Der langjährige Bundesliga-Torwart Manfred Manglitz ist am 13. Juli gestorben. Sein Name steht aufgrund eines Treffers in den Geschichtsbüchern des deutschen Oberhauses.
Nach kurzer, schwerer Krankheit
Das Duell zwischen Duisburg und Gladbach am letzten Spieltag der Saison 1966/67 im Wedaustadion war schon entschieden, als die Zuschauer noch ein Novum zu sehen bekamen. Unmittelbar nachdem Duisburgs Torwart Manfred Manglitz den Ball nach dem 0:3 von Rudolf Pöggeler aus dem eigenen Netz geholt hatte, schnappte er sich auf der Gegenseite die Kugel und verwandelte einen Elfmeter. Er kürte sich damit zum ersten Torhüter, der in der Bundesliga einen Treffer erzielte.
Rund 59 Jahre nach seinem geschichtsträchtigen Strafstoß verstarb Manglitz im Alter von 86 Jahren, wie sein langjähriger Verein MSV Duisburg verkündete. „Ein ganz Großer der Geschichte des MSV Duisburg ist von uns gegangen“, schrieben die Zebras in der Pressmitteilung. Der Schlussmann sei demnach nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben.
Manglitz hütete zwischen 1963 und 1971 das Gehäuse der Meidericher. In den sechs Jahren absolvierte er 205 Spiele und empfahl sich durch seine Leistungen auch für die DFB-Auswahl. Auf vier Länderspiel-Einsätze kommt der WM-Fahrer von 1970. Nach seiner Zeit an der Wedau wechselte Manglitz zum Liga-Konkurrenten Köln.
Manglitz war in einen Korruptions-Skandal verwickelt
Doch für den Effzeh bestritt der Torwart „nur“ 84 Partien, weil er in einen Korruptions-Skandal verwickelt war: Der gebürtige Leverkusener unterbreitete dem damaligen Offenbacher Präsidenten Horst-Gregorio Canellas im Schlussspurt der Saison 1970/71 ein Bestechungsangebot. So drohte Manglitz Canellas gegen Offenbach Abstiegskonkurrenten Rot-Weiss Essen „einige Dinger durchzulassen“, wenn er nicht 25.000 D-Mark erhalten sollte.
Für seine Verwicklung in den Skandal sperrte der DFB ihn zunächst zweimal lebenslang, ehe der Verband Manglitz zwei Jahre später wieder begnadigte.
Der langjährige Bundesliga-Torwart Manfred Manglitz ist am 13. Juli gestorben. Sein Name steht aufgrund eines Treffers in den Geschichtsbüchern des deutschen Oberhauses.
