Der „mehrmonatige“ Schlotterbeck-Ausfall und die Folgen für den BVB 

„Mehrere Monate“ soll Nico Schlotterbeck ausfallen. Das bedeutet nicht nur das WM-Aus, sondern hat auch Auswirkungen auf Borussia Dortmund.

Innenverteidiger fehlt wohl beim Saisonstart

Der Blick von Ole Book, Niko Kovac und Lars Ricken nach Santa Clara und Kansas City wird etwas bang sein, wenn Algerien seine letzten beiden Gruppenspiele bei dieser WM bestreitet. Die Verantwortlichen von Borussia Dortmund werden ganz genau hinsehen, wie sich Ramy Bensebaini in diesen beiden und möglichen weiteren WM-Partien schlägt – und vor allem, ob er sie unbeschadet zu Ende bringt.

Denn nach dem WM-Aus von Nico Schlotterbeck hat sich die Ausgangslage für die kommende Saison beim Vizemeister zumindest kurzfristig geändert. Der deutsche Innenverteidiger fällt wegen der in der Begegnung mit der Elfenbeinküste erlittenen Innenbandverletzung im linken Sprunggelenk „mehrere Monate“ aus, wie es in den Mitteilungen von DFB und BVB einhellig heißt. Und damit ist zumindest die Vorbereitung betroffen, vermutlich auch der Saisonstart am 22. August mit dem Supercup-Spiel gegen den FC Bayern.

Schlotterbecks Fehlen ist erst einmal kompensierbar

Eine direkte Reaktion auf den Ausfall in Form eines weiteren neuen Innenverteidigers ist aktuell aber unwahrscheinlich. Neben Bensebaini stehen Trainer Kovac nach aktuellem Stand noch Waldemar Anton und Zugang Joane Gadou als bereits erfahrenere Spieler zur Verfügung, ergänzt werden die beiden durch die Youngster Filippo Mane und Luca Reggiani. Sollte sich also kein weiterer Abwehrspieler für die Dreierkette verletzen, wäre Schlotterbecks Fehlen vorerst kompensierbar.

Und da im Herbst auch Kapitän Emre Can nach seinem Kreuzbandriss zurückkehren wird, dürfte ein zusätzlicher Innenverteidiger spätestens dann eher zur Belastung werden, wenn es um die Umverteilung der Spielzeit und die gewünschte Weiterentwicklung der Talente Reggiani und Mane geht. Ganz davon abgesehen, dass Dortmunds in diesem Sommer überschaubares Budget für Neue reduziert würde.

Aus erhöht die Chancen auf einen Verbleib deutlich

Die ähnliche Situation zum Start der abgelaufenen Saison ist damit zudem schwer zu vergleichen. Damals war klar, dass Schlotterbeck mit einem Meniskusriss noch deutlich länger fehlen würde, auch Can fehlte auf absehbare Zeit, zudem verletzte sich Niklas Süle bei der Saisoneröffnung schwer. Als Reaktion liehen die Verantwortlichen damals den jungen Aaron Anselmino vom FC Chelsea aus. So brisant ist die Lage derzeit noch nicht.

Tatsächlich erhöht das WM-Aus des Linksfüßers sogar ein Stück weit die Planungssicherheit der Dortmunder. Denn bekanntermaßen hatte sich Schlotterbeck in seinen vor wenigen Monaten verlängerten Vertrag eine Ausstiegsklausel für einige wenige Topteams verankern lassen. Zuletzt ertönten im Rahmen vieler Veränderungen bei Real Madrid immer mal wieder Signale aus Spaniens Hauptstadt. Weitere Chancen, sich bei der Endrunde ins große Schaufenster zu stellen, hat der 26-Jährige nun nicht mehr, das erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Verbleibs in Dortmund deutlich.

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