Der SV Werder Bremen hätte den Klassenerhalt de facto klarmachen können, erlebt jedoch wieder einen Rücksetzer – wie lässt sich das herleiten?
Werder-Druck? Fritz will sich „auf keinen verlassen“
Wenn es besonders schwerfällt, eine Erklärung für ein unerklärlich schlecht verlaufenes Fußballspiel zu finden, gibt es immer noch den üblichen Ausweg, dass das so unmittelbar nach den 90 Minuten nun mal tatsächlich schwerfällt.
Nach der Bremer 1:3-Niederlage gegen den FC Augsburg bediente sich Werder-Profi Amos Pieper dieses Stilmittels also genauso wie Sportchef Clemens Fritz. Irgendwie ja auch nachvollziehbar. Denn eigentlich hatten sich die Leistungen des Klubs zuletzt ja in eine ganz andere, in eine positive Richtung entwickelt.
Erst das 3:1 im Nordderby, dann das 1:1 in Stuttgart – das hätte doch eine Fortsetzung dieses Mini-Trends gegen den FCA möglich machen können, oder? Zumal mit einem Sieg der zwar noch nicht rechnerisch perfekte Klassenverbleib in Aussicht stand, aber zumindest eine Art Vorentscheidung.
Pieper: „Selbst schuld“
Vom Matchball war daher im Vorfeld die Rede gewesen. Er wurde vergeben. „Heimspiel, es war alles bereit“, konstatierte auch Pieper: „Die Chance haben wir nicht genutzt.“ Nun könnte es wieder „bis zum Ende gehen“, dass die Bremer Gewissheit über ihre Ligazugehörigkeit haben, wie der Verteidiger sagte: „Selber schuld.“
Der Blick geht am Sonntagnachmittag auch nach Hamburg, wo man verfolgen wird, ob der FC St. Pauli den aktuellen Sechs-Punkte-Vorsprung verkürzen wird – und die Lage für Werder wieder bedrohlicher gestaltet.
„Uns muss bewusst sein, dass wir uns auf keinen verlassen dürfen“, sagte Fritz einerseits, betonte zugleich jedoch, dass die Bremer das andererseits weiterhin „auch nicht müssen, weil wir es in der eigenen Hand haben“. Wohlgemerkt in den beiden anspruchsvollen Spielen gegen Hoffenheim und Dortmund…
Thioune: „Die Mannschaft hat geatmet“
Doch während sowohl Fritz als auch Pieper festgestellt hatten, dass es gegen den FCA allen Bremern fehlte an jener „Energie, die du an so einem Tag brauchst“, blieb die Frage nach dem Weshalb weiter ungeklärt. Bis Daniel Thioune durchblicken ließ, dass der monatelange Bundesliga-Existenzkampf naturgemäß auch an die (mentale) Substanz geht.
„Ja, vielleicht ist es menschlich, dass man ein bisschen loslässt, wenn man sich etwas sicherer wähnt. Die Mannschaft hat jetzt ein wenig geatmet“, erläuterte der Coach: „Aber ich glaube auch, die Vergangenheit hat uns gezeigt, dass das nicht sinnvoll ist.“ Immer, wenn Werder einen Schritt nach vorne gemacht zu haben schien, folgte wenig später ein Rücksetzer. Auch jetzt wieder.
Und doch erwähnte der 51-Jährige zugleich den „großartigen Charakter“ der Bremer Mannschaft, die, „wenn sie richtig Druck aushalten musste“, stets funktioniert habe – gegen Heidenheim, in Wolfsburg, im Nordderby. Vielleicht braucht Werder also auch derlei Situationen bis zum 34. Spieltag… „Und am Ende“, so Thioune, „können wir dann vielleicht mal ein bisschen tiefer und länger durchatmen“.
Der SV Werder Bremen hätte den Klassenerhalt de facto klarmachen können, erlebt jedoch wieder einen Rücksetzer – wie lässt sich das herleiten?
