Nach dem überzeugenden 4:1-Sieg gegen Leipzig muss Bayer auch in Stuttgart gegen einen direkten Konkurrenten gewinnen, um die guten Chancen auf Platz 4 zu wahren. Doch dafür muss das Team von Kasper Hjulmand etwas zeigen, was ihm besonders schwerfällt: Konstanz. Bedient die Werkself doch aktuell widersprüchliche Extreme.
Leverkusen bedient widersprüchliche Extreme
In den zwei kompletten Spielzeiten unter Xabi Alonso stellte Bayer 04 in der Double-Saison 2023/24 und auch im Vizemeister-Jahr 2024/25 eine gut berechenbare Größe dar. Und so war es für alle Beobachter, egal ob extern oder intern, relativ einfach, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie sich die Werkself in der kommenden Partie präsentieren würde. „In diesen zwei Jahren hatten wir eine sehr hohe Konstanz“, stellt Simon Rolfes mit Blick auf jene Spielzeiten fest, in denen Bayer über ein eingespieltes und hochkarätiges Gerüst verfügte. Spieler wie Jonathan Tah, Granit Xhaka, Piero Hincapie, Florian Wirtz und Jeremie Frimpong standen für Klasse wie Beständigkeit.
Nicht nur dieses Quintett hat Leverkusen im vergangenen Sommer verlassen, was Bayer 04 inklusive des massiven Kaderumbruchs zu einer Wundertüte, einer relativ unberechenbaren Größe, gemacht hat. Seit den vier Siegen vom 5. bis zum 8. Spieltag hat die Mannschaft in der Liga nie mehr als zwei Partien nacheinander gewonnen. Doch zumindest in den drei jüngsten Heimspielen zeichnete das Team von Trainer Kasper Hjulmand mit ihren Auftritten ein deutlich positiveres Bild.
Auf mehr Chancen als in den jüngsten drei Heimspielen kam Bayer in dieser Saison noch nie
In diesen Partien sorgte Bayer 04 für eine wahre Chancenflut: 16:7 beim 6:3 gegen Wolfsburg, 13:5 beim 1:2 gegen Augsburg und 12:5 beim 4:1 gegen Leipzig lautete das Chancenverhältnis. Mehr Tormöglichkeiten hatte Bayer in dieser Saison in keiner einzigen Partie. Im Schnitt kam die Werkself in diesen drei Spielen also auf acht Chancen mehr als der Gegner. Zum Vergleich: in den dreizehn Heimspielen davor lag das durchschnittliche Chancenverhältnis bei 6,92:3,80, also nur bei einem Plus von gut drei Chancen pro Partie. Eine gigantische Steigerung.
Doch wer jetzt glaubt, dass sich Bayer 04 vor dem Spiel in Stuttgart und nach dem Sprung auf Platz 4 sowie drei Heimspielen, die zur Hälfte (gegen Wolfsburg), über weite Strecken (gegen Augsburg) oder sogar komplett (gegen Leipzig) überzeugend gestaltet wurden, auf dem geraden Weg nach oben befindet, dem sei ein Blick auf die jüngsten drei Auswärtsspiele empfohlen: In diesen erlebte die Werkself nämlich die genau gegenläufige Entwicklung.
Kurios: Auswärts wuchs das Chancen-Defizit jüngst von eins auf drei an
So musste Bayer beim 3:3 in Heidenheim (4:5), beim 1:0 in Dortmund (4:4) und dem 2:1 in Köln (5:13) insgesamt bei 13 eigenen Möglichkeiten satte 22 gegnerische Torchancen hinnehmen. Im Schnitt waren das 4,33:7,33 Chancen, also ein Minus von drei pro Partie. In den 13 Auswärtsspielen zuvor lag dieses Defizit bei durchschnittlich 5,54:6,54 Chancen nur bei eins.
Eine stringente positive Entwicklung ist daraus insgesamt also ebenso wenig abzulesen wie die erhoffte Konstanz, die die Werkself besonders seit dem Jahresbeginn vermissen lässt. Weshalb Bayer 04 auch am Samstag in Stuttgart eine Wundertüte bleibt. Für alle Beobachter, für Gegner VfB und auch für die Bayer-Verantwortlichen, Hjulmand und die Spieler selbst.
Nach dem überzeugenden 4:1-Sieg gegen Leipzig muss Bayer auch in Stuttgart gegen einen direkten Konkurrenten gewinnen, um die guten Chancen auf Platz 4 zu wahren. Doch dafür muss das Team von Kasper Hjulmand etwas zeigen, was ihm besonders schwerfällt: Konstanz. Bedient die Werkself doch aktuell widersprüchliche Extreme.
