Neue Nummer, neue Rolle: Moerstedt will es jetzt wissen 

Die Lehrzeit soll nun ein Ende haben. Nach einer Phase der behutsamen Heranführung plant Hoffenheims Titelsammler Max Moerstedt (20) seinen endgültigen Durchbruch im Profiteam und in der Bundesliga.

Hoffenheims Eigengewächs soll durchstarten

Am Samstag hat er gleich mal ein Zeichen gesetzt. Im ersten ernstzunehmenden Testspiel dieser Vorbereitung gegen den Zweitligisten SpVgg Geuther Fürth, holte Max Moerstedt schon nach wenigen Minuten einen Foulelfmeter heraus, schnappte sich in Abwesenheit von Chefvollstrecker Andrej Kramaric den Ball und drosch die Kugel überlegt und platziert zum 1:0 ins rechte Eck.

„Das hat sich heute so ergeben, weil ich im Training auch oft treffe“, erklärte Moerstedt, der sich natürlich mit Führungskräften abgesprochen hatte: „Wouter Burger hat zu mir gesagt, du schießt, ich hatte den Elfer ja auch rausgeholt.“ Damit setzte der 20-Jährige gleich mal ein Statement in eigener Sache.

„Ich habe sehr viel Hunger und weiß, wo ich hin will.“

Denn nach einer sich steigernden Phase der behutsamen Heranführung und Entwicklung will es das Eigengewächs jetzt wissen. „Ja, ich habe sehr viel Hunger und mir schon sehr viel vorgenommen in dieser Saison, und natürlich versuche ich, das mit Toren zu untermauern“, betont Moerstedt, der den Status des Ergänzungs- und Einwechselspielers nun ablegen möchte. „Es liegt an mir und je nachdem, wie ich performe, spiele ich. Ich weiß, was ich kann, was ich will und wo ich hin will.“

Schließlich hatte Hoffenheims Titelsammler seit frühester Jugend ein irres Karrieretempo vorgelegt. „Ich bin aus der Vergangenheit gewohnt, sehr schnell hochzugehen, deshalb war das in den letzten ein, zwei Jahren nicht so der Fall, wie ich es mir vielleicht früher schon erwünscht hätte“, gesteht Moerstedt, „aber ich weiß, wenn man kontinuierlich arbeitet und jeden Tag sein Bestes gibt, zahlt sich das aus.“

Mit Deutschlands U-17-Nationalelf war er vor drei Jahren Welt- und Europameister geworden, hatte mit der Hoffenheimer U 19 ein Jahr später die Deutsche Meisterschaft gewonnen und war nebenbei Torschützenkönig geworden. Bereits im Mai 2024 hatte der gebürtige Mannheimer sein Bundesliga-Debüt gefeiert und kann bereits 45 Pflichtspiele und fünf Tore selbst im Europapokal vorweisen.

Neue Rolle als „klarer Mittelstürmer“

Schon in der Vorsaison stand Moerstedt in 22 Ligaspielen auf dem Platz, freilich 21-mal als Einwechsler. Das soll sich nun deutlich Richtung Startelf verschieben. Mit der neuen Rückennummer signalisieren auch die Verantwortlichen, dass nun der nächste Schritt kommen soll, statt wie bisher die 33 prangt nun die 9 auf Moerstedts Rücken. Aus gutem Grund. „Ich sehe mich als klarer Mittelstürmer oder vielleicht auch als schwimmender“, erklärt Moerstedt sein neues Rollenverständnis. In der Vergangenheit war er aufgrund seiner Schnelligkeit durchaus auch über den linken Flügel gekommen. „Es ist ja nicht unvorteilhaft, wenn man mehrere Positionen spielen kann, aber ich sehe mich als klarer Stürmer“, so der 20-Jährige.

Neben einiger Erfahrung bring der Hüne (1,94 Meter) mittlerweile auch stattliche Muskelpakete und eine entsprechende Robustheit und Dynamik auf den Platz. „Die Entwicklung geht immer weiter, ich habe noch einmal einen Sprung gemacht, auch von der Explosivität her“, findet Moerstedt, „jetzt geht es darum, das Level zu halten und noch zu steigern.“

„Von den Anlagen her ist alles da. Wir müssen ihn jetzt auch noch so auf die Platte bringen, damit er effektiver wird.“ (Christian Ilzer über Max Moerstedt)

Auch Cheftrainer Christian Ilzer erkennt Moerstedts immensen Ansporn und Drang Richtung Startelf. „Er ist mit großen Vorsätzen in die Vorbereitung gestartet. Das erwarten wir von ihm, das erwartet er von sich“, erklärt der 48-Jährige. „Er zeigt schon Dinge, die wir speziell bei ihm noch verbessert haben wollen, denn von den Anlagen her ist alles da. Wir müssen ihn jetzt auch noch so auf die Platte bringen, damit er noch effektiver wird.“

Da geht es um Zweikampfverhalten und Abschlusstechnik ebenso wie um die wirkungsvollste Positionierung. Auch gegen Fürth hätte Moerstedt noch mehr Tore erzielen können. Aber es ist ja noch früh in der Vorbereitung. „Ich will sehr weit kommen diese Saison“, versichert Moerstedt erneut, „und deshalb gebe ich Vollgas.“ Schließlich gilt es sich neben Größen wie Andrej Kramaric, Adam Hlozek, Tim Lemperle oder Neuzugang Alessandro Vogt zu behaupten. „Konkurrenten würde ich nicht sagen“, sagt der Herausforderer ganz im Sinne des Teamgedankens, „wir sind alle glücklich, wenn ein Stürmer trifft, egal wer spielt. Der Bessere spielt und der, der die Leistung bringt.“ Dazu will er nun häufiger gehören.

 Die Lehrzeit soll nun ein Ende haben. Nach einer Phase der behutsamen Heranführung plant Hoffenheims Titelsammler Max Moerstedt (20) seinen endgültigen Durchbruch im Profiteam und in der Bundesliga. 

 

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