Statt das Meisterrennen in München neu zu entfachen, unterlag die TSG Hoffenheim dem FC Bayern deutlich. Wesentlichen Anteil an der Niederlage beim Rekordmeister hatte Kevin Akpogumas geahndeter Zweikampf mit Luis Diaz in der Anfangsphase, der einen Elfmeter, eine Rote Karte und die Bayern-Führung nach sich zog.
Früher Platzverweis entscheidet Topspiel
Mit einem 5:1 gegen die TSG Hoffenheim hat der FC Bayern München am Sonntagabend seine Tabellenführung in der Bundesliga untermauert, wobei das Ergebnis im Duell des Titelverteidigers mit dem Tabellen-Dritten auch deshalb so deutlich ausfiel, weil die Kraichgauer nach einem Platzverweis gegen Kevin Akpoguma über 70 Minuten in Unterzahl agieren mussten.
Der Hoffenheimer Verteidiger konnte seinen Gegenspieler Luis Diaz in der 17. Minute nach Eintritt in den Strafraum im Laufduell nur per Trikotzupfer stoppen, auch wenn der Kolumbianer in der Szene ebenfalls klammerte. Schiedsrichter Tobias Stieler entschied sofort auf Elfmeter, den Harry Kane anschließend zur Führung für den Rekordmeister verwandelte, und zeigte Akpoguma darüber hinaus die Rote Karte. Die Doppelbestrafung war eine harte Entscheidung. Zwar steckte die TSG anschließend auch in Unterzahl nicht auf und glich nach 35 Minuten zwischenzeitlich zum 1:1 aus, doch auf lange Strecke hatte der FCB in Überzahl augenscheinlich mehr Energie im Tank.
„Es war überhaupt kein Foul“: Ilzer bedauert „Unterzahlspiel“
„75.000 Menschen haben sich auf ein Topspiel hier gefreut, für die tut es mir ein bisschen leid, dass es hier dieses Unterzahlspiel geworden ist“, bedauerte TSG-Trainer Christian Ilzer bei DAZN den frühen Platzverweis. Auf der Pressekonferenz sprach er im Anschluss von einer „klaren Fehlentscheidung“ und urteilte: „Es war überhaupt kein Foulspiel.“
Im Anschluss an das Spiel erklärte auch Stieler bei DAZN seine spielentscheidende Entscheidung. „Zunächst einmal findet zu Beginn des Zweikampfs ein ganz normales Positions-Gerangel statt, nichts Strafwürdiges“, so der Schiedsrichter. „Dann ist Luis Diaz schneller, in einer besseren Position, kann auf das Tor schießen, kann quer spielen und kommt eben durch ein Haltevergehen des Hoffenheimers zu Fall. Demzufolge Strafstoß.“
„Er schießt doch nicht mal Elfmeter, er will Tore schießen.“ (Tobias Stieler über Luis Diaz)
„Warum sollte sich Luis Diaz mit Ball am Fuß frei vor dem Hoffenheimer Tor einfach fallen lassen?“, führte Stieler weiter aus. „Er schießt doch nicht mal Elfmeter, er will Tore schießen. Er kann aufs Tor schießen, er kann den Ball quer spielen auf Kane, der frei ist. Warum soll er das machen?“
Akpogumas Foul war keine „Fußball-typische Aktion“
Bestätigt fühlte sich Stieler durch die Reaktion Akpogumas, der im Gespräch mit Stieler „die Foulqualität als solche gar nicht angezweifelt“ habe: „Er wusste genau, dass es ein Foul war.“ Dass Akpoguma zudem die Rote Karte sah, war laut Stieler „alternativlos, weil es eben ein Haltervergehen war und keine Fußball-typische Aktion. Wenn er mit dem Fuß versucht, den Ball zu spielen, und ihn dann trifft, dann wird reduziert, aber das ist in dem Fall nicht möglich.“
Zu den Kollegen im Kölner Keller habe es zwar Kontakt gegeben, die Entscheidung sei aber „auf gar keinen Fall eine Szene für den Videoassistenten“ gewesen. „Das wird auf dem Platz entschieden. Die Entscheidung habe ich so getroffen und – ich denke – auch irgendwie nachvollziehbar.“
Statt das Meisterrennen in München neu zu entfachen, unterlag die TSG Hoffenheim dem FC Bayern deutlich. Wesentlichen Anteil an der Niederlage beim Rekordmeister hatte Kevin Akpogumas geahndeter Zweikampf mit Luis Diaz in der Anfangsphase, der einen Elfmeter, eine Rote Karte und die Bayern-Führung nach sich zog.
