Musialas Schritt in die richtige Richtung – und eine überraschende „Ehre“ 

In Topform ist Jamal Musiala nach seiner schweren Verletzung noch nicht, kann er noch gar nicht sein. Beim 4:1 gegen Borussia Mönchengladbach übernahm der 23-Jährige Verantwortung und tankte Selbstvertrauen.

„Kleine Momente, die ihm guttun“

Trainer Vincent Kompany stellt sich in der Öffentlichkeit stets vor seine Spieler, Jamal Musiala bildet da keine Ausnahme. All denen, die sich mit Musialas Form oder dem Dreikampf zwischen ihm, Serge Gnabry und Lennart Karl um die Zehnerposition beschäftigen, empfahl der Belgier das Studium der Videobilder von Musialas brutaler Wadenbeinverletzung bei der Klub-WM im vergangenen Sommer.

Die Botschaft dahinter ist klar: Wer einen solch schweren Bruch samt Bandverletzungen überwunden und sich zurückgekämpft hat, der kann noch nicht wieder bei hundert Prozent sein. Und das war Musiala auch gegen Borussia Mönchengladbach (4:1) nicht. Vieles in seinem früher so leichten Spiel wirkt erzwungen, oft geht erst er zu Boden und dann der Blick zum Schiedsrichter, wenn dieser nicht für jeden Kontakt Freistoß gibt.

„Ich bleibe ruhig bei Jamal, schütze ihn noch. Er wird irgendwann wieder sein allerbestes Niveau erreichen, vielleicht sogar mehr, er hat sich körperlich entwickelt“, sagte Kompany und fügte an: „Ich bin glücklich, dass er schon wieder seine Momente hatte.“ Fortschritte gibt es sehr wohl. Zum Beispiel die Tatsache, dass Musiala gegen Mönchengladbach erstmals wieder eine Partie durchspielte.

Elfmeterschütze und Kurzzeit-Kapitän

Musialas Zahlen: drei Torschüsse, eine Torschussvorlage, 80 Prozent angekommene Pässe, 62 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 33 Prozent erfolgreiche Dribblings. Als Schiedsrichter Robert Schröder in der 57. Minute auf Strafstoß entschied, schnappte sich Musiala in Abwesenheit von Harry Kane den Ball und verwandelte sicher. Sein erstes Bundesligator seit über einem Jahr.

„Das sind kleine Momente, die ihm guttun“, sagte Sportvorstand Max Eberl. „Man hat gemerkt, dass hinten raus die Kraft weniger wurde. Es ist nicht so leicht, wieder in Tritt zu kommen. Wir werden Jamal wie alle anderen in den kommenden Wochen brauchen.“ Dachte sich wohl auch Joshua Kimmich, der Musiala die Kapitänsbinde überstreifte, als er nach 80 Minuten ausgewechselt wurde.

„Die Kapitänsbinde war eine große Ehre für mich. Als ich danach über den Platz gelaufen bin, hat sie sich schon ein bisschen schwer angefühlt. Ich dachte eigentlich eher, Leon (Goretzka, Anm. d. Red.) bekommt sie, weil er länger hier ist“, sagte Musiala und fasste seine Situation generell zusammen: „Der Fuß ist ein bisschen müde, aber es fühlt sich gut an. Es war mein dritter Start und die ersten 90 Minuten nach der Verletzung – das tut gut. Mit solchen Spielen komme ich wieder in den Rhythmus, deshalb bin ich sehr glücklich.“

Und auch wenn Kompany sich daran stört: Die Frage nach der Zehnerposition stellt sich natürlich. Täuschen nicht alle Eindrücke, wird am Dienstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) bei Atalanta Bergamo Gnabry beginnen; Musiala und Karl müssen auf Joker-Minuten hoffen, in denen sie helfen können und sollen. Doch die Saison dauert aus Bayern-Sicht international hoffentlich noch lang, und Musiala hat damit Zeit, zurück zu alter Form zu finden. Zumal im Juni seine zweite Weltmeisterschaft als weiterer Höhepunkt wartet.

 In Topform ist Jamal Musiala nach seiner schweren Verletzung noch nicht, kann er noch gar nicht sein. Beim 4:1 gegen Borussia Mönchengladbach übernahm der 23-Jährige Verantwortung und tankte Selbstvertrauen. 

 

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