Der DFB hat Yukinari Sugawara die erwartete Zwei-Spiele-Sperre aufgebrummt. Verbüßt er davon nur die Hälfte im Trikot von Werder Bremen?
Japaner schreibt Werder-Geschichte
Trotz der 0:1-Niederlage bei der TSG Hoffenheim durfte Werder Bremen am Wochenende den Klassenerhalt feiern. Am finalen 34. Spieltag geht es im Heimspiel gegen Borussia Dortmund nur noch um den versöhnlichen Abschluss einer holprigen Saison, in der Tabelle ist immerhin der kleine Sprung von Platz 15 auf 14 noch drin.
Dass Yukinari Sugawara fehlt, kann Trainer Daniel Thioune in jedem Fall verkraften. Der japanische Nationalspieler hatte am Samstag bereits in Sinsheim den frühesten Platzverweis der Bremer Bundesliga-Geschichte erhalten. Mit seiner Roten Karte in der zweiten Minute unterbot er Junior Baiano, der 1995/96 beim 1:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern beim Stand von 1:0 in der zehnten Minute wegen Nachtretens Rot gesehen hatte.
Sugawara trat TSG-Angreifer Bazoumana Touré übel in die Wade. Schiedsrichter Sören Storks, der zunächst nicht einmal die Gelbe Karte gezückt hatte, schickte den 25 Jahre alten Verteidiger nach VAR-Eingriff vom Platz. Am Montag erfolgte das erwartete Urteil, das bereits rechtskräftig ist: Das DFB-Sportgericht sperrte Sugawara für zwei Spiele.
Fritz kündigt Gespräch mit Sugawara an
Gegen den BVB fehlt der Rotsünder also – doch gegen wen noch? Sugawara ist noch bis zum 30. Juni vom FC Southampton ausgeliehen, seine Zukunft bislang nicht geklärt. Die Werder-Verantwortlichen könnten zwar eine Kaufoption ziehen, diese dürfte ihnen mit kolportierten sechs Millionen Euro aber zu teuer sein. Ein Verbleib, dann über eine neue Vereinbarung, steht dennoch im Raum. Southampton kämpft in den Play-offs gerade um den Premier-League-Aufstieg.
Klar ist: Sollte Sugawara Bremen verlassen, würde er die zweite Hälfte seiner Sperre mitnehmen – auch in eine andere Liga – und dann bei seinem nächsten Klub zum Auftakt fehlen. Bei einem Verbleib verpasst er den Start der neuen Bundesliga-Saison. Der Spieler selbst hatte sich bei einer Medienrunde im März bedeckt gehalten („Im Sommer kann vieles passieren“), Werder-Geschäftsführer Clemens Fritz erklärte nach der Niederlage gegen Hoffenheim gegenüber Bild, die Rote Karte habe „keinen Einfluss“ auf die Entscheidung über Sugawaras Zukunft: „Wir werden uns in den nächsten Wochen mit ihm und seinem Berater austauschen.“
Werders Nummer 3 bestritt in dieser Saison 31 von möglichen 33 Spielen, stand 29-mal in der Startelf und sammelte sechs Assists. Seinen kicker-Notenschnitt verschlechterte er mit der glatten 6 am Samstag auf 3,77.
Der DFB hat Yukinari Sugawara die erwartete Zwei-Spiele-Sperre aufgebrummt. Verbüßt er davon nur die Hälfte im Trikot von Werder Bremen?
