Der HSV hat binnen einer Woche die zweite krachende Ohrfeige kassiert. Nach dem 0:5 in Leipzig steht der Vorjahres-Aufsteiger im kommenden Heimspiel gegen den 1. FC Köln bereits massiv unter Druck.
Gegen Köln massiv unter Druck
Das Ergebnis war identisch zu dem vom vergangenen Sonntag. Exakt eine Woche nach dem erschreckenden 0:5 gegen Mainz erlebte der HSV das nächste 0:5-Debakel, und die Aussagen der Protagonisten, es hätte sich dennoch um einen anderen Auftritt gehandelt, verblüffen mit Blick auf das Resultat. Richtig ist: Die Hamburger hatten, anders als zuletzt, zu Beginn beider Halbzeiten in Leipzig mutige Phasen. Unstrittig aber ist auch: Mit Defensivleistungen wie diesen kommen sie im Gewand eines Absteigers daher.
Costa und Heuer Fernandes sprechen „mannschaftstaktische“ Probleme an
„Es ist zu einfach, Tore gegen uns zu erzielen“, sagt Claus Costa. Torwart Daniel Heuer Fernandes pflichtet dem Sportdirektor bei: „Wir müssen kompakt bleiben, machen es den Gegnern zu leicht. Da geht es um individuelle Fehler und auch um mannschaftstaktische Dinge.“
Offensichtlich ist: Der HSV hat im Spätsommer 2026 beinahe so viele Probleme wie Gegentore. Er hat mitten im späten Umbruch die Kompaktheit verloren, krankt aber auch daran, dass Säulen der Vergangenheit weit unter der Normalform sind: Nicolas Capaldo war in Leipzig zum dritten Mal in Folge nur ein Schatten seiner selbst, war an drei Gegentreffern entscheidend mitbeteiligt; Jordan Torunarigha, in der vergangenen Rückserie deutlich stabilisiert, erinnert wieder frappierend an die fahrigen Auftritte aus dem vergangenen Sommer und ist weit davon entfernt, ein Stabilitätsfaktor zu sein; Nicolai Remberg hat als Konsequenz aus einer starken Premieren-Saison und einer sehr präsenten Vorbereitung die Kapitänsbinde bekommen, spielt mit dieser aktuell jedoch wie mit einer Last am Arm.
„Wir streuen uns keinen Sand in die Augen.“ (Claus Costa)
„Es gibt nicht das eine Problem“, sagt Costa richtig. Es gibt viele. Zu viele? „Wir streuen uns keinen Sand in die Augen“, sagt jener Mann, der für seine Transfers viel Beachtung bekommen hat, aber nun registrieren muss, dass die Veränderungen aktuell beinahe destabilisierend wirken. „Zweimal ein 0:5“, räumt der Ex-Profi ein, „das ist ein Statement. Es gibt mannschaftstaktische Dinge, die wir schnell besser machen müssen. Denn unabhängig davon, ob wir gefestigt sind oder nicht, darf es uns nicht passieren, dass wir zweimal nacheinander so auseinanderbrechen.“ Weil 0:12 Tore aus drei Partien und die Art und Weise des Zustandekommens jenes Bild konterkarieren, das der HSV über ein Jahr von sich gezeichnet hat.
Wo Kompaktheit Trumpf war, herrscht aktuell ein freier Durchgangsverkehr – und schon gegen Köln eine echte Drucksituation. Nach dem anspruchsvollen Auftaktprogramm ist der kommende Gegner auf dem Papier einer auf Augenhöhe. Doch Merlin Polzin weiß, dass allein die Aussicht darauf nicht ausreichen wird: „Im Moment ist es zu einfach gegen uns. Wir müssen brutal zulegen.“ Und das möglichst im Expresstempo.
Der HSV hat binnen einer Woche die zweite krachende Ohrfeige kassiert. Nach dem 0:5 in Leipzig steht der Vorjahres-Aufsteiger im kommenden Heimspiel gegen den 1. FC Köln bereits massiv unter Druck.
