Werder Bremens Saison zum Vergessen endete mit einer Niederlage gegen Dortmund. Die Fans sendeten ein klares Zeichen. Und auch die Beteiligten des SVW fanden am Samstag klare Worte.
Pieper hofft auf „mahnendes Beispiel“
Vor dem letzten Spieltag war Werder Bremen bereits gerettet. Aber nicht aus eigener Kraft, denn die Norddeutschen vergaben gegen Augsburg (1:3) und in Hoffenheim (0:1) zwei Matchbälle. Der Klassenerhalt stand am vergangenen Samstag nur zu Buche, weil St. Pauli und Wolfsburg ihre Spiele verloren.
Der Druck vor dem letzten Bundesliga-Heimspiel gegen Dortmund war also raus, die Abstiegsangst vorbei. „Da sportlich nicht mehr der ganz große Druck auf der Partie lastet, wollen wir im Ansatz aber auch etwas mutiger sein“, sagte deswegen auch Trainer Daniel Thioune vor der Partie. Mut konnte man Werder gegen den BVB nicht absprechen, allerdings präsentierten die Grün-Weißen ihren Zuschauern einmal mehr in dieser Saison offensive Magerkost. Nur neun Torschüsse und ein xGoals-Wert von 0,42 sprachen am Ende Bände.
Kein Wunder also, dass Bremen auch gegen Dortmund verlor (0:2) und mal wieder kein eigenes Tor erzielte. „Die Ergebnisse und Platzierung sind ein Rückschritt. Die Art und Weise war irgendwann so, wie die Tabelle es hergegeben hat. Es ist uns durch verschiedene Faktoren nicht gelungen, Struktur reinzukriegen“, wird Defensivmann Amos Pieper auf der SVW-Website zitiert.
Fans mit deutlichem Banner
Die Bremer beenden die Saison mit nur 32 Punkten auf dem 15. Tabellenplatz und haben mit Ach und Krach die Liga gehalten. Nur weil Wolfsburg, St. Pauli und Heidenheim weniger Punkte holten, bleibt der SVW erstklassig. Auch für die Werder-Fans war es natürlich eine extrem unbefriedigende Saison mit etlichen Tiefschlägen, weswegen in der Bremer Fankurve auch ein unmissverständliches Banner zu sehen war: „Nichtabstieg mehr Glück als Verstand! Vereinsführung, unsere Geduld ist nicht grenzenlos.“
„Neben dem Klassenerhalt war der Derbysieg das Minimalziel – dafür brauchen wir kein Lob, denn niemand kann mit einem guten Gefühl aus der Saison gehen.“ (Daniel Thioune)
Zentrum der Kritik war in den letzten Wochen und Monaten immer wieder Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz, der aber am Samstag einmal mehr Rückendeckung erhielt. Klaus Filbry, Werders Vorsitzender der Geschäftsführung, sprach Fritz vor dem Spiel sein Vertrauen aus und unterstrich, wie gerne er mit ihm zusammenarbeitet.
Dennoch ist natürlich auch dem Sport-Geschäftsführer klar, dass sich so eine Spielzeit, in der viele Fehler auf allen Ebenen passiert sind, nicht wiederholen darf. „Sicherlich eine Saison zum Vergessen. Wir hätten uns heute mit einem positiven Ergebnis verabschieden wollen. Das hätte uns gutgetan, weil das aber nicht gelungen ist, bin ich jetzt gerade nicht erfreut. Wichtig ist, nach der Saison alles aufzuarbeiten und selbstkritisch und reflektiert zu sein“, so Fritz.
„Sind mit einem blauen Auge davongekommen“
Bei der Aufarbeitung ist natürlich auch Thioune mit dabei, der nach dem Klassenerhalt Werder-Trainer bleibt und erstmals eine Vorbereitung mit seiner Mannschaft hat. Der Coach hat die Hanseaten in einer schweren Situation übernommen und immerhin zum Minimalziel geführt. „Neben dem Klassenerhalt war der Derbysieg (3:1 gegen den HSV, d.Red.) das Minimalziel – dafür brauchen wir kein Lob, denn niemand kann mit einem guten Gefühl aus der Saison gehen“, so Thioune, der von 14 Ligaspielen nur vier gewinnen konnte (ein Remis, neun Niederlagen) und einen ähnlichen Punkteschnitt wie Vorgänger Horst Steffen aufzuweisen hat.
Die Bremer werden somit sicherlich froh sein, dass diese komplett missratene Saison nun endlich ein Ende gefunden hat. Der Verein kann den Reset-Knopf drücken und viele Sachen anders machen. Oder wie es Pieper ausdrückt: „Ich wünsche mir, dass die Saison ein mahnendes Beispiel bleibt, denn wir sind mit einem blauen Auge davongekommen. Ich bin froh, dass wir jetzt viel Zeit haben, wo im Sommer viel passieren kann.“
Werder Bremens Saison zum Vergessen endete mit einer Niederlage gegen Dortmund. Die Fans sendeten ein klares Zeichen. Und auch die Beteiligten des SVW fanden am Samstag klare Worte.
