Disziplin-Appell von Muslic: „Das haben wir Hee-Chan versucht zu erklären“ 

Kaum Punkte, keine Tore, nun das Aus im DFB-Pokal: Bei Schalke ist die Stimmung nach langer Zeit mal wieder angespannt. Miron Muslic fordert die Rückkehr zu alten Tugenden – und erklärte speziell Hee-Chan Hwang nochmal, wie sie lauten.

Zwei „Performance Player“ vor Startelf-Rückkehr

Es war wohl kein Zufall, dass Schalke 04 quasi mit Beginn der Pressekonferenz eine Meldung in den Orbit schickte, die die Schalker Fans nach den mauen sportlichen Wochen ein wenig versöhnen dürfte. Die Knappen haben ihre Nettofinanzverbindlichkeiten im vergangenen Geschäftsjahr erstmals seit dem Jahr 2017 unter 100 Millionen gesenkt. Ein Lichtblick am Ende des Tunnels für den nach wie vor hoch verschuldeten Klub aus dem Pott.

Umso ärgerlicher dürfte es für Schalke sein, dass aus dem lukrativen Pokal-Business nach dem 0:2 in Dresden keine weiteren Einnahmen mehr in die Vereinskasse fließen werden. „Wir waren alle sehr enttäuscht. Und wir können auch enttäuscht sein mit der Leistung“, wollte Miron Muslic nichts schönreden. „Wir haben auch die Enttäuschung bei den Fans gespürt, die 1.200 Kilometer gefahren sind, damit sie uns unterstützen und wir da nicht geliefert haben.“

Nun kommt auch noch RB Leipzig. Ein Team mit viermal so vielen Treffern wir Schalke auf der Habenseite, gegen das S04 die vergangenen fünf Spiele allesamt verlor. Doch wie kommen die Königsblauen wieder auf einen grünen Zweig? Und wie kam es überhaupt zum Absturz nach dem ordentlichen Saisonstart?

Ein Grund für die Misere ist zweifelsohne das volle Lazarett, das betonte Muslic auch am Freitag mehrmals. Für die Partie gegen die Sachsen wird nun auch Janik Bachmann wegen einer Hüftverletzung ausfallen. Youngster Luca Vozar, in Dresden erstmals bei einem Pflichtspiel in der Startelf, ist wegen einer Erkrankung fraglich.

Startelf mit Karaman und Ljubicic?

Vorangehen müssen aber ohnehin andere, und zwar die „Performance Player“, wie Muslic sie nannte. Etwa die in Dresden eingewechselten Kenan Karaman und Dejan Ljubicic, die gegen Dynamo noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren. Das könnte sich gegen Leipzig ändern: Nach dem Abschlusstraining werde man wissen, „ob es vielleicht eine Möglichkeit gibt, dass beide starten“, so Muslic weiter. Auch der in Dresden angeschlagene Timo Becker wird wohl Mertcan Ayhan aus der Startelf verdrängen.

Mit dabei sein wird auch Hee-Chan Hwang. Der Südkoreaner hatte sich im Dresden-Spiel eine Undiszipliniertheit geleistet und unter anderem den S04-Mannschaftsarzt weggeschubst.

Um ernsthafte Konsequenzen wie etwa eine Suspendierung für das Leipzig-Spiel kam der Angreifer allerdings herum. „Wir haben das gestern intern besprochen – auch vor der gesamten Mannschaft, weil Disziplin etwas ist, was wir sehr, sehr hoch anrechnen und auch verlangen“, sagte Muslic. Schließlich sei das Team seit seiner Amtszeit „nicht ein Mal durch Undiszipliniertheiten“ aufgefallen. „Das haben wir Hee-Chan versucht zu erklären. Er hat das eingesehen und hat sich sehr einsichtig gezeigt.“

Zurück auf den „Schalke-Weg“

Schalke könnte einen motivierten Hwang nur allzu gut gebrauchen, seit drei Spielen steht schließlich bei Schalke die Null dort, wo sie eben nicht stehen soll. Muslic versucht, in Einzel- und Teamgesprächen zu vermitteln, wie es denn wieder aufwärts gehen könnte auf Schalke. Zurück zu den Stärken aus der Aufstiegssaison, das ist das Credo, „dieses Aggressive, dieses Intensive, dieses Mutige. Aufgrund von ständigem Adaptieren war uns das vielleicht ein Stück weit auch nicht möglich. Aber da müssen wir schleunigst wieder zurück. Das ist der einzige Weg, und das ist der Schalke-Weg.“

Muslic ging auch konkret darauf ein, was Schalke wieder besser machen muss. Ballbesitz habe seine Mannschaft auch in der vergangenen Saison nicht ausgezeichnet, „aber wir haben diese Spielphase gegen den Ball als größte Stärke und als größte Waffe bewusst gewählt. Mit diesem Vertikalspiel, schnelles Umschalten. Und da waren wir in den letzten Wochen, was den Zugriff gegen den Ball betrifft, nicht gut genug.“

Ballgewinne und Umschaltaktionen seien dadurch seltener geworden. „Und da müssen wir den Hebel wieder ansetzen“, so Muslic. „Diese Vertikalität nach Ballgewinn, dadurch kommt man automatisch zu mehr Tormöglichkeiten. Und das müssen wir wieder hinbekommen, dass die Jungs auch mal was verballern und danebenschießen können.“

Wahre Worte, blickt man auf die Statistik. 17,5 Torschüsse pro Tor sind Liga-Tiefstwert. Der Bestwert liegt übrigens bei sechs Torschüssen pro Tor – gehalten von RB Leipzig.

 Kaum Punkte, keine Tore, nun das Aus im DFB-Pokal: Bei Schalke ist die Stimmung nach langer Zeit mal wieder angespannt. Miron Muslic fordert die Rückkehr zu alten Tugenden – und erklärte speziell Hee-Chan Hwang nochmal, wie sie lauten. 

 

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