Ein halbes Jahr lang sammelte Oluwaseun Ogbemudia Spielpraxis in der 3. Liga bei Waldhof Mannheim. Nun will sich der 20-Jährige auch bei den Eisernen beweisen und seine ersten Einsatzminuten in einem Pflichtspiel bekommen.
Weitere Leihe möglich
Aus Union Berlins Trainingslager in Aigen im Ennstal berichtet Jannis Klimburg
Hier eine Grätsche in letzter Sekunde, die ein Gegentor verhindert. Dort ein dynamischer Vorstoß kombiniert mit einem wuchtigen Schuss ins linke obere Eck. Oluwaseun Ogbemudia präsentiert sich im Trainingslager in Aigen im Ennstal von seiner besten Seite, um den neuen Trainer Mauro Lustrinelli von sich zu überzeugen und bei Union Berlin endlich die ersten Spielminuten in einem Pflichtspiel zu ergattern.
Erfolgreiche Leihe bei Waldhof Mannheim
Zwar stand der Innenverteidiger bereits einige Male im Kader, zu einem Einsatz kam er bis dato für die Eisernen aber noch nicht. Auch deswegen wurde der 20-Jährige in der vergangenen Rückserie an Waldhof Mannheim verliehen. Für den Drittligisten absolvierte er 16 Partien (kicker-Notenschnitt 3,41), stand dabei zweimal in der kicker-Elf des Spieltages. „Ich habe auf Anhieb gespielt. Da bin ich dem Verein sehr dankbar, dass sie mir das Vertrauen geschenkt haben. Es war eine gelungene Leihe. Jetzt will ich den nächsten Schritt machen und hier bei Union angreifen“, sagt Ogmebudia im Gespräch mit dem kicker.
„Ich habe jetzt ein halbes Jahr viel gespielt und bin im Flow.“ (Oluwaseun Ogbemudia)
Eine sofortige weitere Ausleihe kam für den Jungspund, der im Sommer 2023 vom FC St. Pauli für die U 19 verpflichtet wurde, nicht in Frage. „Ich habe jetzt ein halbes Jahr viel gespielt und bin im Flow. Daher möchte ich jetzt natürlich weitere Einsätze sammeln“, unterstreicht der gebürtige Bremer. „Ich hatte gesagt, dass ich zurückkommen und mich empfehlen möchte. Horst Heldt hatte auch betont, dass er mich zurückhaben will. Deswegen war direkt eine weitere Leihe kein Thema, sondern ich wollte mit in die Vorbereitung gehen.“
Starke Konkurrenz in der Innenverteidigung
Bis dato wusste Ogbemudia zu überzeugen, kam in den Testspielen regelmäßig zum Einsatz. Weil Stanley Nsoki, den Union fest aus Hoffenheim geholt hat, seit längerem mal wieder verletzungsbedingt ausfällt, steht das Eigengewächs auch in den Trainingsspielen ständig im Fokus. Zumeist bildet er bei den Abschlussspielen mit Leopold Querfeld ein Paar, während die beiden Neuzugänge Zeno van den Bosch und Marvin Friedrich die andere Konstellation im Deckungszentrum bilden. „Ich bin nicht hierhergekommen, ohne zu wissen, dass es schwer werden kann. Ich weiß, was ich kann. Ich weiß aber auch, was die anderen können. Ich versuche einfach, so viel wie möglich zu lernen“, sagt Ogbemudia.
Der Abwehrmann überzeugt im Trainingslager vor allem mit seiner körperlichen Präsenz in den Zweikämpfen und sowieso insgesamt mit seiner Physis. So gehört er im Team mit zu den schnellsten Akteuren, konnte so beispielsweise in den Testspielen den einen oder anderen Stürmer ablaufen. Woran er noch arbeiten muss? „Am Kopfballspiel und an meinen Bewegungen, dass sie noch ein bisschen flüssiger aussehen“, gibt er offen und ehrlich zu.
Weitere Leihe hängt auch mit Nsoki zusammen
Ogbemudia kommt sehr bescheiden und wissbegierig daher, weiß aber auch um seine Fähigkeiten. Das ist eine gute Mischung, um die nächsten Entwicklungsschritte zu gehen. Bei welchem Verein das in der kommenden Saison sein wird, ist noch fraglich. Es hängt wohl auch mit dem Verletzungsstand von Nsoki zusammen, ob der Innenverteidiger noch verliehen wird oder nicht.
Sollte es dazu kommen, würde Ogbemudia die neue Herausforderung aber bestimmt mit genauso viel Tatendrang angehen wie zuletzt die Aufgabe in Mannheim. „Ich habe jetzt schon dritte Liga gespielt und habe gezeigt, dass ich das kann. Am meisten Sinn würde es machen, wenn ich noch einen Schritt höher gehe“, bekräftigt Ogbemudia, der aber nun im weiteren Verlauf der Vorbereitung daran arbeiten wird, sich dem Trainer unter anderem mit weiteren Grätschen und Treffern zu präsentieren.
Ein halbes Jahr lang sammelte Oluwaseun Ogbemudia Spielpraxis in der 3. Liga bei Waldhof Mannheim. Nun will sich der 20-Jährige auch bei den Eisernen beweisen und seine ersten Einsatzminuten in einem Pflichtspiel bekommen.
