Wie Bremens „Boxstürmer“ Itten seinen zweiten Bundesliga-Anlauf angeht 

Fünf Jahre nach seinem Intermezzo in Fürth will Cedric Itten das machen, wofür er vom SV Werder Bremen verpflichtet wurde: „Scorerpunkte sammeln“. Der Neuzugang stellt sich vor.

Über Thioune, die WM und Dolmetscher-Rolle

Alles begann mit einem Anruf von Daniel Thioune – wieder einmal. „Nach Saisonende hatten wir einen ersten Kontakt“, berichtete Cedric Itten, der den Trainer ja auch als „Grund“ dafür angab, bereits ein Jahr zuvor nach Düsseldorf gewechselt zu sein: „Das ist Fakt.“

Nun also meldete sich der 52-Jährige in Diensten des SV Werder Bremen. Und nachdem er Itten ja schon einmal zu einem Transfer bewegen konnte, seinerzeit aus der Schweizer Super League in die 2. Bundesliga, überzeugte Thioune den Angreifer diesmal, sich schon vor der Weltmeisterschaft für eine Zukunft beim Bundesligisten zu entscheiden.

„Das war dann ausschlaggebend, dass ich schon während der WM unterschrieben habe“, sagt Itten, der angesichts seines ablösefreien Status nach dem Fortuna-Abstieg in die 3. Liga ja auch andere „Möglichkeiten“ hatte, nun jedoch betont: „Das Gesamtpaket ist perfekt für meinen nächsten Schritt.“

Abstieg, WM – Werder: Ittens Gefühlswelten

Generell habe sich der 29-Jährige in letzter Zeit in „vielen Gefühlswelten“ befunden: Der Misserfolg im Verein („Der Abstieg war hart zu akzeptieren“) stand seiner erfolgreichen Ausbeute mit 15 Saisontoren gegenüber, die ihm letztlich auch das WM-Ticket bescherten: „Da ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen.“

Mit der Schweizer Nationalmannschaft Geschichte geschrieben zu haben durch die erstmalige Viertelfinalteilnahme – „das war unglaublich“, so Itten: „Wir haben etwas ausgelöst im Land, haben die Leute um 3 Uhr nachts auf die Straße gebracht. Diese zwei Monate bleiben ein Leben lang in Erinnerung.“ Und nun also noch der nächste Karriereschritt nach Bremen: „Das waren in kurzer Zeit viele, viele Emotionen.“

Dabei stellt Werder ja nicht die erste Bundesligastation für den Angreifer dar: Schon in der Hinserie der Saison 2021/22 kam er als Leihspieler zu zwölf Einsätzen (zwei Tore) für den damaligen Aufsteiger Fürth – allerdings in „anderer Ausgangslage“ als jetzt in Bremen: „Weil eigentlich klar war, dass man wahrscheinlich direkt wieder absteigt“, erklärt Itten.

Van Bronckhorst holte ihn zurück

Dass er nach nicht mal fünf Monaten wieder von seinem Stammklub, den Glasgow Rangers, per Klausel zurückbeordert wurde, hing seinerzeit mit einem Trainerwechsel von Steven Gerrard zu Giovanni van Bronckhorst zusammen: „Er wollte mich dann sofort zurückholen.“

Den „Traum Bundesliga“ hatte sich Itten also bereits erfüllt, seinen zweiten Anlauf geht er nun jedoch deutlich gestandener an, wie er unterstreicht: „Ich habe Erfahrungswerte gesammelt, bin älter geworden und körperlich gereift“, so der Schweizer: „Ich habe Fortschritte in vielen Belangen gemacht, bin auch als Mensch wirklich gewachsen.“

Und als neuer Bremer Zielspieler soll er am Osterdeich fortan natürlich das machen, wofür man ihn verpflichtet hat: „Klar, ich bin Stürmer. Ich will Scorerpunkte sammeln, das ist normal, das ist mein Job.“ Für wie viele Treffer ist man denn in der Bundesliga gut – nach 15 Zweitligatoren? „Gute Frage“, entgegnet Itten grinsend: „Aber ich habe keine Zahl, die ich mir vornehme.“

Im Sturmduo mit Demirovic

Was er braucht, seien Flanken oder auch Zuspiele in die Tiefe: „Ich bin ein Boxstürmer.“ Als alleinige Spitze oder auch in einem Doppelsturm – bei Ex-Klub St. Gallen klappte das beispielsweise vorzüglich (Itten kam auf 19 Saisontore) im Duo mit dem jetzigen Stuttgarter Ermedin Demirovic (14 Saisontore). Der Neu-Bremer ist überzeugt: „Wenn du hart arbeitest, dann bist du auch erfolgreich – dann erzwingst du vielleicht auch das Glück.“

Und dann sind da neben seinen Qualitäten als Vollstrecker ja auch noch jene als Sprachtalent. Ittens Mutter kommt aus dem französischsprachigen Teil der Schweiz; zwei Jahre in Schottland machten sich ebenfalls bemerkbar und auch dem Spanischen sei er mächtig.

„Ich bin da schon ein bisschen begabt“, erklärt er – und könnte somit bei Werder nun auch eine Dolmetscher-Rolle einnehmen: „Der Trainer hat mir zumindest gesagt, dass das natürlich ein Plus ist, wenn ich mit den Jungs direkt so kommunizieren kann.“

 Fünf Jahre nach seinem Intermezzo in Fürth will Cedric Itten das machen, wofür er vom SV Werder Bremen verpflichtet wurde: „Scorerpunkte sammeln“. Der Neuzugang stellt sich vor. 

 

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