Ilzer vor kniffliger Kramaric-Entscheidung 

Nach der vermeidbaren Auftaktpleite in Köln (2:3) steht die TSG Hoffenheim vor den Heimspielen gegen Dortmund und Stuttgart schon unter Erfolgsdruck. Es droht ein Fehlstart.

Asllani vor der vollen Belastung

Nicht nur das jüngste Spiel gegen Dortmund unterstrich die enorme Bedeutung von Andrej Kramaric für die TSG. Im April besiegte Hoffenheim den BVB zu Hause mit 2:1, aber nicht nur wegen seiner beiden Elfmetertore spielte Kramaric eine entscheidende Rolle. Der technisch versierte Star ist eben auch für jene zügige Ballzirkulation prädestiniert, die es braucht, um Gegner des Kalibers Dortmund in Schwierigkeiten zu bringen. Zudem zählen die Borussen zu den Lieblingsgegnern des Kroaten, in bisher 18 Ligaduellen hat Kramaric stattliche elf Tore gegen den BVB geschossen.

Kein Wunder, dass Hoffenheims Trainer Christian Ilzer diesen Trumpf erneut gerne ausspielen würde. Die Frage ist nur wann? Nach der WM hatte sich der 35-Jährige auch noch einer Leisten-Operation unterziehen müssen und war als Letzter in die Vorbereitung eingestiegen. In Köln hatte ihn Ilzer erst kurz vor Schluss gebracht und steht nun vor einer kniffligen Entscheidung. „Die OP ist komplett ausgeheilt, es fehlt einfach noch die letzte Spitze, ihm fehlen Spiele und Wettkämpfe“, erklärt Ilzer einerseits, weiß aber andererseits: „Er bringt natürlich auch viel Wettkampferfahrung mit aus seiner Historie. Da wird es nun unsere Entscheidung sein aufgrund dessen, was wir Tag für Tag von ihm sehen, wann und wie wir ihn morgen einsetzen.“ Tendenz: Kramaric wird wohl erneut eher von der Bank kommen. Dagegen ist davon auszugehen, dass der in Köln noch gesperrte Tim Lemperle wieder in die Startelf rückt.

Grundsätzlich sei die unnötige Pleite zum Auftakt aufgearbeitet, versichert Ilzer. „Das hat uns alle geärgert, wichtig war, es klar aufzuarbeiten. Ein Fußballspiel kann sehr schnell gnadenlos sein, wenn du Dinge nicht auf dem nötigen Level erledigst“, betont der 48-Jährige, „es sind beide Richtungen wichtig. Mit hoher Qualität anzugreifen, aber auch mit allem was du hast gemeinsam zu verteidigen, da hatten wir eine Schwächephase. Wir haben gute Botschaften bekommen, was wir in den nächsten Spielen verändern müssen.“

Ilzer: „Diese Gegner kommen gerade richtig“

Schließlich kommen nun mit Dortmund und danach Stuttgart Kaliber nach Sinsheim, die die Hoffenheimer Defensive noch ganz anders fordern werden. Droht der TSG da gar ein kompletter Fehlstart? Ilzer antwortet trotzig. „Diese Gegner kommen gerade richtig für uns. Wir wollen diese Brocken und Herausforderungen“, versichert der Österreicher, „den Windkanal nur mit einem lauen Lüftchen laufen zu lassen, wird dir nicht die Erkenntnisse gegeben. Also gleich den Windkanal auf Vollgas, um das Bewusstsein zu entwickeln, was wir noch zu tun haben, um eine Mannschaft zu werden, die konstant gute Ergebnisse erzielt.“

Mal sehen, wie standhaft sich die Kraichgauer im Gegenwind erweisen. „Wir sehen es als große Chance, gegen solche Kaliber zu bestehen so früh in der Meisterschaft. Da geht es nicht nur darum, Dortmund in ihren Qualitäten zu stoppen, da geht es darum, unsere Stärken auf den Platz und Dortmund in Probleme zu bringen“, betont Ilzer, „es geht um Identität. Weiter den Mut, die Intensität und die Aktivität zu zeigen und nicht passiv werden.“ Wie eben phasenweise in Köln.

Noch aktiver wird auch Fisnik Asllani werden. Der nach seinem gescheiterten Wechsel nach Leipzig um sein Comeback ringende Stürmer müht sich, das alte Niveau zu erreichen, um endlich die seitens RB angeführten medizinischen Bedenken auszuräumen und einen Neustart hinzulegen. „Er hat super Fortschritte gemacht in dieser Woche“, versichert Ilzer, „er hatte schon Zweikampfbelastungen im Training, aber es reicht noch nicht für den Kader, weil wir da behutsam sein wollen. Es geht Schritt für Schritt, nächste Woche wird er so weit sein, das komplette Training mitzumachen. Es fehlen noch die Spielbelastungen.“ Dortmund jedenfalls, das zwischenzeitlich auch als Asllanis Zielverein gehandelt worden war, kommt für ihn noch deutlich zu früh.

 Nach der vermeidbaren Auftaktpleite in Köln (2:3) steht die TSG Hoffenheim vor den Heimspielen gegen Dortmund und Stuttgart schon unter Erfolgsdruck. Es droht ein Fehlstart. 

 

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