RB Leipzig: Gewinn und höhere Schulden bei Red Bull 

Trostpflaster für RB Leipzig: Die sportlich erfolglose Saison 2024/25 bringt den Sachsen immerhin einen kleinen Gewinn. Allerdings stiegen dafür auch die Verbindlichkeiten beim Gesellschafter in deutlich höherem Maße.

Großes Plus bei den Spielbetriebseinnahmen

Immerhin 1,6 Millionen Euro an Jahresüberschuss bilanziert die Rasenballsport Leipzig GmbH ausweislich ihres Jahresabschlusses für die Spielzeit 2024/25, in der der Emporkömmling als Siebter in der Abschlusstabelle erstmals seit seinem Bundesliga-Aufstieg 2016 das internationale Geschäft verpasst hatte. Jenes Plus sank damit gegenüber der Vorsaison (4,7 Mio. Euro) bei einem leicht zurückgegangenen Umsatzerlös (von 463,4 auf 455,0 Mio. Euro). Der Personalaufwand wuchs dafür leicht von 200,7 auf 207,1 Mio. Euro, dafür sanken die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enorm um 25,6 auf 122,5 Mio. Euro.

Knapp 160 Millionen Euro am Transfermarkt investiert

Aufgrund der Zukäufe von Xavi, Antonio Nusa oder Lutsharel Geertruida wuchs der Buchwert im Spielervermögen auf rund 328 Mio. Euro. Insgesamt investierte RB Leipzig in der Spielzeit 2024/25 knapp 160 Mio. Euro in Spieler. Nach den hohen Verkäufen in der Saison zuvor brachen die Transfereinnahmen allerdings ein – von 193,1 auf 74,1 Mio. Euro. Wirklich relevant waren nur die Einnahmen für Dani Olmo (FC Barcelona) und Mohamed Simakan (Al-Nassr).

Vor allem das Plus bei den Spielbetriebseinnahmen, die von 250 auf 356,6 Mio. Euro schossen und in denen Sponsoring sowie Medienrechtezahlungen inkludiert sind, sorgt dennoch für eine positive Gewinn- und Verlustrechnung. Der Überschuss von 1,6 Mio. Euro wandert allerdings nicht ins nach wie vor dicke Eigenkapitalpolster von 118,5 Mio. Euro, sondern kommt als Vorabdividende dem Red-Bull-Konzern zu.

Konzern stellt rollierendes Darlehen für Spieler bereit

Denn: Nach wie vor finanziert der letztjährige Bundesliga-Dritte seine Transferinvestitionen aus Gesellschafterdarlehen. Konkret heißt es im Abschluss: „Die Investitionen in das Spielervermögen werden mittels Darlehen von der Red Bull GmbH finanziert.“ Ein Debt-to-Equity-Swap in Höhe von 100 Millionen Euro hatte anno 2020 für enorme Kritik am Vorgehen der Leipziger gesorgt. Denn jener Schritt sowie das gewissermaßen immer wieder neu aufzulegende Darlehen für Transfers sorgt dafür, dass RB anders als viele Konkurrenten keine Bank für die Zwischenfinanzierung teurer Einkäufe einschalten muss, damit schneller am Markt agieren kann und mutmaßlich Kosten sparen dürfte.

Spannend: Gegenüber dem Gesellschafter sind die Verbindlichkeiten 2024/25 gewachsen, nämlich von 158,7 auf 164 Mio. Euro, insgesamt aber sind sie zurückgegangen von 375,4 auf 370,6 Mio. Euro. Zur Wahrheit gehört zudem: Ergebnis-Abführungsverträge gibt es auch andernorts, etwa bei Bayer Leverkusen, dem VfL Wolfsburg oder in ähnlicher Form bei der TSG Hoffenheim.

 Trostpflaster für RB Leipzig: Die sportlich erfolglose Saison 2024/25 bringt den Sachsen immerhin einen kleinen Gewinn. Allerdings stiegen dafür auch die Verbindlichkeiten beim Gesellschafter in deutlich höherem Maße. 

 

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