klub freigestellt.

Racing Straßburg als mögliches Ziel

Strahlender Sonnenschein begrüßte die Borussen am Sonntag bei ihrer Ankunft am Tegernsee. Für eine Woche beziehen die Gladbacher ihr Quartier im Seehotel Überfahrt in Rottach-Egern. Und im Gepäck hatten sie eine Überraschung: Giovanni Reyna fehlt in dem Spieleraufgebot. Nach Klubangaben sei der US-Amerikaner „für Gespräche mit einem anderen Verein freigestellt“.

Reynas Ziel lautet höchstwahrscheinlich Racing Straßburg. In den vergangenen Tagen hatte der Ligue-1-Klub die Verhandlungen mit dem Mittelfeldspieler aufgenommen. Reynas Freistellung deutet darauf hin, dass der Transfer offenbar auf die Zielgerade einbiegt. Die Borussia, das ist seit Längerem kein Geheimnis, wäre bereit, Reyna nach nur einem Jahr wieder ziehen zu lassen. Der Vertrag des WM-Fahrers läuft bis 2028.

Genügend Kandidaten fürs offensive Mittelfeld

Reynas Verpflichtung vor einem Jahr galt als Chance-Risiko-Transfer. Der Vorgänger von Sportchef Rouven Schröder, der damalige Sport-Geschäftsführer Roland Virkus, setzte große Hoffnungen darauf, dass sich der hoch veranlagte Kreativspieler im neuen Umfeld stabilisiert und auf Sicht an seine Topleistungen aus der Zeit bei Borussia Dortmund anknüpfen kann.

Stattdessen aber blieb Reyna das Verletzungspech treu. Zu einem wesentlichen Faktor im Gladbacher Spiel wurde der Techniker nicht. Unter den 19 Bundesligaeinsätzen (ein Tor, ein Assist) war kein einziges Spiel über die volle Distanz. So erfüllten sich für beide Seiten die Hoffnungen nicht, die an den Transfer geknüpft waren. Bei einem sofortigen Reyna-Abschied könnte Gladbach nicht nur das Gehalt einsparen, sondern auch eine Ablösesumme einstreichen. Vor einem Jahr hatte man eine Sockelablöse in Höhe von vier Millionen Euro an den BVB überwiesen.

Auf der Position im offensiven Mittelfeld haben sich ohnehin andere Kandidaten in den Vordergrund gespielt. Supertalent Wael Mohya gehört die Zukunft. Auch der junge Schwede Hugo Bolin, der eine starke Vorbereitung spielt, bietet sich an. Eine weitere Alternative – mit mehr Erfahrung – wäre Kevin Stöger. Oder Trainer Eugen Polanski probiert es mal mit einer hängenden Spitze hinter Tim Kleindienst, etwa mit Neuzugang Isac Lidberg oder Shuto Machino. Ersatz für Reyna muss Schröder nicht verpflichten.

Auch Ngoumou fehlt im Trainingslager

Eine zweite, aber etwas kleinere Überraschung ist das Fehlen von Nathan Ngoumou im Trainingslageraufgebot. Dass Tomas Cvancara (Aufbautraining nach Adduktoren-OP) noch nicht mit an den Tegernsee reisen würde, hatte sich abgezeichnet. Der in der vergangenen Saison verletzte Ngoumou (Achillessehnenriss) war immerhin beim 6:0 im Test beim Wuppertaler SV Mitte Juli zum Einsatz gekommen. Für Ngoumou und Cvancara gilt aber das Gleiche wie für Reyna: Sie sind Verkaufskandidaten. Zuletzt wurde Ngoumou unter anderem mit RSC Anderlecht und Klubs aus Frankreich in Verbindung gebracht.

 Borussia Mönchengladbach hat das Trainingslager am Tegernsee bezogen. Giovanni Reyna fehlt und ist für Gespräche mit einem anderen Klub freigestellt. 

 

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