Jamal Musiala hat beim 0:0 der Bayern auf Schalke sein erstes Pflichtspiel der Saison bestritten. Die Statistik erzählt dabei nicht die ganze Geschichte.
Das Comeback von Bayerns Nummer 10
Einwechslungen müssen Spaß machen, wenn man Vincent Kompany heißt. Da reiben sich am Samstag auf Schalke zwei 50-Millionen-Einkäufe auf und bringen recht wenig, also schaut sich der Trainer des FC Bayern kurz um und nimmt sowohl Nathaniel Brown als später auch Ismael Saibari vom Feld. Um Harry Kane, Michael Olise und Jamal Musiala zu bringen.
Mit der Kaderqualität des deutschen Meisters kann in der Bundesliga natürlich niemand mithalten, schon gar nicht Schalke 04, das im Sommer weniger Geld für Neuzugänge ausgab als der FC Bayern für Bara Sapoko Ndiaye.
Das einzige Problem aus Sicht Kompanys: Mit gestiegener Qualität steigen natürlich auch die Ansprüche. Da kommen dem Belgier die jetzt schon wieder begonnenen englischen Wochen nur entgegen. Er kann und muss fleißig rotieren, deshalb hat Saibari gegen Schalke wie zuletzt bei der WM mal die Chance als Neuner bekommen – und sie fürs Erste nicht nutzen können.
Etwas mehr Schwung entstand dann doch, nachdem Kompany seine drei Superstars aufs Feld geworfen hatte. Olise meldete sich mit einem Hackentunnler an, Kane mit einem Ballverlust und Musiala direkt mit robusten Körpereinsätzen. Dem Dribbelkünstler war es offenbar ein Anliegen, gleich präsent zu sein und gar keine Zweifel an seiner Einsatztauglichkeit aufkommen zu lassen.
Musiala gewann keinen von acht Zweikämpfen
Zweieinhalb Wochen sind vergangenen, seit Musiala beim Testspiel in Heidenheim zum zweiten und bisher letzten Mal einen Zusammenbruch infolge der bei ihm diagnostizierten Absencen erlitten hatte. Seitdem durften Kompany und Co. in unschöner Regelmäßigkeit die Fragen zum Gesundheitszustand der Nummer 10 beantworten. Sicherheitshalber war Musiala erstmal aus dem Spielbetrieb gezogen worden und hatte die ersten Pflichtspiele der Saison ausgesetzt, während die veränderte Medikation wieder angepasst wurde.
Ganz offensichtlich ist inzwischen Besserung eingekehrt, wenngleich Musiala bei seinem Comeback und Saisondebüt nicht alles gelang. 24 Ballkontakte standen am Ende für ihn in der Statistik, dazu ein Torschuss, eine Torschussvorlage und acht von acht verlorenen Zweikämpfen. Der entscheidende Zusatz: Zahlen sagen eben nicht immer alles aus. Musisla wirkte gewillt und mutig, probierte viel und dribbelte sich durch den Sechzehner, es standen ihm nur jedes Mal ungefähr zwanzig königsblaue Beine im Weg.
Neuers positive Aussichten: „Davon sind wir alle überzeugt“
„Schon sehr, sehr positiv“ hat Sportvorstand Max Eberl den Auftritt von Musiala gesehen und nannte für sein Fazit exemplarisch einen „genialen Pass“ auf Olise. Auch Kapitän Manuel Neuer fand es „super schön“, den Teamkollegen wieder auf dem Feld zu sehen. „Er wird sofort wieder gebracht, wenn er im Kader ist. Und wir freuen uns wieder auf den Jamal, dass er für uns die Spiele entscheidet.“
Die Ansprüche an Musiala haben sich erstmal verschoben. Weg von dem, der in jeder Partie den Unterschied ausmachen muss. Hin zu dem, der nach unzähligen gesundheitlichen Rückschlägen erstmal wieder ankommen darf und soll. Die Zeit bekommt der 23-Jährige selbstverständlich vom Verein und vom Trainer. „Es wird positiv weitergehen für ihn“, versichert Kapitän Neuer. „Davon sind wir alle überzeugt, er wird seine Leistung wieder zeigen.“ Dann vermutlich auch mit erfreulicheren Zahlen.
Jamal Musiala hat beim 0:0 der Bayern auf Schalke sein erstes Pflichtspiel der Saison bestritten. Die Statistik erzählt dabei nicht die ganze Geschichte.
