HSV: Deshalb bleibt Muheims Perspektive schwierig 

In Hoffenheim gehörte Miro Muheim erstmals in dieser Spielzeit zum HSV-Kader und hatte als Joker direkt entscheidenden Anteil am 3:2-Sieg. Die Perspektive des Schweizers verändert sich dadurch jedoch zumindest nicht zwangsläufig.

Ein Tor und eine Vorlage in ungewohnter Rolle

Die Geschichte von Miro Muheims Sommer ist schon vielfach erzählt: Über die WM-Teilnahme, den anschließenden Sonderurlaub und eine Muskelblessur geriet der über Jahre unverzichtbare Schweizer scheinbar auf das Abstellgleis – weil zudem immer wieder ein Wechsel im Raum stand, in seiner Abwesenheit Top-Talent Louis Lemke (17) auf der linken Außenbahn durchstartete und dann auch noch David Möller Wolfe verpflichtet wurde. Am Samstag nun kam Muheim zum Zug – aber in einer neuen Rolle.

Auf der linken Seite sind Möller Wolfe und Lemke vorn

Auf die Ausfälle der rechten Schienenspieler Zakaria El Ouahdi und Bakery Jatta hatte Merlin Polzin mit der Versetzung von Möller Wolfe und der Startelf-Nominierung von Lemke reagiert. Muheim kam erst kurz vor der Pause, als Nicolai Remberg mit Kreuzbandriss raus musste – in einer ungewohnten Position. Der Trainer hatte sein Mittelfeld fortan mit drei Sechsern angeordnet, der 28-Jährige war einer von ihnen auf der linken Seite.

Muheim hatte in dieser Rolle zunächst große Probleme in der Defensive, konnte nicht verhindern, dass die Stabilität im Hamburger Spiel verloren ging. Erst in Überzahl und nach den darauffolgenden Korrekturen durch den Trainer reüssierte er. Nach der Einwechslung von Kofi Amoako und drei Offensivkräften rückte der Linksfuß auf die halblinke Zehnerposition vor. Aus dieser bereitete er zunächst per Maßflanke das 2:2 durch Terem Moffi vor, traf dann in der Nachspielzeit nach einem abgewehrten Eckball aus der zweiten Reihe.

Muheim, seit 2021 in Hamburg und bis zu diesem Sommer eigentlich immer gesetzt, stieg mit zwei Aktionen zum Matchwinner auf und genoss die Ovationen sichtbar: „Das ist natürlich unglaublich emotional. Es war besonders und hat viel Spaß gemacht.“ Auch vom Trainer gibt es ein Lob: „Miro ist sofort eingesprungen, als wir ihn gebraucht haben“, sagt Polzin, „er hatte eine längere Zeit, in der er nicht gespielt hat. Umso schöner ist es, dass er sich wieder beweisen und der Mannschaft helfen konnte. Das freut mich persönlich für ihn sehr.“

Muheim: „Ich bin hier, weil ich hier sein will“

Aber inwieweit verändert sich Muheims Perspektive? Er selbst wiederholt jenen Satz, den er schon vor einigen Wochen gesagt hatte, nachdem das Transfernster geschlossen hatte: „Ich bin hier, weil ich hier sein will und noch einen Vertrag habe.“ Dieser läuft bis zum Sommer, die Zukunft aber plant der HSV mit zwei anderen: Möller Wolfe ist zwar nur von den Wolverhampton Wanderers ausgeliehen, für ihn wurde aber eine Kaufoption ausgehandelt, und hinter dem 24-jährigen Norweger soll das Juwel Lemke aufgebaut werden.

Polzins Startelf trotz der Ausfälle auf der rechten Seite dokumentiert die aktuelle Rangfolge. Und: Gegen Stuttgart wird El Ouahdi nach Erkältung zurückkehren, Möller Wolfe also wieder nach links und Lemke auf die Bank rücken. Und Muheim? Für die Rolle als Remberg-Ersatz empfahl er sich in der ersten Phase nach seiner Einwechslung nicht, und für jene Rolle, in der er zum Matchwinner aufstieg, kommt am Samstag womöglich ein zweiter Profi zurück: Albert Grönbaek soll nach Muskelfaserriss in dieser Woche sein Pensum steigern.

Das könnte bedeuten: Muheim hat in Hoffenheim zwar ein Zeichen ausgesendet, dass er nach wie vor äußerst wertvoll für den HSV sein kann, seine Situation aber könnte dennoch zumindest vorerst unverändert kompliziert bleiben.

 In Hoffenheim gehörte Miro Muheim erstmals in dieser Spielzeit zum HSV-Kader und hatte als Joker direkt entscheidenden Anteil am 3:2-Sieg. Die Perspektive des Schweizers verändert sich dadurch jedoch zumindest nicht zwangsläufig. 

 

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