Nach dem erneuten juristischen Rückschlag für den Ausbau des Geißbockheims schaltete der 1. FC Köln in die Offensive. Jetzt reagiert die Politik und könnte die Lösung für das Trainingsplatz-Problem bringen.
Neue Trainingsplätze in Aussicht
Der große Durchbruch für den Ausbau des Geißbockheims sollte schon in der vergangenen Woche erfolgen. Ein vierseitiges Schreiben einen Abend vor dem Termin am Oberverwaltungsgericht sorgte allerdings für eine Absage und dafür, dass der 1. FC Köln im Hinblick auf die angedachten neuen Trainingsplätze auf der Gleueler Wiese weiterhin in der Luft hängt.
Doch statt sich damit abzufinden, schaltete der FC anschließend in den Angriffsmodus. „Bisher war immer das Narrativ, dass wir erst die Plätze brauchen, um im Anschluss zu bauen. Das drehen wir jetzt um“, betonte Präsident Jörn Stobbe und machte klar: „Wir werden im Frühjahr 2027 mit dem Bau des Leistungszentrums beginnen.“ Auch ohne Plätze an der Gleueler Wiese.
Druck des FC bringt Bewegung
Damit erhöhte er auch den Druck auf die Politik, die nun reagiert. Denn die SPD-Fraktion rund um den regierenden Bürgermeister Torsten Burmester hat den Appell der FC-Verantwortlichen erhört und für die kommende Ratssitzung am 2. Juli einen Vorschlag auf die Tagesordnung setzen lassen, der dem FC weitere Trainingsplätze in Aussicht stellt.
Konkret geht es bei dem „Satellitenplätze“-Konzept um drei Sportplätze in der Nähe des Geißbockheims, die der FC auf eigene Kosten sanieren und im Anschluss nutzen soll. Kapazitäten, die der Klub schon jetzt dringend benötigt und spätestens durch den Baubeginn des Leistungszentrums, bei dem ein weiterer Trainingsplatz wegfällt, zwingend braucht. „Für uns bietet dieses Konzept nach jahrelangen Hängepartien endlich eine Perspektive, um unsere drängende Platznot spürbar zu lindern“, freut sich Geschäftsführer Philipp Türoff über den Vorstoß.
Türoff sieht eine „Win-win-Situtation“
Der FC soll zum einen den Ascheplatz des SC Blau-Weiß 06 Köln an der Eichenkreuzanlage auf eigene Kosten in einen Kunstrasen umbauen dürfen. Zudem soll aus der bereits angemieteten Kampfbahn des SC Blau-Weiß, aktuell ein Naturrasen, eine Anlage mit Hybridrasen und Flutlichtanlage entstehen. Beide Anlagen sollen außerhalb der Kölner Trainingszeiten kostenlos für den Breitensport zugänglich sein. Beide Plätze liegen unmittelbar hinter der Gleueler Wiese, rund 1,5 Kilometer Fußweg vom Geißbockheim entfernt.
„Es ist ein pragmatischer Kompromiss und schafft eine echte Win-win-Situation“, sagt Türoff. „Wir nehmen als 1. FC Köln eigenes Geld in die Hand, um veraltete städtische Sportanlagen zu ertüchtigen. Gleichzeitig würde davon auch der Kölner Breitensport profitieren.“
In zwei Wochen könnte Klarheit herrschen
Als dritte neue Spielfläche soll der Trainingsplatz 2 am Geißbockheim dienen. Der städtebauliche Vertrag soll dort so angepasst werden, dass der Platz ebenfalls auf Kosten des 1. FC Köln instand gesetzt werden kann. Auch hier ist ein Hybridrasen und eine Flutlichtanlage angedacht.
Es ist nicht der Plan A des 1. FC Köln, doch es wäre mit Sicherheit ein großer Erfolg und würde den angedachten Baubeginn des Leistungszentrums sichern. „Wir hoffen sehr, dass sich die anderen Fraktionen im Stadtrat diesem Weg anschließen und wir dann endlich in die Umsetzung gehen können“, blickte Türoff auf die Ratssitzung am 2. Juli voraus.
Nach dem erneuten juristischen Rückschlag für den Ausbau des Geißbockheims schaltete der 1. FC Köln in die Offensive. Jetzt reagiert die Politik und könnte die Lösung für das Trainingsplatz-Problem bringen.
