Beim 3:2-Auswärtssieg des Hamburger SV in Hoffenheim hat Yussuf Poulsen sein zweites Saisontor erzielt und damit bereits seine Vorjahres-Quote verdoppelt. Es ist nicht die einzige Zahl, die der Sturm-Routinier gesteigert hat.
HSV-Angreifer hilft nicht mehr nur in der Kabine
Insgesamt fünf verletzungsbedingte Auszeiten musste Yussuf Poulsen in seiner Premieren-Saison in Hamburg hinnehmen, viermal war seine Muskulatur die Ursache. Merlin Polzin hatte schon nach der Verpflichtung des Ex-Leipzigers im Sommer 2025 gesagt, dass der Stürmer kaum 34 Ligaspiele über 90 Minuten bestreiten werde, aber: Mehr als ein Startelfeinsatz während einer gesamten Spielzeit hatten sich alle Beteiligten erhofft. Deshalb wurden im zurückliegenden Sommer Dinge verändert – und entscheidende Weichen gestellt.
Trainerteam, Spieler und Mediziner arbeiteten noch enger und basierend auf den Erfahrungen aus der Vorsaison zusammen. Bis zum Spiel in Hoffenheim hatte Poulsen seit Vorbereitungsbeginn in keiner Partie länger als 45 Minuten auf dem Platz gestanden, am Samstag waren es 60. Die Folge der gezielten Steuerung: Poulsen kann während seiner Einsatzzeit an die 100 Prozent kommen und ist als Teilzeitkraft ein sportlicher Gewinn. Die Ursache dafür ist das Training.
„Ich habe zum jetzigen Zeitpunkt der Saison schon mehr Trainingseinheiten absolviert als in der gesamten vergangenen Saison.“ (Yussuf Poulsen)
In der vergangenen Woche musste er nach einem im Test gegen Kopenhagen (2:0) erlittenen Schlag auf die Wade erstmals zwei Übungseinheiten auslassen, bis dahin hatte der Däne beinahe alles mitgemacht und verrät eine bemerkenswerte Statistik: „Ich habe zum jetzigen Zeitpunkt der Saison schon mehr Trainingseinheiten absolviert als in der gesamten vergangenen Saison.“
Den Effekt bemerkt Poulsen selbst. Er stürzt sich bedingungslos in Zweikämpfe, reibt sich auf, spendet Energie. „Durch meine körperliche Verfassung ist mein Spiel besser. Ich kann jetzt wieder auf einem Niveau Fußball spielen, das in der vergangenen Saison nicht möglich war.“ Damals hatte er die neuerlichen Rückschläge beinahe schon mit einem gewissen Maß Verzweiflung zur Kenntnis genommen: „Mein Körper ist wie er ist.“
In der Vorsaison regierte zum Teil kalkulierte Unvernunft
Mittlerweile räumt Poulsen ein, dass ein Grund für die immer wieder kehrenden Rückschläge auch eine – zum Teil einkalkulierte – Unvernunft war. „Ich bin mitunter zu früh auf den Platz zurückgekommen. Vielleicht war das manchmal eine gute Idee, vielleicht war es manchmal auch eine schlechte Idee. In manchen Spielen hat es uns geholfen, ein paar Punkte zu holen, deshalb haben wir das Risiko in Kauf genommen.“ Ihm persönlich hat es nicht geholfen.
Mit Patson Daka und Terem Moffi hatte der HSV in der zurückliegenden Transferperiode für die Mittelstürmerposition aufgerüstet, im Schatten dieses Duos sollte Poulsen behutsam wieder aufgebaut werden. Die Folge: Er ist nicht nur seit Vorbereitungsbeginn ein fester Bestandteil, sondern liefert auch zu einem Zeitpunkt ab, da Daka mit Muskelfaserriss ausfällt und Moffi wegen Knieproblemen nur als Joker helfen kann.
Monatelang hatte Polzin den Angreifer vor allem wegen seiner Rolle als „Kabinenspieler“ gelobt. Mit einem Jahr Anlauf ist Poulsen aktuell auch auf dem Feld von großem Wert für den HSV.
Beim 3:2-Auswärtssieg des Hamburger SV in Hoffenheim hat Yussuf Poulsen sein zweites Saisontor erzielt und damit bereits seine Vorjahres-Quote verdoppelt. Es ist nicht die einzige Zahl, die der Sturm-Routinier gesteigert hat.
