Das erste Ausrufezeichen der neuen Saison stellt VfB-Trainer Sebastian Hoeneß zufrieden. Ganz im Wissen, dass es noch viel Verbesserungsbedarf gibt. Beim 4:1 gegen den 1. FC Köln wurde das klar.
VfB-Coach lobt El Khannouss
Dass der VfB Stuttgart gerade erst einen 1:5-Waschgang beim FC Bayern erleben musste, ließ sich niemand am Freitagabend anmerken. Unbeeindruckt von der Auftaktklatsche bei den übermächtigen Münchnern starteten die Schwaben gegen Köln richtig in die Saison, dominierten den FC besonders im ersten Durchgang nach Belieben und erarbeiteten sich Chance für Chance. Es lief „fast wie aus einem Guss“, beschrieb Trainer Sebastian Hoeneß am Sky-Mikrofon die Leistung vor der Pause.
Zwei Lattentreffer, dazu die ein oder andere Rettungstat von Marvin Schwäbe: Stuttgart betrieb Chancenwucher, belohnte sich für die engagierte wie bestimmende Vorstellung erst einmal aber nicht. Erst als Bilal El Khannouss kurz vor der Pause einen Gang höher schaltete und via Sololauf das 1:0 besorgte, jubelte die ausverkaufte MHP-Arena und mit ihr Hoeneß, dem sicherlich ein Stein vom Herzen fiel. Dass der VfB nach dem ersten Durchgang nämlich nur mit einem Tor Vorsprung vorn lag, war schmeichelhaft für die Gäste.
Sonderlob für El Khannouss
Sei es drum, dem Dosenöffner-Mann attestierte Hoeneß jedenfalls eine hervorragende Leistung: „Bilal macht ein Topspiel. Er war ganz entscheidend daran beteiligt, dass wir das Spiel auf unsere Seite ziehen. Das Tor ist weltklasse“, lobte der Coach den Tiago-Tomas-Ersatz. „Ich bin mir nicht sicher, ob der Ball reingeht, wenn er nicht abgefälscht ist, aber Schwamm drüber. Das ist schon stark, das machen nicht so viele. Heute war es komplett rund, weil er auch gegen den Ball sehr intensiv gespielt hat.“
Die lobenden Worte, die Hoeneß zu Recht für El Khannouss fand, wählte er auch, wenn es um den Großteil des Spiels ging. Um genau zu sein, wenn es um „74,5 Minuten“ ging. Der Rest? Ärgerte den Schwaben-Trainer ein wenig, das ließ er sich anmerken. „Wir kommen raus (in die zweite Halbzeit, Anm. d. Red.), und es war gefühlt wie abgerissen.“ Plötzlich übernahm Köln die Spielkontrolle, während der VfB Tormöglichkeiten im Minutentakt zuließ und Glück hatte, nicht das 1:1 zu kassieren. Erst das 2:0 von Grischa Prömel beendete die Stuttgarter Wackelphase.
Hoeneß‘ Ärger hat auch etwas Gutes
„Das war schon sehr wichtig, dass wir das 2:0 gemacht haben. Das ist ganz sicher eine Phase, die wir aufarbeiten müssen, weil du kannst hier nicht so überlegen sein, um dann innerhalb von zehn Minuten das Spiel fast aus der Hand zu geben. Das stört mich.“ Hoeneß erklärte sogar noch ein wenig genauer, was ihn störte: „Wir waren immer einen Tick zu weit weg und hatten leichte Ballverluste – völlig ohne Not. Dann sind wir in Konter gelaufen. Köln hat ein bisschen was umgestellt und eine andere Struktur gewählt, aber das kann am Ende nicht der Grund sein. Wir waren nicht mehr so griffig.“
Mit Prömels Treffer zum 2:0 war Kölns beste Phase wieder beendet, spätestens nach Ermedin Demirovics Solo zum 3:0 war alles klar. Dass die VfB-Defensive danach aber noch einmal nachlässig agierte, fand Hoeneß gar nicht gut. „Nach dem 3:0 möchte ich halt kein Gegentor mehr bekommen. Dann musst du das Spiel herunterspielen.“ Das Gute an der Sache: „Wir sind am 2. Spieltag: Genau jetzt geht es darum, diese Dinge anzusprechen und etwas zu entwickeln.“
Den nächsten Schritt kann der VfB am Mittwoch zum Auftakt der Champions League machen. Ab 18.45 Uhr (LIVE! bei kicker) ist Viking Stavanger aus Norwegen zu Gast in der MHP-Arena. Dieses Spiel dürfte auch VfB-Kapitän Deniz Undav nicht verpassen. Der Zehner wurde zwar angeschlagen ausgewechselt, Hoeneß gab sich aber zuversichtlich, dass der 30-Jährige bis Mittwoch wieder hergestellt ist.
Das erste Ausrufezeichen der neuen Saison stellt VfB-Trainer Sebastian Hoeneß zufrieden. Ganz im Wissen, dass es noch viel Verbesserungsbedarf gibt. Beim 4:1 gegen den 1. FC Köln wurde das klar.
