Der neue Eintracht-Trainer Adi Hütter steht für Tempo-Fußball. Das hat auch Auswirkungen auf die Abwehr, wo Kapitän Robin Koch die einzige Konstante bleiben könnte.
Neuaufstellung der Abwehr
Über der verkorksten Frankfurter Rückrunde liegen viele dunkle Schatten. Zu den wenigen Lichtblicken zählt die Entwicklung von Aurele Amenda. Der Schweizer WM-Fahrer mauserte sich unter Trainer Albert Riera zum Stammspieler, nachdem er unter Dino Toppmöller kaum gefragt war. Seit dem 22. Spieltag stand der 22-Jährige immer in der Startelf.
Amenda misst 1,94 Meter, ist kopfball- und zweikampfstark. In der Bundesliga gewann er in der vergangenen Spielzeit 63 Prozent seiner Duelle. Trotz seiner Größe verfügt er über ein bemerkenswertes Ballgefühl, von allen Frankfurter Innenverteidigern ist er der potenziell stärkste Aufbauspieler. Erst gegen Saisonende, als er von Riera meist als Rechtsverteidiger aufgeboten wurde, ließen die Leistungen nach. Amenda fiel der Sturheit seines Trainers zum Opfer: Selbst nach den Verletzungen von Rasmus Kristensen und Nnamdi Collins hielt dieser am untauglichen 4-1-4-1 fest.
Auch Theate muss sich umorientieren
Es erscheint paradox: Trotz Amendas erfreulicher Entwicklung könnte es nun zur Trennung kommen. Denn es ist keineswegs sicher, dass der Innenverteidiger auch unter dem neuen Trainer Adi Hütter gesetzt wäre. Der Österreicher steht für Tempo-Fußball und braucht dafür auch in der Defensive schnelle Leute. In seiner ersten Amtszeit (2018-21) konnte Hütter unter anderem auf David Abraham und Evan Ndicka setzen, beide verfügten über einen guten Antritt und waren in der Spitze über 34 km/h schnell. Zudem war Martin Hinteregger eine Bank.
Da die Eintracht an Koch trotz dessen 2025/26 oft enttäuschender Leistungen festhalten will, ist klar: Amenda, aber auch Arthur Theate müssen sich umorientieren. Das Trio ist mit 33 bis 33,5 km/h zu langsam, um eine gemeinsame Zukunft haben zu können. In Laufduellen mit schnellen Stürmern ziehen sie regelmäßig den Kürzeren, auch das ist ein Grund für wettbewerbsübergreifend 87 Gegentore. Koch ist auf flinke Mitspieler an seiner Seite angewiesen. Die stabilsten Leistungen zeigte der 29-Jährige, wenn er im Zentrum einer Dreierkette agierte. In einer Viererkette hat er Probleme.
Theate eckt mit seiner exzentrischen Art und mangelnden taktischen Disziplin an. Viel spricht für eine Trennung. Der Belgier kann sich bei der WM ins Schaufenster stellen. Amenda wiederum wird das Risiko scheuen, erneut auf der Bank zu landen. Sein Berater sondiert längst den Markt. Und Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche? Der hat für die Abwehr unter anderem Real Madrids Youngster Victor Valdepenas (19) ins Auge gefasst – ein schneller Innenverteidiger. Offen ist, wie es bei Nnamdi Collins weitergeht. Der 22-Jährige bringt das nötige Tempo mit, liebäugelt aber mit einem Wechsel in die Premier League.
Der neue Eintracht-Trainer Adi Hütter steht für Tempo-Fußball. Das hat auch Auswirkungen auf die Abwehr, wo Kapitän Robin Koch die einzige Konstante bleiben könnte.
