Er stand ein ums andere Mal im Fokus des Gipfeltreffens am Samstagabend: Nico Schlotterbeck erklärte nach Abpfiff auch seine beiden Fouls an Josip Stanisic – und gab zu, zumindest bei einem davon Glück gehabt zu haben.
Rot statt Gelb?
Drei Wochen lang hatte Nico Schlotterbeck nicht mehr auf dem Platz gestanden – zunächst wegen einer Gelbsperre, dann wegen einer muskulären Verletzung. Pünktlich zum Gipfeltreffen gegen den FC Bayern meldete sich der Nationalspieler zurück auf dem Platz – und avancierte direkt zum Hauptdarsteller des Topspiels, das der BVB mit 2:3 gegen den FC Bayern verlor.
In der 20. Minute hatte Schlotterbeck auf der linken Abwehrseite der Dortmunder zum Tackling gegen Bayerns Außenverteidiger Josip Stanisic angesetzt und den kroatischen Nationalspieler dabei voll am Schienbein getroffen. „Ich habe das Gefühl, dass ich zuerst am Ball bin und ihn dann schon ordentlich treffe“, beschrieb Schlotterbeck bei Sky die Szene aus seiner Sicht. „Es ist sauunglücklich. Man sieht, dass ich auf dem Ball ausrutsche, sonst treffe ich ihn auch gar nicht am Schienbein.“
Schiedsrichter Sven Jablonski hatte es bei Gelb belassen – ein klassischer Fall der Marke Dunkelgelb. „Die Intensität war nicht so hoch, weil ich nicht mit vollem Dampf hingegangen bin“, argumentierte Schlotterbeck. „Natürlich habe ich gemerkt, dass ich ihn ordentlich getroffen habe. Aber ich habe noch den Ball getroffen, vielleicht hat mich das gerettet.“
„Ich glaube, dass man schon Rot geben kann.“ (Nico Schlotterbeck)
Dennoch gab der 26-Jährige auch unumwunden zu, dass er sich über einen Platzverweis nicht hätte beschweren können. „Ich glaube, dass man schon Rot geben kann, da hatte ich vielleicht ein bisschen Glück.“ So durfte Schlotterbeck, der erst am Mittwoch in Bergamo von der Ersatzbank aus Rot gesehen hatte, weiter auf dem Feld bleiben – und traf nur sechs Minuten nach seinem üblen Foul zum 1:0 für den BVB. „Ich hatte den Ball gut auf dem Kopf und habe ihn gut getroffen, das war ein schönes Tor für mich“, erklärte Schlotterbeck den Treffer, nach dem er mit einem ausgelassenen Jubel erneut einen Platzverweis riskiert hatte.
Bei der Beschreibung seines Tors wirkte Schlotterbeck aber schon bedrückt – denn trotz seines Führungstreffers stand der BVB am Ende mit leeren Händen da. Was auch an der dritten Szene lag, in der Schlotterbeck die Hauptfigur übernahm. Beim Stand von 1:1 hieß sein Gegenspieler im eigenen Strafraum erneut Stanisic, den er diesmal zwar nicht so hart, aber dennoch klar am Bein traf. Der folgende Elfmeter bescherte den Bayern ihre erste Führung des Tages.
„Ich treffe ihn nicht viel, ein bisschen am Schienbein“, beschrieb Schlotterbeck die Szene. „Er steht dann sogar noch mit seinem Bein drauf und fällt erst dann. Es ist nur ein sehr leichter Kontakt. Ob es Elfmeter war, sollen andere entscheiden.“ Für eine Gelb-Rote Karte, um die Schlotterbeck erneut herumkam, sei es in jedem Fall zu wenig. Er sei „ein bisschen auf die Finte reingefallen“, mit der Stanisic an ihm vorbeigezogen war. „Dann war ich einen Tick zu spät und hab das Bein hochgezogen.“
Kovac lobt Jablonski
BVB-Coach Niko Kovac jedenfalls wollte Referee Jablonski überhaupt keinen Vorwurf machen. „Ich finde, er hat ein richtig gutes Spiel gemacht“, sagte der Trainer. „Ich möchte den Schiedsrichter auch mal loben, das war heute großer Sport.“
Damit fügte er sich nahtlos in ein packendes Topspiel auf höchstem Bundesliga-Niveau ein, das die deutsche Meisterschaft wohl endgültig entschieden hat. „Es war ein All-In-Spiel für uns, das hat man gesehen“, fand Schlotterbeck. „Man kann uns nicht vorwerfen, dass wir zu wenig gemacht haben. Wir haben es leider nicht hinbekommen.“
Er stand ein ums andere Mal im Fokus des Gipfeltreffens am Samstagabend: Nico Schlotterbeck erklärte nach Abpfiff auch seine beiden Fouls an Josip Stanisic – und gab zu, zumindest bei einem davon Glück gehabt zu haben.
