Trotz eigenem Unvermögen darf Eintracht Frankfurt weiter hoffen, die erste Saison ohne Europokal seit 2020/21 noch zu vermeiden. Seit Donnerstag ist aber klar: Ein großer Traum ist geplatzt. Es geht in den Fernduellen am 34. Spieltag aus Frankfurter Sicht noch um den Trostpreis.
Auch nächste Woche braucht es Schützenhilfe
Am 26. Mai 2027 wird den Frankfurtern sehr schmerzlich vor Augen geführt werden, welche große Chance die Mannschaft in den vergangenen Monaten verspielt hat. Trotz der Dauer-Talfahrt hatte die Eintracht mehr als genug Möglichkeiten, die verkorkste Saison noch zu retten. Stattdessen gelang nur ein Sieg aus den jüngsten sieben Spielen – gegen den potenziellen Absteiger aus Wolfsburg.
Nach vier Tagen mit vier schlechten Nachrichten drohte die Spielzeit ihr logisches Ende zu nehmen. Am Mittwoch war das Aus des FC Bayern in der Champions League der erste herber Dämpfer für die Frankfurter Hoffnungen, dass auch Platz 8 ins internationale Geschäft und Platz 7 sogar in die Europa League führen könnte. Am Donnerstag herrschte Gewissheit. Der Einzug Rayo Vallecanos ins Finale der Conference League sicherte Spanien schon vorzeitig im UEFA-Ranking Platz 2 vor der Bundesliga.
Womit klar war: Beim Finale der Europa League am 26. Mai 2027 ist Frankfurt mit dem Waldstadion zwar der Gastgeber, aber in keinem Fall auch Teilnehmer auf dem Rasen. Aus der Traum vom Titelgewinn im eigenen Wohnzimmer.
Freiburg vergibt den Matchball
Hoffen durfte die Eintracht zu diesem Zeitpunkt aber noch auf den Trostpreis Conference League. Diese Wahrscheinlichkeit sank durch die eigene 2:3-Niederlage in Dortmund am Freitag drastisch. Am Samstag zog sogar der FC Augsburg durch das 3:1 über Gladbach mit den Hessen gleich. Und am Sonntag drohte der finale Knock-out – doch der Hamburger SV lieferte die benötigte Schützenhilfe.
Im Volkspark vergab der SC Freiburg mit dem 2:3 den Matchball um Europa. Die Eintracht darf weiter hoffen, die erste Saison ohne Europapokal seit 2020/21 doch noch zu umgehen. Am 34. Spieltag liefert sich die SGE einen Fernvergleich mit zwei Konkurrenten. Der SC Freiburg (44 Punkte) ist im Heimspiel gegen Leipzig nicht auf andere angewiesen. Die Eintracht (43 Punkte) muss zu Hause gegen Stuttgart wie die punktgleichen Augsburger bei Union Berlin auf Patzer aus dem Breisgau warten.
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Die aktuelle Verfassung der SGE gibt wenig Anlass zu glauben, dass sie gegen ein Spitzenteam gewinnen kann. Zumal Stuttgart im Rennen um die Champions League unter Zugzwang steht. Immerhin hat die Mannschaft in Dortmund nach einem Rückstand mal wieder so etwas wie einen Willen gezeigt und sich gewehrt. Eine Verbesserung. Im Vergleich zu den Vorwochen aber auch keine nennenswerte Kunst.
Albert Riera, der Mann der Extreme, sah sogar „die beste Leistung,“, seiner Ära. „Großartig“ sei es gewesen. Seine eigene Amtszeit rückt der Spanier damit selbst in kein besonders gutes Licht. Wirklich großartig waren nur die Freiheiten, welche die einmal mehr taumelnde Defensive um Robin Koch und Arthur Theate den Angreifern des BVB ließ.
Riera hat sich selbst disqualifiziert
Es kann mit Blick auf die vergangenen Wochen keineswegs die Rede davon sein, dass sich die Eintracht dieses Endspiel erarbeitet oder gar verdient hat. Im Grunde ist es ein Geschenk des SC Freiburg. Springt die Eintracht dennoch am Ende auf Platz 7, interessiert das niemanden mehr. Ganz sicher wird es Riera in diesem Fall als seinen Verdienst verkaufen. Und wenn es nicht klappt? Dann wird Riera in typischer Riera-Manier wohl ein letztes Mal erzählen, dass seine Arbeit großartig sei, die Stimmung im Team fantastisch und das Frankfurter Versagen mindestens indirekt seinen Vorgängern in die Schuhe schieben.
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In beiden Szenarien ist danach wohl Kofferpacken angesagt. Der Spanier hat sich binnen dreieinhalb Monaten auf fast jeder Ebene disqualifiziert, den nötigen Neuaufbau in Frankfurt leiten zu dürfen.
Das entscheidende Spiel legen die Bosse dennoch in Rieras Hände. Zumindest kommentierte Sportvorstand Markus Krösche in den Dortmunder Katakomben die Frage danach mit einem knappen „ja“. Fragen zur Personalie über den Mai hinaus blockte er einmal mehr ab. Was soll er auch sagen? Die zweite Trainersuche binnen vier Monaten läuft längst.
Trotz eigenem Unvermögen darf Eintracht Frankfurt weiter hoffen, die erste Saison ohne Europokal seit 2020/21 noch zu vermeiden. Seit Donnerstag ist aber klar: Ein großer Traum ist geplatzt. Es geht in den Fernduellen am 34. Spieltag aus Frankfurter Sicht noch um den Trostpreis.
