Ausdruck „Schweine“ nie gefallen: Schäfer und Pfannenstiel widersprechen Funkel 

Mit markigen Worten kritisierte Friedhelm Funkel seine Freistellung bei Fortuna Düsseldorf Anfang 2020. Doch sein Gedächtnis hat dem 72-Jährigen offenbar einen dicken Streich gespielt.

Deftige Kritik nach Fortuna-Entlassung

Was Friedhelm Funkel im Interview bei 11Freunde sagte, schlug ein wie ein Blitz. „Die schlimmste Entlassung, die ich erlebt habe“, nannte der Trainer-Veteran seine Freistellung bei Fortuna Düsseldorf Anfang 2020. Er selbst habe immer an den Klassenerhalt geglaubt und nie eine Trennung in Betracht gezogen. Doch der damalige Sportdirektor Lutz Pfannenstiel teilte ihm nach einem 0:3 gegen Bayer Leverkusen genau diese Entscheidung mit. Und Funkel behauptete: „Robert Schäfer hatte nicht den Mut, mir das zu sagen.“ Daraufhin sei Funkel aufgestanden, habe den Stuhl umgeworfen und gesagt: „Ihr seid feige Schweine.“ Doch so, wie es der Ex-Profi schilderte, kann sich die Geschichte nicht zugetragen haben.

„Ich habe nach dem Podcast von Friedhelm sehr schnell zahlreiche Nachrichten bekommen und mir das Format auch interessiert angesehen. Natürlich war ich sehr überrascht, dass er sagt, ich sei bei seiner Beurlaubung im Raum gewesen, aber zu feige, um sie ihm selbst mitzuteilen“, teilt Schäfer auf kicker-Nachfrage mit und stellt dann die Fakten richtig: „Zu diesem Zeitpunkt war ich gar nicht mehr bei Fortuna Düsseldorf. Friedhelm wurde im Januar 2020 freigestellt, ich bin schon im Mai 2019 gegangen – und hatte vorher sogar noch seinen Vertrag verlängert.“ Tatsächlich war Schäfer zum Zeitpunkt von Funkels Freistellung schon etwa acht Monate nicht mehr im Amt. Die Verantwortung im Vorstand von Fortuna trug zu dem Zeitpunkt längst der Vorsitzende Thomas Röttgermann.

Pfannenstiel zeigt sich verwundert

Auch Pfannenstiel widerspricht Funkel – und zeigt sich verwundert über die Darstellung der Vorgänge. „Ich war natürlich absolut überrascht darüber, dass der Name Robert Schäfer aufgetaucht ist“, sagt der heutige Sportdirektor des schottischen FC Aberdeen. Er hat den besagten Tag der Freistellung anders in Erinnerung: „Ich habe das auch im Nachgang mit Thomas Röttgermann noch mal reflektiert. Natürlich war Friedhelm emotional und enttäuscht, ich kann mich schon erinnern, dass die Tür beim Rausgehen etwas heftiger zugeschlagen wurde als normal. Aber da wurde weder ein Stuhl umgeworfen, noch ist ein Ausdruck wie Schwein und Schweine gefallen.“ Pfannenstiel stellt klar: „Es würde ja auch nicht zu Friedhelm Funkel, der immer ein netter und höflicher Mensch war, passen, sich in einer solchen Sprachweise in einem Meeting zu äußern.“

Beurlaubt wurde Funkel vor mehr als sechs Jahren nach einer Serie von fünf Niederlagen aus sechs Spielen. „Wir haben ihm die Nachricht persönlich, von Angesicht zu Angesicht mitgeteilt, deshalb kann ich auch nicht erkennen, was daran feige gewesen sein soll“, findet Pfannenstiel heute. „Ich kann das komplett nachvollziehen, dass es für Friedhelm eine Enttäuschung war und er es anders gesehen hat. Und für Thomas und mich war es auch keine schöne Situation. Aber es gab durchaus sportliche Gründe für den Schritt, wir waren immerhin Tabellenletzter.“ Die Entscheidung, sich von Funkel zu trennen, habe man schließlich auch in Absprache mit den anderen Gremien getroffen.

Funkel räumt den Irrtum ein

Funkels scharfes Interview hat den Ex-Torhüter deswegen auch überrascht: „Diese Darstellung mit dem Abstand von einigen Jahren überrascht mich umso mehr, weil sich das Verhältnis von Friedhelm und mir schnell normalisiert hat. Wir sind uns seitdem einige Male über den Weg gelaufen und haben uns ganz normal begrüßt. Und zu Anlässen wie Geburtstagen und Weihnachten haben wir uns auch manchmal geschrieben.“

Den Irrtum mit Schäfer räumt Funkel indes ein, darüber gab es persönlichen Kontakt zwischen Coach und Ex-Funktionär. Auch zu Pfannenstiel hat Funkel eigentlich ein gutes Verhältnis. „Von meiner Seite gibt es kein böses Blut, das ist ja alles lange her“, sagt Funkel auf kicker-Nachfrage. Bei der Darstellung seines emotionalen Ausbruchs aber bleibt er: „Das passt tatsächlich eigentlich nicht zu mir, aber in dem Moment war ich einfach enttäuscht.“

 Mit markigen Worten kritisierte Friedhelm Funkel seine Freistellung bei Fortuna Düsseldorf Anfang 2020. Doch sein Gedächtnis hat dem 72-Jährigen offenbar einen dicken Streich gespielt. 

 

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