Viel Vertrauen in Mainz-Keeper Zentner – wenig Erfahrung dahinter 

Mainz vertraut darauf, dass Robin Zentner wieder an seine alte Stärke anknüpft. Angesichts der dünnen Besetzung dahinter wäre ein erneuter Ausfall allerdings deutlich schwerer aufzufangen.

Nach Batz‘ Abschied wächst das Risiko

Als Urs Fischer im Dezember das Traineramt übernahm, fiel Robin Zentner aus. Eine Muskelverletzung im Adduktorenbereich sollte ihn für wenige Wochen außer Gefecht setzen. Daraus wurden jedoch mehrere Monate. Aufgrund des verzögerten Heilungsverlaufs verpasste der Mainzer Stammtorwart 19 Spieltage, also mehr als die Hälfte der Saison, und feierte erst im letzten Heimspiel sein Comeback. Wie fit Zentner wirklich ist, muss die gerade erst begonnene Sommervorbereitung zeigen. Das erste Testspiel gegen die TSG Pfeddersheim, bei dem er beim 11:0-Sieg in der ersten Halbzeit beschäftigungslos war, ist dabei ein Muster ohne Wert.

Bungert baut Auf Zentner als Leistungsträger

Zu Beginn der Vorbereitung hatte Zentner grünes Licht gegeben: „Bisher fühlt es sich sehr, sehr gut an. Die vergangene Saison habe ich abgehakt.“ Kleine Blessuren hatten ihn schon in den Vorjahren gelegentlich zum Zuschauen verdonnert, doch eine fünfmonatige Pause war auch für Zentner Neuland. „Mal hat man Glück, mal hat man Pech. Vergangenes Jahr hatte ich ein wenig mehr Pech, als ich mir gewünscht hätte, aber das gehört im Leistungssport dazu.“ Sportdirektor Niko Bungert ist unterdessen überzeugt, dass Zentner auch künftig einer der Mainzer Leistungsträger sein wird: „Robin hat in den vergangenen Jahren mehr als deutlich gemacht, dass er ein sehr guter Bundesliga-Torwart ist.“

In der vergangenen Spielzeit konnte der FSV sich glücklich schätzen, dass mit Daniel Batz ein Vertreter zur Verfügung stand, der mit Glanztaten zur sportlichen Wende beitrug. Er spielt mittlerweile in Gladbach. Zunächst hatten es die 05er mit der etatmäßigen Nummer 2 zwischen den Pfosten probiert: Lasse Rieß. Bungert spricht von „unglücklichen Auftritten“, zu denen die schlechte Phase des gesamten Teams beigetragen habe. Mit knapp 25 Jahren hat Rieß erst sechs Bundesliga-Spiele absolviert. Nach vier Spielzeiten auf der Bank wäre Spielpraxis wünschenswert. Bungert wäre gesprächsbereit, „wenn er mit dem Wunsch nach Veränderung auf uns zukommt”. Ein Leihgeschäft könnte für beiden Seiten die Lösung sein. Dazu müsste Rieß allerdings zunächst den bis 2027 laufenden Vertrag verlängern.

Nummer 2 und 3 fast ohne Profierfahrung

2025/26 profitierte Mainz extrem davon, dass in Batz ein sehr erfahrener Ersatztorwart zur Verfügung stand. Mit Zentner, Rieß und Maximilian Kinzig in die neue Saison zu gehen, ist jedoch mit einem gewissen Risiko verbunden. Der 22-Jährige unterschrieb vor wenigen Tagen einen Profivertrag. Kinzig absolvierte bisher 94 Regionalliga-Spiele für Viktoria Berlin und die U 23 von Mainz 05. Profierfahrung besitzt er noch keine.

Nominell hat Mainz 05 zwar drei Torhüter, für alle Eventualitäten gewappnet, wirkt die Mannschaft allerdings bisher nicht.

 Mainz vertraut darauf, dass Robin Zentner wieder an seine alte Stärke anknüpft. Angesichts der dünnen Besetzung dahinter wäre ein erneuter Ausfall allerdings deutlich schwerer aufzufangen. 

 

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