Martin Adeline soll beim HSV nicht Fabio Vieira ersetzen, sondern dem Spiel der Hanseaten eine bislang fehlende Komponente verleihen. Trainer Merlin Polzin schwärmt von der Intensität und dem Tiefgang des Neuzugangs.
HSV-Neuling seit Dienstag im Training
Den Zeitplan hat Martin Adeline exakt eingehalten. Der Ankunft in Hamburg am Sonntag folgte der Medizincheck am Montag samt Unterschrift. Dienstagvormittag stand der 22-jährige Mittelfeldspieler aus Troyes erstmals mit seinen neuen HSV-Kollegen auf dem Trainingsplatz.
Mit Adeline, das ist Merlin Polzin ganz wichtig, haben die Hanseaten noch nicht den Nachfolger für Fabio Vieira verpflichtet. Der Traum von einem fixen Kauf des Portugiesen lebt weiter, im Mittelfeldzentrum aber herrscht vorerst nicht nur kein Handlungsdruck mehr, sondern eine vielfältige Auswahl. Denn: Zuvor wurden für diesen Mannschaftsteil schon Kofi Amoako und Albert Grönbaek verpflichtet.
An Adeline fasziniert den Coach, dass er eine Facette mitbringt, die er herbeigesehnt hat. „Martin“, erklärt Polzin, „verfügt über Intensität und Tiefgang. Mit seiner Intensität und seiner Lust auf Zweikämpfe und auf das Laufen bringt er etwas mit, das wir in der Form in dieser Position noch nicht haben.“ Er agiert wie Vieira zwar bevorzugt hinter den Spitzen, aber: „Er definiert sich nicht nur über Fußball.“
„Er verfügt über ein gutes Gespür für Räume im letzten Drittel.“ (Sportdirektor Claus Costa)
Claus Costa charakterisiert den Neuling ganz ähnlich: „Martins Spiel zeichnet sich durch hohe Aktivität, Intensität und Tiefgang aus.“ Dazu sagt der Sportdirektor: „Er verfügt über ein gutes Gespür für Räume im letzten Drittel und hat die Fähigkeit, immer wieder in den torgefährlichen Bereich vorzustoßen.“
Die Zahlen belegen Costas Einschätzung. Zehn Tore und elf Vorlagen hat Adeline in der Aufstiegssaison von Troyes zum Erfolg beigesteuert. Eine Quote in der zweiten französischen Liga, die auch andere Interessenten auf den Plan gerufen hat. „Wir haben uns wirklich sehr gefreut, dass sich Martin für uns entschieden hat, denn nach seiner herausragenden Saison waren da auch ein paar andere Vereine dran.“ Polzin findet: „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich so ein Spieler nach so einer Saison für den HSV entscheidet.“
Persönliche Gespräche ausschlaggebend
Gepunktet hatten Trainer und Sportchef beim umworbenen Mittelfeldtalent in den persönlichen Gesprächen. Der Coach verrät: „Wir haben viel über Fußball gesprochen, darüber, wie wir ihn sehen.“ Und damit wohl den entscheidenden Impuls gegeben. Costa sagt: „Es war bemerkenswert, mit welcher Klarheit sich Martin bereits nach den ersten Gesprächen zum HSV bekannt hat.“
Adelines Klarheit wurde zum Faustpfand im Hamburger Poker mit den Franzosen, die angesichts verschiedener Offerten auf eine höhere Ablösesumme gehofft hatten, am Ende aber einem Verkauf für vier Millionen Euro zustimmten. Die Summe kann durch Bonuszahlungen noch ansteigen, dass sie angesichts eines Marktwertes von zehn Millionen Euro jedoch moderat ist, liegt auch darin begründet, dass der Profi sich auf Hamburg festgelegt hatte.
Martin Adeline soll beim HSV nicht Fabio Vieira ersetzen, sondern dem Spiel der Hanseaten eine bislang fehlende Komponente verleihen. Trainer Merlin Polzin schwärmt von der Intensität und dem Tiefgang des Neuzugangs.
