Martel in Mainz: Kleinere Bühne, größerer Reiz – und eine neue Position? 

Der Wechsel von Köln nach Mainz wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Doch obwohl beide Städte vieles verbindet, betritt Eric Martel sportlich und im Umfeld eine andere Welt.

Neuzugang angetan vom Start

Der Dom, der Rhein, der Rosenmontag und so weiter. Köln und Mainz haben zahlreiche Gemeinsamkeiten, trotzdem ist der Wechsel von Eric Martel vom Effzeh zu den 05ern mit einiger Umstellung verbunden. Köln findet in der Fußballszene deutlich mehr Beachtung. Mainz ist sportlich deutlich erfolgreicher und mit 18 Bundesligajahren in Serie so etwas wie der Dino unter den Underdogs.

Dass der ablösefreie Kapitän der deutschen U 21, die 2025 erst im EM-Finale geschlagen wurde, bei den „kleinen Mainzern“ anheuerte, löste im Umfeld des Effzeh so manches Kopfschütteln aus. „Für mich persönlich ist es ein guter Schritt“, betont aber Martel. Die FSV-Verantwortlichen hätten sich sehr um ihn bemüht, „da war relativ schnell klar, dass ich nach Mainz wechseln will“.

Sechs Trainer in vier Jahren beim Effzeh

Beim hektischen Effzeh hatte er in vier Jahren sechs Trainer erlebt. Auch in Mainz ist das Traineramt keine Lebensstellung, aber insgesamt geht es ruhiger zu. Wozu auch das mediale Umfeld beiträgt. „Wenn du keine Leistung bringst, wirst du immer kritisiert“, sagt Martel allerdings und gibt sich keinen Illusionen hin. „Auf eine gewisse Weise härtet so etwas einen auch ab. Ich habe echt einiges mitgemacht, aber es waren immer Erfahrungen, die ich sammeln konnte.“

In Mainz sammelt er in seinen ersten Wochen neue Erfahrungen. Martel zeigt sich sehr angetan von den Trainingsinhalten: „Die Einheiten sind sehr intensiv und die Abläufe werden fast tagtäglich eingeimpft. Für mich als neuen Spieler ist das von Vorteil, weil man so schnell ins Spielsystem hineinkommt, wenn jeder auf dem Feld weiß, was er zu tun hat.“

Fischer testet Martel als Achter

Welche Position Martel einnehmen wird, ist noch offen. In Köln spielte er im defensiven Mittelfeld und sprang gelegentlich als Innenverteidiger ein. In Mainz testete Trainer Urs Fischer ihn schon auf der Achter-Position. Martel würde es gefallen, häufiger als Box-to-Box-Spieler eingesetzt zu werden, doch der Mainzer Kader steht bisher nicht endgültig fest. Vor allem bei den Spielern Kaishu Sano (Sechser) und Nadiem Amiri (Achter), die nach ihren WM-Auftritten Sonderurlaub haben, ist noch mit Abwerbeversuchen anderer Vereine zu rechnen.

An den Neuaufbau der DFB-Elf nach deren desaströsem Ausscheiden in den USA verschwendet Martel noch keinen Gedanken. „Ich möchte erst einmal in Mainz ankommen“, sagt er. Gleichwohl hat er registriert, dass es, wie bei Amiri und Paul Nebel, mit dem er bei der U-21-EM zusammengespielt hat, „auch für Mainzer Spieler die Chance gibt, in die A-Nationalmannschaft eingeladen zu werden“.

 Der Wechsel von Köln nach Mainz wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Doch obwohl beide Städte vieles verbindet, betritt Eric Martel sportlich und im Umfeld eine andere Welt. 

 

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