Schon in der Europa League hatte Hoffenheims Robin Hranac seinen Debüttreffer für die TSG markiert, jetzt legte der Innenverteidiger im 30. Versuch auch in der Bundesliga nach.
Erstes Ligator für Hoffenheim
Robin Hranac ist ein stiller Zeitgenosse und auch ein eher stiller Genießer. Entsprechend überschaubar fiel auch sein Jubel aus nach seinem Tordebüt in der Bundesliga, das am Rande des 2:2 in Augsburg nahezu unterging. Keine auffälligen Feiergesten, kein Jubellauf, kein Trikotstrip – nüchtern registrierte der 26-Jährige sein seltenes Erfolgserlebnis, klatschte auf dem Rückweg einen Kollegen ab, das war’s.
Dabei bedeutete dieses 1:2 am Freitagabend nicht nur den enorm wichtigen Anschlusstreffer beim 2:2 in Augsburg, es war auch für Hoffenheims „Tiefflieger“ ein absoluter Höhepunkt. Gedankenschnell war der Hüne abgetaucht und hatte Vladimir Coufals Eckball mit einem gekonnten Flugkopfball im Netz versenkt. Es war Hranacs erster Ligatreffer auf hohem Niveau überhaupt. Zuletzt war ein Tor des Abwehrspielers vor drei Jahren registriert worden. Damals im April 2023 hatte der von Viktoria Pilsen ausgeliehene Hranac beim 1:3 in Budweis für FK Pardubice am 30. Spieltag getroffen.
Erstes TSG-Tor gegen Anderlecht
Nun markierte er in seinem 30. Bundesligaspiel auch seinen ersten Treffer in der Bundesliga, verspätet, wie so vieles bei Hranac. Schließlich absolviert der Tscheche bereits seine zweite Saison für die Kraichgauer, hatte aber in seinem ersten Jahr einen kompletten Fehlstart zu verkraften.
Über weite Teile der Vorsaison fristete der für acht Millionen Euro aus Pilsen geholte Abwehrmann ein Schattendasein und galt bereits als Fehleinkauf. Immerhin in der Europa League hatte Hranac sich hier und da beweisen dürfen und tatsächlich beim 4:3-Sieg in Anderlecht erstmals für die TSG getroffen. Erst in der laufenden Spielzeit setzte sich Hranac durch und stieg zur Stammkraft auf.
Schon bei der EM 2024 Tschechiens Abwehrchef
Im Zuge dessen schaffte der Landsmann von Vladimir Coufal und Adam Hlozek auch die Rückkehr in die Nationalmannschaft Tschechiens. Auch dort feierte er im vergangenen November sein Tordebüt, als er im WM-Qualifikationsspiel gegen Fußballzwerg Gibraltar zum 6:0 und zum Endstand einköpfte. Bei den beiden jeweils im Elfmeterschießen entschiedenen Play-off-Duellen um die WM-Teilnahme stand Hranac als zentraler Lenker der tschechichen Abwehrreihe über die volle Distanz auf dem Platz.
Hranac schraubt seinen Marktwert nach oben
Nun freut sich der schweigsame und nur in der Öffentlichkeitsarbeit zurückhaltende Zweikämpfer auf die ersten WM-Spiele Tschechiens seit 20 Jahren. Schon bei der EM 2024 hatte Hranac Tschechiens Abwehrkette angeleitet. Das Turnier, bei dem auch Coufal, Hlozek und der Ex-Hoffenheimer David Jurasek am Start waren, verlief freilich relativ unglücklich, auch für Hranac. Dem war gleich zum Auftakt gegen Portugal (1:2) ein Eigentor unterlaufen, nach einem 1:1 gegen Georgien und einem 1:2 weitgehend in Unterzahl gegen die Türkei war das Aus nach der Gruppenphase besiegelt.
Bei der WM treffen die Tschechen in der Gruppe A auf Südkorea, Südafrika und Mexiko. Egal wie das diesmal ausgeht, für Hranac ist das die nächste Gelegenheit, seinen Marktwert weiter nach oben zu schrauben.
Schon in der Europa League hatte Hoffenheims Robin Hranac seinen Debüttreffer für die TSG markiert, jetzt legte der Innenverteidiger im 30. Versuch auch in der Bundesliga nach.
