Über ein Jahr ist es her, dass der 1. FC Köln auf fremdem Platz gewonnen hat, seither gab es 16 Spiele ohne Sieg. Die jüngste Schlappe setzte es am Freitagabend beim 0:1 in Frankfurt. Die Enttäuschung darüber war nach Abpfiff riesengroß – und das nicht ohne Grund.
Kölns Keeper Schwäbe übt Kritik
„Eine gute Frage“, rätselte etwa Said El Mala bei Sky und betonte: „Wir waren in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft. Wir haben die beste Halbzeit der Saison gespielt, alles wegverteidigt, waren griffiger, waren giftiger, aber wir konnten uns nicht belohnen. Frankfurt war so tot, dass wir schon ein gutes Gefühl hatten.“
Selbst vergab er kurz vor der Pause eine große Chance, der er dann auch nachtrauerte. „Ich hatte eine Chance, wo ich ein bisschen ruhiger sein muss und nicht so hektisch“, sagte er über seinen zu unpräzisen Schlenzer nach 50-Meter-Solo und bat auch ein wenig um Verständnis: „Man muss aber auch verstehen, ich bin aus der eigenen Hälfte losgelaufen, da ist es nicht so leicht.“
Nach dem Seitenwechsel aber kippte das Spiel zugunsten der Adlerträger – und El Mala konnte sich nicht erklären, wie das passieren konnte. „Frankfurt war auf einmal ein Stück griffiger, hatte noch mal mehr die Motivation. Warum? Weiß ich nicht!“ Das Gegentor resultierte dann auch noch aus einer „unglückliche Aktion durch die Beine“, wie El Mala meinte.
„Begleitschutz“: Schwäbe übt Kritik
Torhüter Marvin Schwäbe ging da schon härter ins Gericht mit seinen Vorderleuten. „Das Gegentor war mehr Begleitschutz, als dass wir in den Zweikampf gekommen sind“, stellte er fest und führte aus: „Nach einem Einwurf kriegen wir keinen Druck auf den Ball“, sodass der zuvor eingewechselte Noel Aseko machen konnte, was er wollte. Dann sei auch noch der Abschluss von Younes Ebnoutalib ins kurze Eck „platziert und fest“ gewesen. „Es hat mich an das ein oder andere Gegentor erinnert. Das ist natürlich bitter und darf nicht passieren.“
Warum sich die Kräfteverhältnisse in Durchgang zwei so sehr geändert hatten, konnte Schwäbe auch nicht erklären. „Wir hatten ein gutes Gefühl, wir wussten, dass wir das Spiel weitgehend in der Hand hatten und wir hatten uns für die zweite Hälfte das Gleiche vorgenommen.“ Doch dann kam es anders. „Frankfurt hat zugelegt, wir sind passiver geworden.“ Dennoch meinte der Keeper, dass mehr für den Effzeh drin gewesen wäre. „Über weite Strecken sah es so aus, dass wir ein Unentschieden verdient hätten.“
Fakt war: Ab der 77. Spielminute lag Köln in Rückstand – und erholte sich davon nicht mehr. Es war das 16. Auswärtsspiel in Folge ohne Sieg (6 Remis, 10 Niederlagen). „Das kann extrem gefährlich werden. Wenn wir keine Punkte holen, wird es schwer“, warnte daher auch El Mala und gab sich dennoch zuversichtlich, dass irgendwann der Knoten schon noch platzen werde, es sei nur eine Frage der Zeit. Schwäbe zeigte sich in diesem Punkt gelassener, meinte lediglich, dass es für ihn „auch okay wäre, wenn wir unsere 40 Punkte zu Hause holen“.
El Malas Glaube an die Wende dürfte sich auch aus der Leistung gegen die Eintracht speisen – der Niederlage zum Trotz. „Wir haben ein gutes Spiel hingelegt. Wir haben es Frankfurt extrem schwer gemacht und wurden nicht komplett abgeschossen.“ Etwaige Sorgen über einen verletzungsbedingten Wechsel, El Mala wurde in der 84. Minute für Reigan Heskey ausgewechselt, räumte der 20-Jährige direkt ab. „Ich war nicht verletzt“, sagte der Nationalspieler und sagte, dass „irgendwann auch mal die Power zu Ende sei“, wenn man so viel kämpft, wie er es getan hat. Er habe aber auch „ein paar Blessuren am Fuß abbekommen, aber das geht in den nächsten Tagen weg“.
Über ein Jahr ist es her, dass der 1. FC Köln auf fremdem Platz gewonnen hat, seither gab es 16 Spiele ohne Sieg. Die jüngste Schlappe setzte es am Freitagabend beim 0:1 in Frankfurt. Die Enttäuschung darüber war nach Abpfiff riesengroß – und das nicht ohne Grund.
