Der erste Hamburger Sieg der Saison, das 2:1 gegen Köln, war das Ergebnis einer taktischen Anpassung des Trainerteams und einer Energieleistung. Vor allem ein Duo stach dabei heraus: Nicolas Capaldo und Yussuf Poulsen. Der Däne steigt sogar zum Spieler-Trainer auf.
HSV-Routinier trifft, treibt an und gibt Struktur
Yussuf Poulsen hat vieles erlebt in seiner bewegten Karriere. Genau deshalb hatte der HSV den Dänen vor rund einem Jahr verpflichtet. Aufgrund immer wiederkehrender Blessuren aber musste Merlin Polzin vor allem auf den Wert des Angreifers in der Kabine verweisen. Samstag wies Poulsen seinen Wert in einer bedeutsamen Phase auf dem Feld nach. Als Torschütze, vor allem aber auch als Taktgeber und Antreiber.
„Es war offensichtlich, dass Yussi enorme Energie und Präsenz eingebracht hat“, sagt Daniel Heuer Fernandes, „außerdem hat er uns eine Struktur gegeben.“ Der 32-Jährige orchestrierte nach einer kompakten, aber offensiv harmlosen ersten Hälfte ab dem Zeitpunkt seiner Einwechslung das Angriffspressing, lief intensiv an, lenkte und ordnete seine Teamkollegen – und ging anschließend in die Defensive: „Es lag nicht nur an meiner Einwechslung, es geht nie nur um eine Person. Es lag auch daran, was das Trainerteam uns mitgegeben hat.“
„Wir sind vor einem Jahr ruhig geblieben wir bleiben auch jetzt ruhig“
Poulsen lobt ausdrücklich nicht nur Polzins Anpassungen nach der Pause, sondern auch die verhaltene Herangehensweise davor als Reaktion auf den Fehlstart und zwei krachende 0:5-Niederlagen nacheinander. „Nach den letzten Wochen wollten wir uns defensiv stabilisieren und das tun, was in der vergangenen Saison eine unserer größten Stärken war.“
Der von Polzin entworfene Plan ging vor der Pause in erster Linie auf, weil Heuer Fernandes mehrfach rettete und Vize-Kapitän Capaldo einer außerordentliche Energieleistung vollbrachte. „Capi“, lobt der Trainer, „war wieder der, den wir in der vergangenen Saison lieben gelernt haben. Er ist unser Energiegeber.“ Der Argentinier hatte einen schwierigen Saisonstart, war gegen die Kölner vorn (als Torschütze) und hinten (als leidenschaftlicher Zweikämpfer) der dringend benötigte Fixpunkt – und damit genau das, was der neuformierte HSV benötigt.
Als mit Poulsen ein zweiter Ankerspieler für die Offensive kam, hatte die runderneuerte Gruppe ein tragfähiges Gerüst. Beim Blick in die Zukunft, ob dieser erste Erfolg bereits zum Wendemanöver taugt, schaut der Routinier ganz bewusst zurück. „Vor einem Jahr“, sagt er, „hatten wir ebenfalls am 4. Spieltag die gleichen Themen.“ Und ebenfalls einen 2:1-Sieg, seinerzeit gegen Heidenheim, der tatsächlich die Trendwende einleitete. Poulsen: „Ich sage das Gleiche wie damals. Wir haben wieder viele neue Spieler, das braucht Zeit.“
Das Erfolgserlebnis soll zum Prozessbeschleuniger werden. Poulsen erklärt: „Wir sind vor einem Jahr ruhig geblieben, wir sind jetzt ruhig geblieben. Weil wir wissen, je länger wir zusammen sind, desto besser werden wir.“ Besser als zuvor bedeutete gegen Köln noch nicht gut, aber: „Es war ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung. Und das Erlebnis und Gefühl eines Sieges hilft uns.“
Der erste Hamburger Sieg der Saison, das 2:1 gegen Köln, war das Ergebnis einer taktischen Anpassung des Trainerteams und einer Energieleistung. Vor allem ein Duo stach dabei heraus: Nicolas Capaldo und Yussuf Poulsen. Der Däne steigt sogar zum Spieler-Trainer auf.
