Variabler Offensivspieler: Köln leiht Spurs-Talent Moore 

Lange musste sich der 1. FC Köln gedulden, nun erhält Trainer René Wagner eine zusätzliche Option für die Offensive. Mikey Moore, der sowohl auf den Flügeln als auch im offensiven Mittelfeld spielen kann, kommt auf Leihbasis von Tottenham.

Nach wochenlangem Poker

Bis zum Jahreswechsel war die Liste der Engländer, die für den FC aufgelaufen waren, kurz. Sehr kurz sogar: Tony Woodcock war der einzige Name, der auf dieser stand. Von 1979 bis 1982 und noch einmal von 1986 bis 1988 hatte der torgefährliche Linksfuß für den FC gestürmt und in 131 Bundesliga-Spielen 39 Treffer erzielt. Doch in der kommenden Saison stehen gleich drei Engländer zur gleichen Zeit im Kölner Kader.

Neben Jahmai Simpson-Pusey und Reigan Heskey, die im Abstand von einem halben Jahr von Manchester City kamen, trägt auch Mikey Moore fortan das Trikot mit dem Geißbock auf der Brust. Der 19-jährige Offensivspieler, der links, rechts und zentral im offensiven Mittelfeld spielen kann, wird für ein Jahr von Tottenham Hotspur ausgeliehen.

„In all den Wochen haben wir immer wieder gespürt, dass er es kaum erwarten kann, endlich bei uns zu starten.“ (Thomas Kessler über Mikey Moore)

An Moore zeigten auch andere Vereine Interesse, doch dank der starken Vorarbeit der Kölner Verantwortlichen hielt der FC während des gesamten Prozesses die besten Karten in der Hand. Zwar zog sich der Deal länger hin als geplant, allerdings nur, weil die Spurs auf den temporären Abgang Moores für die Außenbahn personell erst nachlegen wollten. Die gewünschten Verstärkungen sind nun da, Moore erhielt grünes Licht.

„Wir stehen bereits seit längerer Zeit im engen Austausch mit ihm, seinen Interessenvertretern sowie Tottenham und haben sehr gute Gespräche über seine sportliche Perspektive geführt. Dabei konnten wir ihn von einem Wechsel zum FC und unserem gemeinsamen Weg überzeugen. In all den Wochen haben wir immer wieder gespürt, dass er es kaum erwarten kann, endlich bei uns zu starten“, wird Thomas Kessler, Kölns Geschäftsführer Sport, in der Pressemitteilung zitiert.

Tottenham bewilligt keine Kaufoption

Eine Kaufoption gibt es – anders als noch bei Simpson-Pusey – für Moore nicht. Bei den Spurs, wo er noch einen Vertrag bis 2030 besitzt, hält man große Stücke auf den gebürtigen Londoner, der ein echtes Eigengewächs ist. Schon seit der U 9 spielt er für Tottenham, im Mai 2024 wurde er mit 16 Jahren, neun Monaten und drei Tagen zum jüngsten Premier-League-Spieler der Vereinsgeschichte.

Zudem darf sich Moore bereits Europa-League-Sieger nennen. Auf dem Weg zum Titel 2024/25 absolvierte er fünf Gruppenspiele, gab in Hoffenheim (3:2) eine Vorlage und erzielte gegen Elfsborg (3:0) sein erstes Tor für die Spurs. Noch beim 5:1 im League Cup gegen Zweitligist Charlton legte er seinen zweiten Treffer in nun 24 Pflichtspielen für seinen Jugendklub nach. Noch deutlich torgefährlicher zeigte er sich für die Junioren-Auswahlen Englands. Dort stehen in 41 Spielen von der U 16 bis zur U 19 stolze 24 Treffer auf seinem Konto.

„Der FC hat von Anfang an großes Interesse gezeigt. Die Gespräche mit den Verantwortlichen waren top, die Perspektive, hier Bundesliga zu spielen und wie der FC spielen möchte, haben mir die Entscheidung leicht gemacht“, erklärt Moore. „Das Team ist super gestartet. Die beiden Spiele im Pokal und gegen Hoffenheim habe ich mir angeschaut.“

Zuletzt bester junger Spieler in Schottland

Mit welchen Qualitäten Moore den Kölnern helfen kann, beschreibt Kessler wie folgt: „Trotz seines jungen Alters hat Mikey bereits eine bemerkenswerte Reife. Er verfügt über eine hohe technische Qualität, ist kreativ und mutig im Eins-gegen-eins und sorgt mit seiner Dynamik und Unbekümmertheit immer wieder für Gefahr in der Offensive.“

In der vergangenen Saison sammelte Moore wertvolle Erfahrungen in der Scottish Premiership. Nach leichten Startschwierigkeiten wurde er bei den Glasgow Rangers schnell Stammspieler. In 47 Einsätzen erzielte er sieben Tore und wurde nach der Saison als bester junger Spieler in Schottland ausgezeichnet. Die Rangers hätten den Youngster entsprechend gern gehalten, der aber durfte sich zunächst in der Vorbereitung Spurs-Trainer Roberto de Zerbi zeigen, ehe man in Nordlondon entschied, dass ihm eine weitere Leihe guttun würde, sobald personell nachgelegt wurde.

Diese verbringt er nun beim FC, wo er zumindest in Teilen den schweren Verlust des zu Benfica Lissabon abgewanderten Dauerbrenners Jakub Kaminski auffangen soll. Bleibt Wagner bei seinem 4-2-3-1, kommt Moore sowohl für die rechte Seite als auch die Zehn infrage. Auch links fühlt er sich wohl, dort ist an Kölns neuer Nummer 10 Said El Mala allerdings vorerst kein Vorbeikommen.

 Lange musste sich der 1. FC Köln gedulden, nun erhält Trainer René Wagner eine zusätzliche Option für die Offensive. Mikey Moore, der sowohl auf den Flügeln als auch im offensiven Mittelfeld spielen kann, kommt auf Leihbasis von Tottenham. 

 

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