Samuele Inacio erlebte ein erstes Saisonspiel zum Vergessen. Kurz nach seiner Einwechslung flog der BVB-Youngster vom Platz – und muss nun zweimal zuschauen.
BVB-Youngster ärgert sich selbst am meisten
Der mit Euphorie und reichlich Offensivfußball auf den Weg gebrachte 2:0-Auftaktsieg der Dortmunder gegen den HSV hatte einerseits hinsichtlich des Kreuzbandrisses von Giannis Konstantelias schon einen bitteren Beigeschmack erhalten. Zusätzlich war da ja auch noch der Platzverweis für Samuele Inacio: Drei Minuten nach seiner Einwechslung in der 74. Minute musste der Stürmer den Platz schon wieder verlassen.
Übermotiviert hatte Inacio seinen Gegenspieler Albert Grönbaek umgegrätscht. Schiedsrichter Felix Zwayer (kicker-Note 3) zeigte für das harte Einsteigen im Bereich des Knöchels sofort Rot – wegen des Trefferbildes eine vertretbare Entscheidung. Am Montag folgte dann das Urteil: Inacio wurde vom DFB-Sportgericht für „rohes Spiels“ für zwei Partien gesperrt.
Der 18-Jährige fehlt dem BVB damit für das Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim am kommenden Samstag (15.30 Uhr) sowie für das Heimspiel gegen Paderborn eine Woche später (12. September). Im verlegten DFB-Pokal-Erstrundenspiel bei Oberligist HEBC Hamburg am Dienstagabend im Volksparkstadion (ab 20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) darf der BVB-Youngster indes auflaufen. Auch der Champions-League-Auftakt gegen den FC Villarreal am Dienstag in einer Woche (8. September, 21 Uhr) bleibt von der Sperre unberührt.
Kovac stellt sich vor seinen Schützling
Dass nur drei Tage nach dem Platzverweis das DFB-Pokal-Spiel ansteht, dürfte Inacio entgegenkommen, um seinen Ärger schnell zur Seite zu schieben. Schließlich hatte er beim Abmarsch nach dem Feldverweis im Spielertunnel seinem Frust freien Lauf gelassen: Mehrmals schleuderte er eine Wasserflasche durch die Katakomben und traf dabei auch das Vereinslogo.
Trainer Niko Kovac nahm den einmaligen italienischen Nationalspieler in Schutz. „Man kann sich vorstellen, wie sich der Junge gefühlt hat“, sagte der 54-Jährige bei Sky. Es seien Tränen bei Inacio geflossen, berichtete Kovac außerdem. Für den Offensivspieler war es der erste Platzverweis seiner Karriere – im erst acht Bundesliga-Einsatz. Daraus müsse er lernen, so Kovac: „Letztlich ist es auch das, was wir wollen: Der Junge ist emotional.“
Einer der Jüngsten bei der ersten Roten Karte
Nur fünf Spieler waren in der Bundesliga bei ihrer ersten Roten Karte übrigens jünger als Inacio (18 Jahre, 149 Tage), davon waren drei ebenfalls Dortmunder: Jude Bellingham (17 Jahre, 299 Tage), Almugera Kabar (18 Jahre, 142 Tage), Dan-Axel Zagadou (18 Jahre, 147 Tage) sowie Maurizio Gaudino (SV Waldhof Mannheim, 17 Jahre, 271 Tage) und Samuel Kuffour (Bayern München, 18 Jahre, 77 Tage).
Samuele Inacio erlebte ein erstes Saisonspiel zum Vergessen. Kurz nach seiner Einwechslung flog der BVB-Youngster vom Platz – und muss nun zweimal zuschauen.
