Behrens startet durch – und bald zu Klopp? 

3,5 Millionen Euro investierte der FC Augsburg vor der Saison in Linksverteidiger Hennes Behrens. Gut angelegtes Geld, wie die ersten Saisonwochen zeigen. Der 21-Jährige überzeugt auf der linken Schiene.

FCA-Neuzugang überzeugt

Manuel Baum wählt seine Worte gewöhnlich mit Bedacht, in Superlativen schwelgt der FCA-Trainer selten. Umso bemerkenswerter, was er nach dem 2:2 gegen Bayer Leverkusen über den 21-Jährigen sagte: „Was Hennes Behrens runterreißt. Ich bin gespannt, wo der in der Länderspielpause auftaucht, mal schauen.“ Eine direkte Empfehlung an den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp. Besonders angetan hatte es Baum die Vorarbeit von Behrens zum 1:1-Ausgleich durch Michael Gregoritsch: „Er spielt mit rechts einen Schnittstellenpass, der besser gar nicht geht.“

Sportdirektor Benni Weber stimmte in das Lob ein: „Hennes ist unglaublich. Je länger das Spiel dauert, desto besser wird er.“ Natürlich ist noch nicht alles perfekt im Spiel des ehemaligen Hoffenheimers, der in der vergangenen Rückrunde an Heidenheim ausgeliehen war und dort regelmäßige Bundesligapraxis sammelte. In Frankfurt etwa, beim 4:1, verlor er beim Gegentor das Kopfballduell gegen Jonathan Burkardt.

Dennoch: Behrens gehört zweifelsfrei zu den Gewinnern der ersten Saisonwochen, beim FC Augsburg, in der Bundesliga. Er hat seine Defensivseite meistens in Griff und spielt nach vorne so dynamisch wie mutig. Gegen Leverkusen passte nur der Abschluss nicht, sonst hätte er bereits nach 42 Sekunden für die Führung sorgen können.

Über Giannoulis spricht niemand mehr

Das größte Kompliment für Behrens lautet wohl, dass schon nach wenigen Wochen niemand mehr beim FCA über Dimitrios Giannoulis spricht, der die linke Schiene zwei Jahre lang zuverlässig gespielt hatte, ehe er zu PAOK Saloniki ging. Kurios: Beim FCA gab es intern sehr wohl die Debatte, ob Behrens als A-Lösung oder Herausforderer für eine solche verpflichtet werden soll. Etwaige Zweifel haben sich in den ersten Saisonspielen erledigt.

„Ich bin zufrieden, dass ich immer spiele und das Vertrauen bekomme“, bilanziert Behrens seine Anfangszeit beim FCA, fügt brav an: „Ich weiß natürlich, was noch fehlt und wo viel Potenzial nach oben ist. Daran arbeiten wir.“ Gilt fürs Team, gilt für ihn, auf die Nachfrage nennt er konkret „das Spiel mit Ball“. 68 Prozent Passquote gegen Leverkusen sind tatsächlich ausbaufähig.

Sportlich passt es zwischen Behrens und dem FCA, menschlich auch, er gilt als geerdeter Spieler, der nicht abhebt. Auch nicht, sollte Bundestrainer Jürgen Klopp tatsächlich auf die Idee kommen, ihn früh, nach nur 20 Bundesligaspielen, für die Länderspiele zu nominieren, trotz Konkurrenten wie Nathaniel Brown, David Raum oder Maximilian Mittelstädt auf seiner Position. Das erste Heimspiel der Klopp-Ära findet in Augsburg statt, gegen Griechenland. Wäre schon eine Story. Zuvor geht es am Samstagnachmittag nach Bremen, wo der FCA seinen Topstart veredeln möchte. Mit und dank Behrens.

 3,5 Millionen Euro investierte der FC Augsburg vor der Saison in Linksverteidiger Hennes Behrens. Gut angelegtes Geld, wie die ersten Saisonwochen zeigen. Der 21-Jährige überzeugt auf der linken Schiene. 

 

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